Schloss Hellenstein im Sommer. Foto: Oliver Vogel

Stadt Heidenheim konfisziert 42 manipulierte illegale Spielautomaten

Dem Geschäftsbereich Recht, Sicherheit und Ordnung der Stadt Heidenheim ist hierzu ein bedeutender Ermittlungserfolg gelungen: Im Zuge intensivierter Schwerpunktaktionen wurden im Stadtgebiet insgesamt 42 illegal betriebene Spielgeräte beschlagnahmt.

Oberbürgermeister Michael Salomo zerstört einen illegalen Spielautomaten
Oberbürgermeister Michael Salomo zerstört einen illegalen Spielautomaten; Foto Stadt Heidenheim

Das illegale Glücksspiel bleibt eines der größten verdeckten Probleme unserer Gesellschaft. Arndt Borgmann ist bei der Stadt Heidenheim Experte für illegale Glücksspielautomaten und spezialisierte sich aus persönlichem Interesse auf das Spielrecht. Seit 2011 ist er ständiges Mitglied der Soko Kriminalität und Glücksspiel Ruhr und hält unter anderem engen Kontakt zu Herstellern sowie dem Automatenverband Deutschland.

Entdeckt werden die Geräte meist abseits legaler Spielhallen in Shisha-Bars und Gaststätten. Nachdem der legale Markt im Jahr 2017 durch strengere technische Richtlinien, Fiskal-Auslesungen und die Reduzierung von maximal drei auf zwei erlaubte Geräte pro Gaststätte stark reglementiert wurde, wich die Szene zunehmend in die Illegalität aus. Der Spielerschutz ist im illegalen Milieu komplett ausgehebelt. Während gesetzliche Vorgaben Gewinne oder Verluste auf 400 Euro limitieren, sind illegale Geräte gezielt manipuliert und dort existieren keinerlei Absicherungen. Fiktiv könnten Betroffene bei Verlusten von 200 Euro im Zwei-Sekunden-Takt extreme Summen innerhalb kürzester Zeit verspielen. Zudem sind die Kontrollen im illegalen Glücksspielrecht eng mit anderen Deliktsfeldern wie Steuerhinterziehung, Drogenhandel oder Geldwäsche verknüpft.

Die Geräte werden vor Vernichtung präzise ausgelesen, denn jedes Gerät verfügt über eine Seriennummer oder IP-Adresse. Über diese Daten lässt sich exakt ermitteln, wann der Automat aufgestellt wurde, wer der Aufsteller ist und woher das Gerät ursprünglich stammt. Illegale Geräte sind oft leicht zu identifizieren. Sie suggerieren über ausländische Software Gewinne von bis zu 400.000 Euro, die jedoch niemals ausgezahlt werden können. Da es sich meist um gefährliche Selbstbauten ohne jegliche TÜV-Prüfung oder technische Siegel handelt, werden die Geräte nach der Beweissicherung nicht eingelagert, sondern konsequent zerstört. Mittels Trennschleifern werden die Korpusse unbrauchbar gemacht und die Platinen vernichtet.

Der Erfolg der Schwerpunktaktionen bei der Bekämpfung des illegalen Glücksspiels basiert auf der engen, ganzheitlichen Kooperation der Behörden. Der Fachbereich Recht, Ordnung und Sicherheit unter der Leitung von Sonja Engler arbeitet hierzu in einem starken Netzwerk aus Kriminalpolizei, Zoll, Landratsamt und Justizbehörden zusammen. Das illegale Glücksspiel stellt lediglich einen Teilbereich der zahlreichen unterschiedlichen Aufgaben des städtischen Ordnungsamtes dar.

(Erstellt am 20. August 2026)

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