Die Opernfestspiele Heidenheim 2026 ziehen Bilanz
Am Sonntag endeten die Opernfestspiele Heidenheim bei perfektem Wetter mit einer Last Night unter freiem Himmel. Das ist die Bilanz der Opernfestspielsaision 2026
„Mit dem letzten Vorhang endet ein Festivalsommer, der mir und uns allen eindrucksvoll zeigt, was uns wichtig ist und wofür die Opernfestspiele Heidenheim heute stehen. Künstlerische Exzellenz. Ein Programm, das etwas bewegt in den Köpfen und Herzen der Festspielgemeinde und damit in dieser schwierigen gefährdeten Welt. Und Opernerlebnisse, die die wunderbaren Bedingungen auf dem Heidenheimer Schlossberg und in der Region genau dafür nutzen. Was in den vergangenen Wochen auf ‚Heidenheims grünem Hügel‘ geschehen ist, ist das Ergebnis von künstlerischen Visionen und Haltungen – getragen von großartigen Persönlichkeiten, Sängerinnen und Sängern, außergewöhnlichen Orchestern und Ensembles, fantastischen Regieteams und so vielen weiteren Menschen, die mit Leidenschaft und großer Ernsthaftigkeit an dieser Saison gearbeitet haben.
Und natürlich freut es mich, dass alles weithin und auch international wahrgenommen wird. Die Presse würdigt die Opernfestspiele als eine der großen Destinationen des europäischen Festivalsommers. Immer wieder werden die Brillanz, die außergewöhnliche Qualität unserer Orchester, die Leistungen der Solistinnen und Solisten und die unverwechselbaren künstlerischen Handschriften hervorgehoben. Welch wunderbare Bestätigung unser aller Arbeit! Produktionen wie Verdis ‚Otello‘ oder die selten gespielte Urfassung von ‚Macbeth‘ zeigen, dass wir alle die Festspiele immer wieder neu denken dürfen und dass unser Publikum dies dankbar annimmt.
Das macht mich stolz. Viel mehr aber noch bestärkt es mich darin, diesen Weg zusammen mit allen dauerhaften und zeitweisen Festival-Teams konsequent weiterzugehen. Wir wollen in Heidenheim Erfolge nicht verwalten, sondern Zukunft gestalten. Wir wollen mit höchster Qualität, mit ungewöhnlichem Repertoire und starken künstlerischen Ideen Menschen begeistern im umfassenden Sinne des Worts.“
Marcus Bosch
Intendant
Opernfestspiele Heidenheim
„Festspielintendant Marcus Bosch und alle seine Festspielmacher auf der Bühne, hinter der Bühne, im Orchestergraben, in der Technik und auf allen Stühlen des Betriebsbüros – sie machen eine fantastische Arbeit. Heidenheim profiliert sich immer noch weiter als Festspielstadt, als Ort besonderer Kunst, als ein Ort, in dem eine ganze Stadt nachdenkt und spricht über die Inszenierungen von ‚Otello‘ und ‚Macbeth‘, über die Sängerinnen und Sänger. Ein Ort, an dem sich das Hauptstadtorchester Stuttgarter Philharmoniker und das Orchester der Festspiele Cappella Aquileia ganz selbstverständlich im befruchtenden Wettstreit befinden ‚um den besseren Verdi‘. Ein Ort, an dem Auseinandersetzungen ausgetragen werden über die luxuriöse Frage des ‚draußen oder drinnen‘ von Vorstellungen – ein Ort, an dem Vorstellungen immer stattfinden und niemand wegen schlechten Wetters heimgeschickt wird. Ein Ort, von dem richtungsweisende Ton- und Bildaufnahmen in die Welt gehen via Rundfunk, Fernsehen oder weltweit dem wichtigen Streaming-Portal OperaVision. Rittersaal und Festspielhaus waren in diesem Sommer Abend für Abend von einem begeisterungsfähigen Publikum erfüllt. Und die hohe Auslastung sowie begeisterte Rezensionen zeigen, dass die Opernfestspiele längst als feste Größe in der internationalen Festivallandschaft etabliert sind.
Mein herzlicher Dank gilt allen, die diesen Erfolg möglich gemacht haben.“
Matthias Jochner
Fachbereichsleiter Kultur
Stadt Heidenheim
Bilanz
1. Musiktheater
Unter dem Motto „MachtMenschen!“ zeigten die OH! 2026 gleich zwei Opern Giuseppe Verdis, die auf Dramen William Shakespeares basieren. Die sechs Vorstellungen von „Otello“ ab dem 3. Juli stießen auf großen Publikumszuspruch. Aufgrund günstiger Wetterverhältnisse konnte „Otello“ insgesamt viermal im Rittersaal auf Schloss Hellenstein gezeigt werden. Lediglich zwei der Aufführungen fanden abweichend im Festspielhaus CCH statt.
In der international beachteten Reihe der „Verdi-Werkstatt Heidenheim“ (Deutschlandfunk) folgte in dieser Saison „Macbeth“ in der selten gespielten Urfassung von 1847 im Festspielhaus CCH ab dem 16. Juli an zwei Terminen. Die Produktion wurde für den Rundfunk und die spätere Veröffentlichung in Bild und Ton bei coviello classics mitgeschnitten.
Mit „Holle!“ waren die OH! zudem nach den positiven Erfahrungen des Vorjahres erneut mit der Jungen Oper im Margarete-Hannsmann-Saal der Stadtbibliothek zu Gast. In Kooperation mit der Deutschen Oper am Rhein aus Düsseldorf und Duisburg konnten dabei insgesamt zwölf Vorstellungen gespielt werden.
2. Konzerte
Die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern kehrte für das Eröffnungskonzert unter der Leitung ihres ehemaligen Chefdirigenten Pietari Inkinen gemeinsam mit der Sopranistin Tuuli Takala und einem Programm rund um Mahler und Sibelius nach Heidenheim zurück. Das Kirchenkonzert „OH! in der Pauluskirche“ brachte Rossinis „Petite Messe solennelle“ unter der Leitung von Marcus Bosch mit zwei Chören in das größte Gotteshaus der Stadt. Die Cappella Aquileia – Orchester der OH! – gestaltete das Galakonzert mit dem Perkussionisten Alexej Gerassimez und einem anspruchsvollen Programm mit Eötvös und Beethoven. Für das Kinderkonzert war in der Saison 2026 Juri Tetzlaff mit den Stuttgarter Philharmonikern mit dem „Karneval der Tiere“ im Festspielhaus CCH zu Gast. Bei der Jazzgala standen ToyToy gemeinsam mit der NDR Bigband auf der Bühne. Die Stuttgarter Philharmoniker als Festspielorchester brachten bei der Last Night unter dem Dirigat von Marcus Bosch mit einem Jazzprogramm gemeinsam mit dem Thilo Wolf Quartett die Festspielzeit an zwei Terminen zum Abschluss.
3. Extras und kostenlose Angebote
Die zahlreichen Extras rund um die Opernfestspiele trafen erneut auf großen Zuspruch bei den Zuschauer*innen. Erwähnt seien bspw. die drei gut besuchten Jazzfrühstücke im Brunnengarten bzw. erstmals im Kleinen Saal des Festspielhauses CCH, die Schlossbergtafel oder der Blaue Abend in der Hammerschmiede Königsbronn. Die Matineen, Soireen und Werkeinführungen vor den Opernvorstellungen und Konzerten fanden großen Anklang beim Publikum. Auch die OH! Late Night im Kunstmuseum traf wieder auf reges Publikumsinteresse.
4. Indoor / Outdoor / Infrastruktur
Die Möglichkeit, die open air angesetzten Vorstellungen auch bei Regen vollwertig und für alle Festspielgäste adäquat aufführen zu können, ist ein herausragender Standortvorteil für die Opernfestspiele Heidenheim. In der Festspielsaison 2026 diente das akustisch exzellente Festspielhaus CCH für zwei der sechs Vorstellungen von „Otello“ als Ausweichspielstätte. Ebenfalls eine der beiden Last Nights musste aufgrund des Wetters im Festspielhaus CCH gezeigt werden. Lediglich eins der drei Jazzfrühstücke konnte nicht wie geplant im Brunnengarten des Schlosses Hellenstein stattfinden, sondern wurde stattdessen witterungsbedingt im Kleine Saal des Festspielhauses CCH durchgeführt.
Auch die weiteren Spielstätten (darunter vor allem der Margarete-Hannsmann-Saal in der Stadtbibliothek, die Pauluskirche und die Hammerschmiede Königsbronn) konnten bei großem Publikumszuspruch genutzt werden.
5. Zahlen
Erneut konnten die OH! ein hervorragendes Ergebnis bei den Besucherzahlen einfahren. Viele der Veranstaltungen der Opernfestspiele Heidenheim – Opernaufführungen wie Konzerte – waren in der Saison 2026 schon weit im Vorfeld sehr gut verkauft bzw. ausverkauft.
Die Auslastung lag mit 96 % leicht höher als im Vorjahr, insgesamt zählten die Opernfestspiele Heidenheim in der Saison 2026 14.451 Besucher*innen (2025: 15.503). Die wichtigsten Einzelauslastungen sind: „Otello“ (90 % bei 4.532 Zuschauer*innen an sechs Terminen), „Macbeth“ (111 % bei 2.054 Zuschauer*innen an zwei Terminen durch Erhöhung der Platzkapazität) und „Holle!“ (96 % bei 1.666 Zuschauer*innen an zwölf Terminen) sowie die Auslastung der Sinfoniekonzerte (89 % bei 3.184 Zuschauer*innen).
6. Künstlerische Kooperationen und Kreativteams
Für den Mitschnitt der Oper „Macbeth“ kooperierten die Opernfestspiele mit dem SWR, Deutschlandfunk Kultur und dem Label coviello classics. Im Bereich der Dirigentenausbildung kooperieren die OH! mit der Hochschule für Musik und Theater München.
Erneut wurden für die Musiktheaterproduktionen renommierte Kreativteams gefunden: Rosetta Cucchi kehrte nach ihrer Inszenierung von „Madama Butterfly“ im Jahr 2024 für „Otello“ nach Heidenheim zurück, Matthias Kronfuss zeichnete erstmals für das Bühnenbild verantwortlich, Claudia Pernigotti wie bereits 2024 für die Kostüme. Mit Andreas Baesler inszenierte ein weiterer Regisseur zum zweiten Mal bei den Opernfestspielen, nach „Alzira“ im Jahr 2024. Unterstützt wurde er dabei von Marie-Christine Lüling (Mitarbeit Regie) und Almut Echtler (Mitarbeit Kostüme). Die musikalische Leitung beider Produktionen lag in den Händen von Festspielintendant Marcus Bosch.
Auch der Tschechische Philharmonische Chor Brünn wirkte als Festspielchor in beiden Operninszenierungen mit, die Stuttgarter Philharmoniker standen den OH! als Festspielorchester bei „Otello“ und den Last Nights als langjähriger Partner erneut zur Seite.
7. Presseabdeckung und Social Media
Die Medien-Resonanz auf die Opernfestspiele Heidenheim 2026 ist überaus positiv. Sowohl die Tagespresse aus Baden-Württemberg war vertreten als auch die Fachpresse durch alle wichtigen Magazine sowie zahlreiche Onlinemedien. Die regionale Berichterstattung war umfangreich und wurde mit Anzeigenschaltungen durch die Opernfestspiele flankiert. Erneut fanden einige der wichtigsten Kulturjournalisten des Landes unter anderem beim Quartett der Kritiker ihren Weg nach Heidenheim und berichteten über die Premieren und die Festspiele im Allgemeinen. Das Onlineportal Opern.News betitelte die OH! als „Hochkultur-Sensation“, SWR Kultur als „eines der interessantesten Opernfestivals“, concerti als „eine der großen Destinationen der sommerlichen europäischen Festivals“.
Die Social-Media-Kanäle der Opernfestspiele wurden durch einen externen Dienstleister bespielt; die Zahlen zu Wachstum und Reichweitenerhöhung auf diesem Gebiet werden in den Sozialen Medien bekannt gegeben.
8. Fazit von Ministerpräsident, Oberbürgermeister, Bürgermeister und Kuratoriumsvorsitzender
Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Cem Özdemir, zeigt sich nach seinem Besuch begeistert: „Die Opernfestspiele Heidenheim sind ein herausragendes Beispiel exzellenter Kunst im ländlichen Raum. Sie haben sich zu einem wichtigen Aushängeschild für Baden-Württemberg und weit darüber hinaus entwickelt, begeistern sowohl das heimische Publikum als auch Gäste aus aller Welt und zeigen, dass auch fernab der Landeshauptstadt Hochkultur genossen werden kann. Die Opernfestspiele tragen zur Attraktivität und zum Ansehen der Stadt Heidenheim und der Region Ostalb bei. Meine Frau und ich waren begeistert von der Premiere von Giuseppe Verdis ‚Macbeth‘. Unser Besuch der Heidenheimer Opernfestspiele hallt nach.“
Der Heidenheimer Oberbürgermeister Michael Salomo betont: „Die Opernfestspiele sind nicht nur ein wichtiger Standortfaktor für die Stadt und die Region, sondern auch ein kultureller Leuchtturm, der in ganz Deutschland und zunehmend auch europaweit wahrgenommen wird. Das ist zum einen Marcus Bosch als Intendanten zu verdanken, der die Entwicklung der Festspiele mit Leidenschaft und Können vorantreibt. Zum anderen aber auch dem Team, das im Hintergrund Jahr für Jahr großartige Arbeit leistet und ein Festival von höchster Qualität in einer Stadt mit nur 50.000 Einwohnern ermöglicht. Das gilt auch für die Gewerke, die unsere Stadt im Sommer zusätzlich beleben und mit Kreativität und Sachverstand exzellente Kunst möglich machen.“
Der Bürgermeister der Stadt Heidenheim, Johannes Krombach-Champiomont, zeigt sich stolz auf die Opernfestspiele: „Dass es hier vor Ort ein derart herausragendes Festival gibt, das Jahr für Jahr zahlreiche Opernliebhaber, kulturinteressierte Gäste, renommierte Journalistinnen und Journalisten sowie viele Neugierige nach Heidenheim zieht, ist alles andere als selbstverständlich. Die Opernfestspiele sind ein kulturelles Aushängeschild mit Strahlkraft weit über die Region hinaus – darauf können wir hier in Heidenheim mit Recht stolz sein. In dieser Saison war ich erstmals als Bürgermeister bei den Opernfestspielen Heidenheim zu Gast und war tief beeindruckt von dem großen Engagement aller Beteiligten und der hohen Professionalität, mit der das Festival organisiert und durchgeführt wird. Man spürt in jedem Bereich die Leidenschaft und den hohen Anspruch, mit dem hier gearbeitet wird. Ich freue mich sehr auf eine vertrauensvolle und fruchtbare Zusammenarbeit mit dem gesamten Team rund um Marcus Bosch und darauf, die Erfolgsgeschichte der OH! gemeinsam weiter begleiten zu dürfen.“
Britta Fünfstück, Vorstandsvorsitzende der Paul Hartmann AG und Vorsitzende im Kuratorium der OH! ergänzt: „Unsere Festspiele sind ein nicht wegzudenkender Teil der Heidenheimer DNA. Als kulturelles Highlight im Sommer stehen sie schon weit im Vorfeld in allen Kalendern, als Treffpunkt für Musikfreunde aus aller Welt sind sie ein Aushängeschild. Dass das so wahrgenommen wird, lässt sich auch am finanziellen wie ideellen Engagement der Wirtschaft und der Bürgerschaft ablesen, die gemeinsam mit der Stadt und dem Land die Bedeutung der Opernfestspiele für Heidenheim erkannt haben und denen die Zukunft der OH! am Herzen liegt.“
9. Ausblick
Die Opernfestspiele stehen in der Saison 2027 unter dem Motto „Sprengkraft“ und bringen mit „Lohengrin“ nach dem „Fliegenden Holländer“ (2017) und „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“ (2022) erneut eine Oper von Richard Wagner in den Rittersaal. In der Reihe der frühen Opern Giuseppe Verdis im Festspielhaus CCH steht in chronologischer Reihenfolge „I masnadieri“ nach Schillers „Die Räuber“ auf dem Programm. Das gedruckte Festspielprogramm für die kommende Saison erscheint im November, der Kartenvorverkauf für die OH! 2027 startete bereits am 4. Juli 2026 nach der Premiere von „Otello“.
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