Sanierungsgebiet „Schnaitheim-Hagen“
Durch Gemeinderatsbeschluss vom 12.05.2016 wurde das Gebiet „Schnaitheim-Hagen“ förmlich als Sanierungsgebiet festgelegt. Die Laufzeit wurde bis 30.04.2027 verlängert. Das Sanierungsgebiet „Schnaitheim-Hagen“ liegt im Stadtteil Schnaitheim, der im Norden an die Heidenheimer Kernstadt angrenzt. Es erstreckt sich westlich und östlich der Bahn-Haltestelle Heidenheim-Schnaitheim und umfasst neben der ehemaligen Arbeitersiedlung Hagen den Bereich um die Hirscheckschule und die Turn- und Festhalle.
Auslöser für die Überlegung, Fördermittel für das Gebiet „Hagen“ zu beantragen, waren die Bedürfnisse und Wünsche von Bürgern, die bei einer Bürgerwerkstatt im November 2013 artikuliert wurden. Insbesondere bezüglich des Straßenraums sowie des öffentlichen Raumes, aber auch hinsichtlich der Gebäudesubstanz besteht im Hagen Handlungsbedarf.
Durch die Sanierungsmaßnahme „Schnaitheim-Hagen“ sollen unter anderem die Flächen zwischen Bahnlinie und Fabrikstraße sowie das Schäfer-Areal neugeordnet werden. Für die Fläche zwischen Fischerweg und Hirscheckschule ist das Ziel, einen nutzbaren Ortsmittelpunkt zu schaffen. Ebenfalls ist das Ziel, die Wegeverbindungen zwischen dem Ost- und dem Westteil des Sanierungsgebiets zu stärken und die Fußgängerbrücke über die Bahn zu erneuern. Bei etlichen Straßen ist festgehalten, dass sie umgestaltet werden müssen, darunter auch die Herter-, die Eberhard- und die Turnstraße. All dies dient den Zielen der Generationengerechtigkeit, der energetischen Erneuerung und der Flächenersparnis im Außenbereich. Durch Gemeinderatsbeschluss am 25.07.2019 wurden die Sanierungsziele in Schnaitheim-Hagen in Form eines städtebaulichen Rahmenplans weiterentwickelt und festgelegt.
Als eines der Sanierungsziele soll die Fläche zwischen Bahnlinie und Fabrikstraße als Wohnbebauung aktiviert werden. Hierfür wurden auf dem Schäfer-Areal unterschiedliche Gebäude- und Wohnformen, angepasst an die konkreten Bedingungen und eingefügt in das städtebauliche Umfeld, geschaffen.
Das Sanierungsprogramm
Mit dem Städtebauförderprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ unterstützen Bund und Länder die Kommunen dabei, den demographischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel in Gebieten, die von erheblichen städtebaulichen Funktionsverlusten und Strukturveränderungen betroffen sind, zu bewältigen. In Baden-Württemberg konzentriert sich das Förderprogramm in erster Linie auf die Wiederbelebung brachliegender Flächen und die Stärkung von Innenstädten und Ortszentren durch Bestandserneuerung.
Bürgerbeteiligung
Vorbereitende Untersuchung
Eine erfolgreiche städtebauliche Sanierung ist nur durch intensive Zusammenarbeit aller Beteiligten und Interessierten möglich.
Bei einem Bürgerinformationsabend und einem Stadtteilspaziergang hat die Stadtverwaltung frühzeitig über das Projekt und seine Möglichkeiten informiert. Zahlreiche Interessierte nahmen die Gelegenheit wahr, ihre konkreten Fragen an die Stadtverwaltung zu richten und wichtige Themen direkt einzubringen.
Die Ergebnisse aus den verschiedenen Formen der Bürgerbeteiligung flossen in den Bericht über die vorbereitenden Untersuchungen ein und werden im weiteren Verfahren berücksichtigt.
Fußgängersteg
Zur Umsetzung der geplanten Maßnahmen ist es wichtig, die Bewohnerschaft aktiv einzubinden. Im Rahmen einer Bürgerversammlung wurden interessierte Bürgerinnen und Bürger über den Abbruch und Neubau des Fußgängersteges am Bahnhof Heidenheim-Schnaitheim informiert.
Fischerweg – Platzgestaltung
Die Bürgerinnen und Bürger haben den Wunsch nach einem zentralen Platz im Gebiet geäußert. Um bedarfsgerecht planen zu können wurden zwei Treffen durchgeführt. Alle lokalen Akteure sowie Schlüsselpersonen waren eingeladen, ihre Anregungen, ihre Nutzungsbedürfnisse sowie ihre Ideen einzubringen. Anschließend wurden diese Ergebnisse aufgegriffen und durch einen Entwurfsplan konkretisiert.
Die Baumaßnahmen sind zwischenzeitlich abgeschlossen (mehr Informationen siehe unter: Projekte – Umbau Fischerweg / Am Jagdschlößle mit Platzgestaltung)
Projekte
Umbau Fischerweg / Am Jagdschlößle mit Platzgestaltung
Zur Stärkung der Aufenthaltsqualität wurde der Fischerweg zu einem multifunktional nutzbaren Ortsmittelpunkt (attraktive Veranstaltungsfläche) umgestaltet.
Im Vorfeld der Neugestaltung des Platzes im Bereich Hirscheckschule/Turn- und Festhalle fanden im Jahr 2017 zwei Planungsgespräche mit den lokalen Akteuren statt. Aus der Bürgerschaft kam die Idee, den Platz als zentralen Dorfplatz zu deklarieren (vgl. Bürgerbeteiligung). Die Anregungen wurden von der Stadtverwaltung aufgenommen und in die Gestaltungsplanung eingearbeitet.
Im Frühjahr 2020 konnten die Baumaßnahmen erfolgreich abgeschlossen werden. Durch die Umgestaltung wurde der Fischerweg städtebaulich aufgewertet und es konnte eine optische Abgrenzung zum Schulbereich geschaffen werden. Zudem konnte durch die Maßnahme die Parksituation im Bereich Bahnhof/Turn- und Festhalle deutlich verbessert werden.
Auch die Arbeiten für die Neugestaltung der Straße „Am Jagdschlößle“ sind zwischenzeitlich abgeschlossen. Die Straße wurde barrierefrei ausgebaut, die Gehwege sind nun auf Fahrbahnniveau abgesenkt. Da in der Straße viel Radverkehr unterwegs ist, entstand an dieser Stelle Heidenheims erste Fahrradstraße.
Umgestaltung Querstraßen
Die Umgestaltung der Herterstraße, der Eberhardstraße, der Fabrikstraße, der Georgstraße und der Turnstraße wurde inzwischen abgeschlossen. Derzeit erfolgt die Umgestaltung der Jakobstraße (zwischen Turn- und Schäferstraße). Im Jahr 2026 erfolgt der Umbau der Albrechtstraße (zwischen Schäfer- und Hirschhaldestraße), die Sanierung des 2. Bauabschnitts der Jakobstraße (zwischen Schäfer- und Hirschhaldestraße) sowie der Umbau der Schäferstraße.
Fußgängersteg
Am 23.03.2017 wurde der Abbruch des Fußgängersteges im Technik- und Umweltausschuss beschlossen. Grund für den geplanten Abbruch ist, dass sich das Bauwerk in so schlechtem Zustand befindet, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass einzelne Teile abfallen.
Der Fußgängersteg wurde im Oktober 2019 abgebrochen. Die Vergabe der Gründungsarbeiten für den Neubau wurde in der Sitzung des Umwelt- und Technikausschusses am 14.07.2020 beschlossen.
Der Fußgängersteg wurde zwischenzeitlich errichtet und die Eröffnung erfolgte am 4. Juni 2021.
- Fußgängersteg am Bahnhof Heidenheim-Schnaitheim (Bürgerinfoportal)
- Beschluss - Fußgängersteg am Bahnhof Heidenheim-Schnaitheim (Bürgerinfoportal)
Schäfer-Areal
Der Bereich der ehemaligen Zigarrenfabrik wurde von einem privaten Investor gekauft. Wie im Rahmenplan für das Sanierungsgebiet vorgesehen, wurde neuer Wohnraum geschaffen. Neben mehreren Doppelhäusern werden auch drei Mehrfamilienhäuser realisiert. Die Bebauung des Areals mit unterschiedlichen Wohnformen ist fast abgeschlossen.
Förderinformationen
Stadtentwicklungskonzept
Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) der Stadt Heidenheim setzt sich aus mehreren miteinander verknüpften und aufeinander aufbauenden Konzepten, Zielkatalogen und Maßnahmenplänen zusammen. Im Hinblick auf die Stadterneuerung sind die wichtigsten Bausteine daraus zusammengetragen. Damit wird dokumentiert, dass die Stadtentwicklung in Heidenheim ebenso zielgerichtet wie konsequent betrieben wird und ein wesentliches Element dieser Stadtentwicklung die städtebauliche Erneuerung in den verschiedenen Sanierungsgebieten war und ist.
Die Attraktivität der (Innen-)Stadt, die „Stadt der kurzen Wege“, ein vielfältiges Wohnungsangebot, das weitgehende Vermeiden neuer Wohnbaulandausweisungen, Energieeinsparung, Aufwertung vorhandener Bausubstanz und Identifikation mit dem Quartier sind allesamt Motive, um die Instrumente der städtebaulichen Erneuerung einzusetzen. Das ISEK ist kein in sich abgeschlossenes Planwerk, sondern reagiert flexibel auf sich ändernde Anforderungen.
Am 14.05.2013 hat der Gemeinderat der Stadt Heidenheim das ISEK erstmals beschlossen, ebenso seine jährliche Fortschreibung. Die Fortschreibung von 2023 liegt vor. Aktuell laufen Vorbereitungen für die weitere Fortschreibung des Konzepts.
Das Team
Ihre Anregungen und Hinweise nimmt Frau Kurz von der Stadtverwaltung Heidenheim gerne entgegen.
Mit der Durchführung der Sanierungsmaßnahme hat der Gemeinderat die Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH beauftragt. Hier können Sie sich gerne an unser Team wenden.








