„Otello“ zeigt den tiefen Fall eines Helden
Liebe, Intrigen, Misstrauen und schließlich der Fall eines Helden: Ab dem 3. Juli zeigen die Opernfestspiele Heidenheim eine der berühmtesten Operntragödien mit Giuseppe Verdis „Otello“ um 20 Uhr im Rittersaal auf Schloss Hellenstein.
Im Zentrum der Oper nach dem gleichnamigen Drama William Shakespeares steht der Titelheld, ein Feldherr, der aufgrund seiner Herkunft immer ein Ausgestoßener sein wird. Trotz seiner Heirat mit Desdemona und dem damit verbundenen sozialen Aufstieg, bleibt stets ein Makel an ihm haften. Als der bei einer Beförderung übergangene Jago Rache schwört und Otello glauben macht, Desdemona betrüge ihn mit einem anderen Mann, scheinen dessen Ängste wahr zu werden. Angestachelt von Eifersucht und dem eigenen Minderwertigkeitsgefühl entschließt sich Otello zu einer blutigen Tat.
Die Regie von Verdis spätem Meisterwerk liegt in den Händen der italienischen Regisseurin Rosetta Cucchi, die 2024 bereits eine packende Inszenierung von „Madama Butterfly“ auf die Bühne der Opernfestspiele gebracht hat. Ebenfalls wieder Teil des Teams ist ihre damalige Kostümbildnerin Claudia Pernigotti. Erstmals in Heidenheim arbeitet hingegen der Bühnenbildner Matthias Kronfuss, der für die Produktion einen poetischen Raum entwickelt hat, der die Geschichte mit Videoeinspielungen ergänzt. Für die Titelpartie konnte erneut Sung Kyu Park verpflichtet werden, der bei den Opernfestspielen zuletzt in der Titelrolle in „Don Carlo“ und als Zamoro in „Alzira“ große Erfolge feierte. Seinen Gegenspieler Jago singt der in Heidenheim bestens bekannte Marian Pop (zuletzt Gusmano in „Alzira“ und Ezio in „Attila“). Camille Schnoor (Desdemona) war bereits 2024 in der Titelpartie in „Madama Butterfly“ zu erleben, als sie kurzfristig einsprang und das Publikum begeisterte. Adam Sánchez (Cassio), Musa Nkuna (Roderigo), Johannes Maria Wimmer (Lodovico), Svilen Denchev (Montano), Rory Dunne (Herold), Jade Phoenix und Julia Rutigliano (beide Emilia) vervollständigen die Besetzung.
Verdi und Shakespeare bieten die Opernfestspiele in dieser Saison gleich im Doppelpack: Am 16. und 18. Juli zeigen die OH! „Macbeth“ in der Urfassung von 1847 als Teil der Reihe der frühen Opern Verdis in ihrer chronologischen Reihenfolge. Einen Einblick in die Arbeit des Regieteams von „Otello“ können interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer am Sonntag, 28. Juni, um 11 Uhr in der Schlosskirche auf Schloss Hellenstein erlangen. Marcus Bosch, Rosetta Cucchi, Claudia Pernigotti und Matthias Kronfuss sprechen dort über ihr Konzept, Mitglieder des Ensembles machen zudem Lust auf die Oper.
Karten sind online unter opernfestspiele.de, bei der Stadt-Information in der Christianstraße und im Ticketshop der Heidenheimer Zeitung erhältlich.
Infos kompakt
„Otello“
Dramma lirico in vier Akten von Giuseppe Verdi
Otello, Befehlshaber der venezianischen Flotte Sung Kyu Park
Jago, Fähnrich Marian Pop
Cassio, Hauptmann Adam Sánchez
Roderigo, venezianischer Edelmann Musa Nkuna
Lodovico, Gesandter der Republik Venedig Johannes Maria Wimmer
Montano, ehemaliger Gouverneur von Zypern Svilen Denchev
Ein Herold Rory Dunne
Desdemona, Otellos Gemahlin Camille Schnoor
Emilia, Jagos Gemahlin Jade Phoenix/Julia Rutigliano
Musikalische Leitung Marcus Bosch
Inszenierung Rosetta Cucchi
Bühne & Video Matthias Kronfuss
Kostüme Claudia Pernigotti
Lichtdesign Hartmut Litzinger
Dramaturgie Gerhard Herfeldt
Festspielorchester Stuttgarter Philharmoniker
Festspielchor Tschechischer Philharmonischer Chor Brünn
Donnerstag, 3. Juli 2026, 20 Uhr | Premiere
10. | 11. | 17. | 24. | 25. Juli 2026, jeweils 20 Uhr
Rittersaal auf Schloss Hellenstein
bei ungünstiger Witterung: Festspielhaus CCH, Hugo-Rupf-Platz 1, 89522 Heidenheim
Werkeinführungen jeweils um 19.10 Uhr und 19.30 Uhr
Tickets (€ 19,00–120,00 | ermäßigt € 13,30–84,00)
Telefonisch: 07321 327-7777
Online unter www.opernfestspiele.de
Stadt-Information Heidenheim, Christianstraße 2, 89522 Heidenheim
Ticketshop der Heidenheimer Zeitung, Olgastraße 15, 89518 Heidenheim

