Museumsmusik in Heidenheim
Echt alt! - Bach, historisch musiziert
Die historischen Museen, der Heimat- und Altertumsverein sowie die Musikschule Heidenheim laden zur ersten Museumsmusik am Sonntag, 10. Mai, um 11 Uhr ins Museum Hellenstein ein.
In der Schlosskirche mit ihrer wunderbaren Akustik kommt mit "Bach, historisch musiziert" sowohl das wertvolle Cembalo der Musikschule als auch eine Violine in historischer Mensur und Stimmung zur Geltung.
Aida Perez Luquerna, mit internationaler Studien- und Konzerterfahrung im Schwerpunkt Barockmusik, und Yoko Johannsen, die als Pianistin das historische Instrument für sich entdeckt hat, unterrichten beide an der Musikschule Heidenheim und haben sich für dieses Konzert Werke von Johann Sebastian Bach ausgewählt:
Das berühmte "Italienische Konzert" gilt als eines der wenigen Instrumentalkonzerte ohne Orchesterbegleitung. Durch den Wechsel der beiden Manuale auf dem Cembalo werden die verschieden abgestuften Dynamiken und Klangfarben nachgeahmt. Das Werk ist stark von der Musik des italienischen Barock beeinflusst und ist Resultat der langjährigen Beschäftigung Bachs mit diesem Stil.
In der E-Dur-Partita für Violine solo findet man eher Bachs Verarbeitung französischer Eindrücke. Abgesehen vom Preludio tragen alle Sätze französische Bezeichnungen. Es handelt sich um „Galanterien“, wie man damals sagte, Modetänze vom französischen Hof. Entsprechend farbig und vielseitig ist die 8-sätzige Suite aufgebaut. Einen festlichen Ton der Suite gibt das Preludio vor, die glanzvollste Etüde in Dreiklangsbrechungen, die Bach geschrieben hat und die jedem Geigen-Studierenden irgendwann als technische Herausforderung begegnet.
Gemeinsam musizieren die Künstlerinnen zum Abschluss die Sonate G-Dur BWV 1019 für Violine und Cembalo. Sie zählt als Zyklus mit fünf weiteren Werken zu den ersten Violinsonaten der Musikgeschichte, in denen das Tasteninstrument aus der Rolle der bloßen Begleitung im Generalbass heraustritt und zum gleichberechtigten Partner der Violine wird.
Eine Besonderheit dieser Sonate ist ein eingefügter Solo-Cembalosatz, der dem Instrument einen besonderen Raum zur Entfaltung bereitet.
Der erste Bach-Biograph, Johann Nikolaus Forkel, beschrieb 1802 die „Sechs Sonaten fürs Clavier mit Begleitung einer obligaten Violine“ als „äußerst sangbar und charaktervoll. Die Violinstimme erfordert einen Meister. Bach kannte die Möglichkeiten dieses Instruments und schonte es eben so wenig, als er sein Clavier schonte.“
Der Eintritt zum Konzert ist frei - Spenden erbeten.
Der Besuch des Museums ist im Anschluss - mit Ticket - möglich.
