Kunst & Museen
Das historische Erbe der Stadt Heidenheim ist außerordentlich reich und deckt von der Faustkeilkultur bis zum explosionsartigen industriellen Wachstum im 19. und 20. Jahrhundert alle wichtigen Phasen der Menschheitsgeschichte und der Zivilisationsentwicklung ab. Das hier gezeigte Bild ist um 1750 entstanden. Die eher bescheidene Größe des mittelalterlichen Stadtumgriffs ist darin sichtbar. Neben Burg und Schloss Hellenstein sind die drei Tortürme, die Michaelskirche, das ehemalige Rathaus und die nach Süden als Vorstadt angelegte Webersiedlung "Im Flügel" zu sehen. Bei der lavierten Tuschzeichnung handelt es sich um eine der zuverlässigsten Quellen der Heidenheimer Stadtgeschichte.
Schon wenige Jahrzehnte nach dieser vom Zeichner eingefangenen Momentaufnahme setzte durch den Flächenbedarf der Textil- und später der Maschinenbauindustrie eine Bautätigkeit ein, die Ende des 19. Jahrhunderts die gesamte Talaue der Brenz für sich in Anspruch nehmen sollte. In römischer Zeit stand in Heidenheim eine 1.000 Mann starke Reiterkaserne. Daneben erhob sich ein monumentaler Verwaltungsbau samt Therme, so etwas wie ein antikes Landratsamt. Die römische Geschichte wird im "Museum im Römerbad" erschlossen. Das Schloss Hellenstein ist Heimat für zwei weitere historische Museen. Im Fruchtkasten befindet sich eine Zweigstelle des Landesmuseums Württemberg in Stuttgart, das Museum für "Kutschen, Chaisen und Karren", welches die Geschichte des Landverkehrs in seinen sozialen und ökonomischen Zusammenhängen bis zur Entwicklung des Kraftfahrtzeugs bearbeitet. Außerdem befindet sich in der Schloss-Anlage das "Museum Schloss Hellenstein", in dem verschiedene, regelmäßig wechselnde Ausstellungen gezeigt werden.
An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entstanden kurz hintereinander so bedeutende öffentliche Gebäude wie die Pauluskirche, das Stadtbad und das Konzerthaus. Das Stadtbad wird heute als Kunstmuseum und als städtische Galerie genutzt. Darin befindet sich als Dauerausstellung die weltweit größte Sammlung mit Originalplakaten von Pablo Picasso. In der ehemaligen Schwimmhalle wird Gegenwartskunst und die klassische Moderne gezeigt.