Waldbegang mit Gemeinderat

Laub- oder Nadelholz? Welche Baumarten am besten zu unseren Böden und dem veränderten Klima passen, lernten die Mitglieder des Gemeinderats beim Waldbegang.

Stadtförster Horst Bührle erklärt die Zusammenhänge der Waldwirtschaft.

Oberbürgermeister Bernhard Ilg und Stadtförster Horst Bührle führten zusammen mit Oberforstrat Jens-Olaf Weiher und Noemi Jost vom Fachbereich Wald und Naturschutz des Landratsamts durch den Asang auf Gemarkung Schnaitheim. Schwerpunkt der Informationsveranstaltung waren die Nadelhölzer und die Bedingungen, unter denen sie wachsen.

Unter Landwirtschaft und Industrie haben die Waldböden noch vor 200 Jahren sehr gelitten. Um die verwüsteten Flächen wieder in Wald zu verwandeln, wurden damals in der ersten Waldgeneration fast ausschließlich Nadelhölzer aufgeforstet. Die waren unempfindlich gegenüber Frost und Hitze und wuchsen schnell. Die Fichte wird es auch weiterhin geben, aber sie ist auf sehr gute, tiefgründige Böden angewiesen, wie sie im Stadtwald kaum gibt.

Der Nachteil schlechter Böden wird durch den Klimawandel noch verstärkt. Dies wirkt sich auch auf den Ertrag des Stadtwaldes aus. Deutlich toleranter als die Fichte ist die Douglasie. Die Forstwirtschaft setzt sie heute bevorzugt in einer Mischung mit der Buche ein. Typisch für Mitteleuropa sind die Laubbäume. Ohne Forstwirtschaft würde sich unser Wald in einen reinen Laubwald mit überwiegend Buchen, vereinzelt auch Eichen, Eschen und Ahorn entwickeln.

Die Forstexperten erklärten unterwegs die zwingend notwendigen umfangreichen Pflege- und Durchforstungsmaßnahmen. Das ist nicht immer einfach, wenn der Wald in Siedlungsnähe steht oder das Gelände steil ist. Bis aus einer Pflanzung ein hiebreifer Wald wird, ist ein hoher Aufwand erforderlich. Auf eine Fläche mit rund 150 bis 200 Bäumen stehen waren am Anfang eine Million Baumpflänzchen erforderlich.

(18. Oktober 2016)

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