Schloss Hellenstein im Sommer. Foto: Oliver Vogel

Picasso-Teller versteigert

Im Jahr 2000 konnte das Kunstmuseum unter der Leitung von Dr. René Hirner einen Keramikteller von Pablo Picasso erwerben, der seitdem im Heidenheimer Ausstellungshaus zu sehen ist.

Picasso-Teller
Picasso-Teller; Kunstmuseum Heidenheim

Der damalige Preis von 20.000 DM bewies sich in der vergangenen Woche als gute Investition. Denn bei einer Versteigerung der Auktionshauses Christie’s am 16. Mai erzielte das gleiche Werk, das Picasso 1956 in einer Auflage von 100 Stück fertigen ließ, einen deutlich höheren Preis, nämlich 201.600 US-Dollar. Damit hat sich der Wert des Objekts verzwanzigfacht.

Die Keramikarbeit sowie ein kompositorisch identisches Plakat, das ebenfalls im Kunstmuseum zu sehen ist, zeigen die Fähigkeit des Künstlers, mehrere vereinfachte Motive miteinander zu verschmelzen. Im Zentrum einer ovalen Form, die entfernt an eine Stierkampfarena erinnert, ist ein lächelndes Gesicht aus zwei Kreisen, einem Dreieck und einem halbmondförmigen Mund zu sehen. Zwei darüber befindliche Hörner verwandeln das Motiv gleichsam in einen Stierkopf. Links und rechts sind zudem zwei weitere Köpfe mit zackenförmigen Profil zu sehen, die Zuschauer darstellen.

Zwischen den Stierhörnern ist der Name Vallauris zu lesen. Bereits 1948 ließ sich Picasso in dieser südfranzösischen Stadt nieder, welche bereits seit dem 16. Jahrhundert durch die Herstellung von Keramik bekannt ist. Picasso hat durch seine Kunst die Neuerfindung der keramischen Kunst in Vallauris wesentlich mitgeprägt und durch die dortige Tradition wesentliche Impulse erfahren, was sich in den rund 3000 Keramikwerken im Gesamtwerk des Ausnahmekünstlers zeigt.

(Erstellt am 01. Juni 2022)

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