Schloss Hellenstein im Sommer. Foto: Oliver Vogel

Geflüchtete in Heidenheim – Stadt prüft Unterbringung in Sporthallen

Die Stadt Heidenheim hat voraussichtlich von Januar, spätestens Februar an keine Möglichkeiten mehr, weitere Wohnungen anzumieten, um geflüchtete Menschen im Anschluss an die Erstaufnahme durch den Landkreis unterzubringen.

Die Stadt hat reagiert, wird Wohncontainer beschaffen und prüft parallel, welche Sporthalle – im Fall der Fälle – für eine vorübergehende Unterbringung von Geflüchteten infrage kommt. Im Verlauf dieses Jahres sind nach Angaben des Landratsamts allein aus der Ukraine etwa 1500 Geflüchtete im Landkreis Heidenheim eingetroffen. In der Stadt Heidenheim wiederum befinden sich aktuell 574 gemeldete Menschen aus der Ukraine, davon sind 327 Menschen privat untergebracht; 206 Menschen aus der Ukraine befinden sich in der vorläufigen Unterbringung des Landkreises innerhalb der Stadt; 41 Menschen aus der Ukraine befinden sich bereits in der Anschlussunterbringung. Insgesamt, mit geflüchteten Menschen aus der Ukraine, sind aktuell 290 Menschen in der Anschlussunterbringung der Stadt.

„Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und der Zustrom von Menschen aus anderen Krisengebieten der Welt, etwa Syrien, stellen uns weiter vor große Herausforderungen. Ungeachtet dessen arbeiten wir mit Hochdruck daran, unseren Aufgaben als Kommune und unsere humanitäre Pflicht im Rahmen der Menschlichkeit zu erfüllen“, sagt Oberbürgermeister Michael Salomo. Bürgermeisterin Simone Maiwald: „Wir appellieren an die Menschen in Heidenheim, die Schritte der Verwaltung mitzutragen. Die Menschen, die zu uns kommen, fliehen vor Krieg und damit vor Zerstörung, Leid und Tod.“

Die Verwaltung stand in den vergangenen Monaten in regem Kontakt mit Immobilieneigentümer*innen, um kontinuierlich weiteren Wohnraum zu beschaffen – mittels Kauf- wie auch mittels Mietverträgen.

Einerseits sind die Kapazitäten endlich, andererseits konnte in einigen Verhandlungen trotz wiederholter Gespräche keine Übereinkunft erzielt werden. Aktuell belaufen sich die Kosten für die Unterbringung der Menschen aus Kriegs- und Krisenregionen, nicht nur aus der Ukraine, auf mehr als eine halbe Million Euro jährlich.

In einer ersten Abstimmung mit dem Ältestenrat des Gemeinderats herrscht Einigkeit dahingehend, dass ältere städtische Objekte nun ertüchtigt werden und mindestens ein Objekt gekauft werden soll, um weitere Wohnungen bereitstellen zu können. Die Finanzierung soll über ein Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau erfolgen, das bereits bewilligt ist.

Einigkeit herrscht auch dahingehend, dass die Beschaffung von Wohncontainern parallel in die Wege geleitet wird. Diese werden dann entweder auf dem Gelände „Klein-Zürich“ oder am Bahnhof Schnaitheim installiert. Die Stadtverwaltung wird über Standorte vor einem Aufbau rechtzeitig informieren. Aufgrund aktuell langer Lieferzeiten wird es bei einem anhaltenden Zustrom geflüchteter Menschen womöglich notwendig werden, wie andere Städte aktuell auch auf eine Sporthalle zur Unterbringung auszuweichen.

Welche Halle dafür infrage kommt, wird aktuell geprüft. Die Prüfung beinhaltet auch, wie viele Menschen dort untergebracht werden können. Klar ist, dass die betroffene Halle für die Dauer der Belegung mit Geflüchteten weder für den Schul- noch für den Vereinssport bereitsteht. Die Stadt Heidenheim steht hierbei zudem im engen Kontakt zum Landkreis Heidenheim, der bereits im Verlauf dieses Jahres ein Konzept zur Unterbringung von Geflüchteten in einer Halle erstellt hat. Ein Konzept, das die Stadtverwaltung gegebenenfalls als Grundlage heranziehen kann.

(Erstellt am 24. November 2022)

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