Schloss Hellenstein im Sommer

Biotopvernetzungen der Stadt Heidenheim 2020/21

Die Stadt Heidenheim hat in den Jahren 2020/2021  im Außenbereich zwei größere Arbeiten vorgenommen, gefördert von der Stiftung Naturschutzfond Baden Württemberg. Damit setzt die Stadt den Aufbau von geschützten Naturräumen in den vergangenen Jahren fort.

Oberer Teich im Januar 2021
Oberer Teich im Januar 2021
Oberer Teich im Sommer 2021
Oberer Teich im Sommer 2021

Auf der schwäbischen Alb sind Feuchtbiotope aufgrund des Karsts absolute Mangelware. Die wenigen vorhandenen Biotope wurden früher teilweise zugeschüttet, dräniert und in Nutzland umgewandelt, wenige bleiben erhalten. So gingen viele wertvolle Lebensräume verloren. Deshalb ist es wichtig, neue Biotope zu schaffen, um die Vielfalt in der Natur zu steigern, den Arten wieder einen Lebensraum zu bieten und um Räume auch miteinander zu verbinden. Diese Biotope lassen sich nicht beliebig an jeder Stelle anlegen. Vielmehr benötigen sie ein Umfeld, das sich für ein Feuchtbiotop eignet. 

Feuchtbiotop und Graben in den Stäffeleswiesen

Der Geschäftsbereich Stadtentwicklung, Planung und Umwelt hat einen neuen Biotopkomplex aus verbundenen Feuchtflächen geschaffen. Das Biotop liegt in einer Feuchtwiese neben der Brenz und damit einen optimalen Standort. Ein alter, fast vergessener Wassergraben mit kleinem Tümpel, komplett verlandet und fast verschwunden, wurde renaturiert. 

Tiere und Pflanzen haben den neuen Graben und Tümpel erfreulicherweise bereits im ersten Standjahr schon voll besiedelt, die ökologische Bedeutung der Fläche hat massiv zugenommen. Die ersten Bewohner sind auch schon da, darunter unter anderem Libellen, Wasserläufer, Molche und Bachstelzen. Zudem wachsen am Graben bereits viele Pflanzen und zeigen einmal mehr, wie schnell die Natur den Raum erobert. Auch Fachleute sind immer wieder fasziniert, wie die Arten – sobald sich ihnen ein Lebensraum bietet – einen Bereich beleben, der zuvor eine intensiv bewirtschaftete Wiese war.

Mit relativ wenig Aufwand hat die Stadt mit Unterstützung einer externen Firma die Arbeiten vorgenommen und aus einer Wirtschaftswiese ein strukturreiches, sich schnell entwickelndes Biotop mit wertvollem Lebensraum für sehr viele Arten geschaffen, die im Vorfeld dort nicht vorkamen. Ein echter Zugewinn für die Natur. Die Kosten belaufen sich auf 3500 Euro.

Saures Mahd Oggenhausen

Im Sauren Mahd in Oggenhausen ist auf einer extensiv bewirtschafteten, dränierten Wiese ein großer Biotopverbund entstanden. Dort stehen nun zwei große Teiche mit 600 bzw. 370 Quadratmeter für die Tier- und Pflanzenwelt bereit, die weitläufig über einen abwechslungsreichen Graben miteinander verbunden sind. Die Drainagen wurden durchtrennt und das Drainagewasser in den Graben geleitet, sodass hier ein beständiger Wasserstand möglich ist. 

Im Januar 2021 bekam die Natur also eine „leere“ Biotopfläche zurück. Nur sechs Monate später war die Fläche bereits vollkommen begrünt und besiedelt. Auch im Sommer fließt künftig Wasser aus den Drainagen durch den Graben. Ungewöhnlich schnell haben sich die Wasserbewohner hier eingefunden, was zeigt, dass das Potenzial da ist, nur der Lebensraum dazu fehlte. Bereits im ersten Sommer fanden sich Wasserläufer, viele Libellenarten und mehrere Arten von Kaulquappen, auch die ersten Sumpfiris tauchten aus dem Nichts auf. Es entstanden Kosten in Höhe von 34.500 Euro.

Ein schöner Erfolg, den die Natur sichtbar vor Augen führt. Gleichzeitig ist das ein Ansporn, um weitere Aktionen zum Naturschutz zu veranlassen.

(Erstellt am 28. Oktober 2021)

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89522 Heidenheim an der Brenz
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