Musiktheater-Uraufführung in Heidenheim: Die Mundart-Kammeroper „Nau bens hald i“ über Georg Elser feiert als Pop-Up-Format am 18. Juli 2020 Premiere

Die Opernfestspiele Heidenheim hatten sich in der Planung für den Sommer 2020 mit vier Musiktheaterstücken dem brandaktuellen Thema „Macht“ gewidmet – nach der Absage aus den bekannten Gründen kann nun eines dieser Werke doch Premiere feiern im Rahmen des reduzierten Sommerprogramms der OH!.

© Agentur Hüper

Dabei wird mit dem Leben des inzwischen zur Legende gewordenen Hitler-Attentäters Georg Elser ein regionales Thema mit überregionaler und auch nationaler Bedeutung erstmals im Musiktheater aufgegriffen.
Die Pop-Up-Opera „Nau bens hald i“ blickt auf das Leben Georg Elsers, 75 Jahre nach seiner Hinrichtung durch die Nationalsozialisten. Mit einem Leiterwagen ziehen ein Sänger, zwei Musiker und einige Jugendliche durch die Straßen und erzählen in kurzen Episoden vom Anderssein, vom Querdenken, von Macht und Auflehnung und vom Spiegel, den Georg Elser uns vorhält. Der Blick auf den in Königsbronn bei Heidenheim geborenen „schwäbischen Quertreiber“ hat sich im Laufe der Jahrzehnte enorm gewandelt. Die Konzeption des Stückes bezieht diese verschiedenen Sichtweisen durch die Verwendung mehrerer Zeitebenen mit ein.

Die alte Tradition der musizierenden und Geschichten erzählenden und singenden Troubadure wird in „Nau bens hald i“ wieder aufgenommen; das wird deutlich durch die kleine Besetzung, die Dauer von nur gut 20 Minuten und das Format als transportable Produktion ohne Bühnenbild und mit nur wenigen Requisiten. Die Aufführungsorte werden bekannt gegeben, doch es ist ausdrücklich auch gewollt, dass die Georg-Elser-Oper Passanten zum Verweilen und Zuhören anregt: Ein kleines aber wichtiges Stück Musiktheater für die Bürger in Heidenheim und in umliegenden Orten. Es soll im kommenden Jahr wieder aufgenommen werden.

Durch den Ausfall der großen Formate hält „Nau ben´s hald i“ die Fahne des Musiktheaters im Rahmen der „Klappstuhlkonzerte“ hoch – und das sogar als Uraufführung. Die Musik hat der Bayerische Schwabe Sebastian Schwab aus Donauwörth komponiert; er hatte ebenfalls die Musik geschrieben für die in diesem Jahr geplante Junge Oper „Wurst“ und konnte sich den Festspielbesuchern bereits vorstellen mit der Komposition der Partitur zu „Moses´ Entscheidung“ im selben Format von 2018. Für das Mundart-Libretto konnte Hendrik Rupp gewonnen werden, der als Karikaturist und ehemaliger Redaktionsleiter der Heidenheimer Zeitung in der Stadt wohlbekannt ist. Diese Produktion in schwieriger Zeit wurde ermöglicht durch die Treue der Sponsoren der OH! und durch das aus Bundes-, Stiftungs- und Sponsorenmitteln getragene Netzwerk Junge Ohren, das von Anfang an dieses Projekt unterstützt hat.

(14. Juli 2020)

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