Schloss Hellenstein im Sommer. Foto: Oliver Vogel

Familie, Bildung, Sport

Geflüchtete in Heidenheim

Aus Sicht der Volkshochschule ist die große Nachfrage ukrainischer Flüchtlinge nach Deutsch-Sprachkursen sowohl bei den Erwachsenen wie auch bei den Kindern aktuell das bestimmende Thema.

Derzeit nehmen 325 ukrainische Flüchtlinge an vhs-Kursen teil. Hierbei ist zu erwähnen, dass die Stadt Heidenheim den ergänzenden Deutsch-Sprachunterricht an den Heidenheimer Schulen (aktuell sind es sechs Schulen) aus eigenen Mitteln finanziert, die Kosten belaufen sich auf 20.000 Euro in 2022.

Es wird mit einer Zunahme der Flüchtlinge gerechnet. Aktuelle sind bereits über 300 Schüler in den Schulen in städtischer Trägerschaft. Die Kapazität der 15 Vorbereitungsklassen ist bereits jetzt nahezu erschöpft. Es ist zu erwarten, dass Geflüchtete in die Regelklassen aufgenommen werden müssen. Ziel ist es, die Kinder schnellstmöglich wieder in Regelklassen zu überführen.
 

Kinderbetreuung

Erstmalig baut die Stadt einen Jurten-Naturkindergarten am Standort Moldenberg für bis zu 20 Kindergartenkinder. Bei diesem Vorhaben werden gleich mehre der Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 umgesetzt. Beispielsweise werden die Lieferketten genauestens nachverfolgt und fast ausschließlich Materialien verwendet, die wiederverwertbar sind und in den Materialkreislauf zurückgeführt werden können. Der geplante Start ist im Sommer 2023.  

Ein weiteres Novum ist die Erweiterung des Waldkindergartens im Ugental durch eine neue Unterkunft in Form eines Kokons. Dieser ermöglicht die Betreuung von Kindern mit Gehbehinderung im Waldkindergarten.

Fachkraftmangel in Kitas

Der Fachkraftmangel ist nun voll in Heidenheim angekommen und es dauert immer länger, offene Erzieherstellen nach zu besetzen. Die Stadtverwaltung hat als Reaktion auf diese Entwicklung die Anzahl der Anerkennungspraktikantenstellen und in der praxisintegrierten Ausbildung (PIA) noch einmal deutlich erhöht. Dank der zusätzlichen Springerkräfte können die Betreuungszeiten bisher größtenteils noch aufrechterhalten werden. Künftig werden wir jedoch nicht darum herumkommen, die Betreuungszeiten teilwiese zu reduzieren.

Jugendveranstaltung "The Beach" beim Treff9

Mehr als sechs Wochen lang fanden im Zeitraum von Anfang Juli bis Mitte August zahlreiche Veranstaltungen beim Teff9 statt. Dort wurde eine Sandfläche extra hierfür aufgeschüttet, um eine Strandatmosphäre zu schaffen. Obwohl weniger Besucherinnen und Besucher das Angebot wahrgenommen haben als erwartet und trotz vielfacher Aufrufe in Sozialen Medien, ist das Ergebnis in Summe positiv.

Jugendbeteiligungsform "Hack the Hood"

Jugendliche können online seit Juni über das Programm Minetest virtuell Gebäude in Heidenheim nachbauen. Die zweite Bauphase schloss im September/Oktober an; hier konnten jungen Mitbürger*innen ihren Bedarf darstellen. Es können bestehende Plätze attraktiver gestaltet werden oder auch Neues kreativ ausgestaltet an den gewünschten Ort im virtuellen Heidenheim platziert werden. Die Ergebnisse werden im kommenden Jahr präsentiert und fließen als Grundlage in die weitere Jugendarbeit mit ein.

Hallensanierungen

Die Sanierung der Karl-Rau-Halle beginnt im Frühjahr 2023. Die Stadt erhält drei Millionen Euro Förderung aus dem Bundesprogramm Sport-Jugend und Kultur. Die Gesamtkosten für die Sanierung belaufen sich auf geschätzte 8,5 Millionen Euro. Die Sanierung stellt eine weitere Herausforderung hinsichtlich der Hallenkapazitäten dar.

Waldfreibad

Mit Spannung wird die Entscheidung über einen Bundeszuschuss zur technischen Sanierung des Waldfreibads im Bundesprogramm Sport, Jugend und Kultur erwartet. Die aktuellen Planungen belaufen sich auf 6,75 Millionen Euro bei einer möglichen Förderung von drei Millionen Euro.

Energiekosten

Energiepreise und die erforderliche Energieeinsparung durch das Energiesicherungsgesetz bedeuten für die Schulen, die Sportstätten, die Bäder und letztlich auch für die Vereine gravierende Einschnitte. Mit der Temperaturabsenkungen in den Gebäuden wird versucht, der enormen Kostensteigerungen entgegenzuwirken.

Für die 19 Sportstätten in Heidenheim werden jährlich ca. 3800 Megawattstunden Wärme und ca. 800 Megawattstunden Strom benötigt. Wir rechnen mit Preissteigerungen von 1. Januar 2023 an von 100 Prozent bei der Wärme und damit mit Mehrkosten in Höhe von 230.000 Euro inkl. Mehrwertsteuer sowie mit Mehrkosten beim Strom in Höhe von 30 Prozent, was 70.000 Euro zusätzliche Kosten verursachen wird, ebenfalls inklusive Mehrwertsteuer.

Aufgrund der Preissteigerung seit Mitte dieses Jahres ist eine Prognose schwierig, wir gehen aktuell von Mehrkosten in diesem Abrechnungsjahr für die Sportstätten in Höhe von 60.000 Euro (Wärme) und 20.000 Euro (Strom) aus.

Weitere Einsparungen auch im Sportbetrieb sind jedoch nicht ausgeschlossen und viele Sportvereine mit eigenen Hallen werden trotz des Betriebskostenzuschuss der Stadt durch die zusätzlichen Kosten vor erhebliche finanzielle Herausforderungen gestellt.

Die Stadt Heidenheim hat zudem entschieden, dass ihre Hallen und die Lehrschwimmbäder für die Dauer der Weihnachtsferien geschlossen werden. Alle Vereine sind darüber informiert worden. Veranstaltungen, die zuvor angemeldet waren, finden ungeachtet dessen statt.

Digitalpakt Schulen

Der Digitalpakt Schulen wird derzeit umgesetzt. Die Ausstattung der Schulen mit flächendeckendem W-Lan ist in der Umsetzung. Die Vergabe zur weiteren Ausstattung der Schulen gemäß der Medienentwicklungspläne soll noch im Jahr 2022 im Gemeinderat beschlossen werden.

Stadtteilarbeit

Die im Oktober 2021 begonnene Stadtteilarbeit in der Oststadt hat sich bereits etabliert, wird sehr gut angenommen und nimmt in der Oststadt bereits eine wichtige Brückenfunktion unter den Bürgern, den Akteuren und der Stadt ein. Verschiedene Aktivitäten und Projekte mit der Bürgerschaft und mit den Kooperationspartnern wurden bereits umgesetzt, alle mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit.

Das im Rahmen der Stadtteilarbeit in der Oststadt entstandene Urban Gardening-Projekt stößt auf immens großes Interesse. Auf einem von der Vonovia zur Verfügung gestellten Gelände stellt das gemeinsame Gärtnern ein konkretes Übungsfeld für den Zusammenhalt unter den unterschiedlichsten Gruppierungen von Bürgerinnen und Bürgern dar. 

Nach längerer Suche ist es gelungen, wieder Räumlichkeiten für die Stadtteilarbeit am Mittelrain zu finden, so dass die Stadtteilarbeit dort wieder Fahrt aufnehmen kann.

Nach der erzwungenen Pandemiepause konnten die Gruppenaktivitäten im Bürgerhaus wieder verstärkt stattfinden. Das Haus hat auch im Zusammenhang mit der Unterstützung von Geflüchteten aus der Ukraine eine besondere Bedeutung erlangt. Der Verein Heidenheim für Ukraine e.V. hat für seine Aktivitäten im Bürgerhaus eine Heimat gefunden und wird dort betreut.

(Erstellt am 13. Januar 2023)

Kontakt

Stadtverwaltung Heidenheim
Grabenstraße 15
89522 Heidenheim an der Brenz
Fax (0 73 21) 3 27-10 11