Kultusministerin sieht zu und hört hin

Einen ganzen Tag lang besuchte Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann den Landkreis Heidenheim und den Ostalbkreis. Auf ihrer Reise unter der Überschrift "Klassen-Treffen" beobachtete sie im Schulverbund im Heckental das Unterrichtsgeschehen und hörte sich die aktuellen Sorgen und Anliegen der Schulen und ihrer örtlichen Träger an.

Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann und Oberbürgermeister Bernhard Ilg, eingerahmt von den Landtagsabgeordneten Martin Grath (links) und Winfried Mack

An verschiedenen Stationen in beiden Landkreisen begegnete die Kultusministerin Vertretern aus der Kommunalpolitik, der Eltern- und Schülerschaft, der Schulleitungen und den Lehrkräften. Die zentale Abschlussveranstaltung mit kurzen Reden von Oberbürgermeister Bernhard Ilg und Kultusministerin Eisenmann fand in Form einer moderierten Diskussionsrunde im Lokschuppen statt. Ilg stellte bei dieser Gelegenheit die seit Jahren anhaltenden Anstrengungen der Stadt Heidenheim für "Bildung und Betreuung" heraus, worauf heute etwa Eindrittel des städtischen Haushaltsvolumens entfallen. Er lobte den Einsatz der Ministerin für die Verbesserung der Qualität des Bildungswesens und räumte ein, dass dies angesichts größerer und heterogenerer Klassen nicht einfach ist: "Mir gefällt, dass Sie mit Optimismus und Tatkraft nicht nur das Ministerium und die Schulverwaltung, sondern auch die Schulleitungen und Lehrkräfte motivieren und aktivieren, obwohl natürlich nicht zu leugnen ist, dass es auch viele Gründe zum Kritisieren und Lamentieren gäbe - nur bringt Jammern halt nichts."
Handlungsbedarf sieht Ilg vor allem in folgenden Bereichen: In der immer weiter um sich greifenden Ganztagesbetreuung geht es auf Dauer nicht mehr ohne hauptamtliches Personal. Bisher wird die Arbeit von ehrenamtlichen Kräften gegen eine geringe Aufwandsentschädigung geleistet. Der auf die Stadt entfallende Kostenanteil für die Schulverpflegung hat sich in zehn Jahren vervierfacht. Weil immer mehr Schulen dazukommen, ist die Auftragssumme so stark angestiegen, dass die Stadt diese
Leistung europaweit ausschreiben muss. Die Inklusion von behinderten Kindern in den Regelunterricht lässt sich allein durch barrierefreies Bauen nicht realisieren. Woran es viel stärker fehlt, sind sonderpädagogische Fachlehrkräfte. Aus der Sprachförderung für schwächere Schulkinder wurde nach und nach die Förderung des Spracherwerbs für zugewanderte Familien. Das ist aber nicht allein Aufgabe des örtlichen Schulträgers. Weil die Gesellschaft immer vielfältiger wird, differenzieren sich die Ansprüche der Kinder und Eltern immer weiter aus, wodurch der Personalaufwand steigt.

(06. Februar 2019)

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