Schloss Hellenstein im Sommer. Foto: Oliver Vogel

Innenstadtwettbewerb Heidenheim:

Pflanzen, Farben und offene Räume

Grabenstraße in Zukunft
Die Grabenstraße, wie sie in Zukunft gestaltet wird; Bild terra.nova
Blick auf Rathausplatz
Blick auf den Rathausplatz mit Rathaus Heidenheim; Bild terra.nova
Hauptstraße Blick auf Elmar-Doch-Haus
Die Hauptstraße mit Blick aufs Elmar-Doch-Haus; Bild terra.nova
Konzept Rathaus und Umgebung
Das Konzept für Rathaus und Umgebung; Bild terra.nova

Die Beläge in der Altstadt und der Neustadt unterscheiden sich in Material, Format und Farben und verdeutlichen damit den Quartier-Charakter; entlang der Verkehrswege wachsen noch mehr Bäume und spenden Schatten; neue Untergründe entstehen, die Niederschläge für Bäume besonders lange speichern; dazu ein Rathausplatz, der Höhenunterschiede gekonnt überspielt und den vorhandenen Raum nicht begrenzt: All das und mehr ist Teil des Sieger-Entwurfs im Innenstadtwettbewerb Heidenheim. Am vergangenen Freitag hat das Preisgericht den Entwurf der Landschaftsarchitekten terra.nova aus München mit dem 1. Platz versehen. In den kommenden Jahren wird diese Konzeption Grundlage sein für die Stadtplanung zur Neugestaltung des öffentlichen Raums in der Innenstadt. 


"Wir wollen mit diesem Konzept eine stimmige Durchgängigkeit von den Schloss Arkaden bis zum Konzerthaus erreichen, von der Grabenstraße bis zur DHBW", sagte Oberbürgermeister Michael Salomo zur Vorstellung des Siegerentwurfs. Die vielen Elemente mit reichlich Details in dem Entwurf sowie das Lichtkonzept, das die Raumkanten in der Innenstadt und markante Orte besonders gekonnt hervorhebt, haben ihn überzeugt. Die Umsetzung des Konzepts wird seiner Ansicht nach Jahre in Anspruch nehmen und in der Umgebung des Rathauses im Jahr 2024 beginnen. Dann ist die auf zwei Jahre anberaumte Rathaussanierung abgeschlossen und der Rathausplatz und das Umfeld wird neu gestaltet.

Der Sieger-Entwurf sieht einen offenen Rathausplatz vor, der zugleich Platz und Möglichkeiten für Veranstaltungen bietet. Im Bereich des künftigen Haupteingangs sollen Besucherinnen und Besucher über eine geneigte Ebene und damit barrierefrei ins Rathaus gelangen. Im südlichen Bereich des Rathauses sollen mehrere Beete mit Bäumen entstehen mit Wegen dazwischen, die im Zusammenspiel eine Sichtachse zum Schloss Hellenstein bilden. "Dort soll gemäß dem Plan ein Square, ein Stadtplatz entstehen", sagte Prof. Dr. Franz Pesch, der das Preisgericht des Innenstadtwettbewerbs geleitet hat. Darin vertreten waren unter anderem der Oberbürgermeister und Vertreterinnen und Vertreter der vier Gemeinderatsfraktionen. 

Wer künftig vom Rathaus in Richtung Hauptstraße aufbricht, quert gemäß Konzept eine Grabenstraße mit einer Allee auf der Ostseite. Die Baumreihen dort wachsen auf einem speziellen Untergrund, der Niederschläge besonders lange speichert. Auf diese Weise bleiben die Bäume auch in Hitzeperioden im Sommer selbstständig versorgt und somit beständiger angesichts des Klimawandels. "Die Verfasser des Konzepts reichern den Raum sehr gut mit Grün an - je nach Gebiet mit einem anderen Untergrund", sagte Prof. Dr. Franz Pesch. 

Viel Grün soll künftig auch entlang der Hauptstraße und damit in der Fußgängerzone Heidenheims wachsen, Schatten spenden und zu einem guten Stadtklima beitragen. Entlang der Bundesstraße am Eugen-Jaekle-Platz werden allerdings auch künftig keine Baumpflanzungen möglich, weil der Wedelgraben im Untergrund dem entgegensteht. Langfristig ist geplant, dass der Pflastersteinbelag in der gesamten Altstadt in Material und Formen einheitlich wird. Zugleich wird in der Neustadt um Rathaus, Stadtbibliothek und Pauluskirche der Belag ebenfalls einheitlich und hebt sich von jenem der Altstadt ab. Damit werden die Charakteristika der beiden Quartier hervorgehoben und es entstehen klar erkennbare Räume, die sich ergänzen. 

"Die Arbeit geht sehr weit ins Detail und ist äußerst liebevoll gestaltet", sagte Prof. Dr. Franz Pesch. Sämtliche Entscheidungen während der Preisgerichtssitzung Phase 2 seien im Konsens gefallen dank der guten Vorprüfung, der Vorarbeit und der guten Chemie unter den Preisrichtern. Es sei ein ungewöhnlicher Wettbewerb, weil er Stadtplanung und Landschaftsarchitektur in Zeiten des Klimawandels gemeinsam behandelt. Sein Fazit: "Ein Glücksfall." 

Auch Oberbürgermeister Michael Salomo zeigte sich mit der gemeinsam getroffenen Entscheidung für den Sieger-Entwurf höchst zufrieden. "Verwaltung und Gemeinderat haben nun ein Instrument an der Hand, mit dem wir in den kommenden Jahren gemeinsam unsere Stadt gestalten können." In der Juni-Sitzung wird der Gemeinderat über das Wettbewerbsergebnis entscheiden. 

Das Preisgericht zeichnete den Entwurf der Arbeitsgemeinschaft Holl Wieden Partnerschaft (Würzburg) und Joma Landschaftsarchitektur (München) mit dem 2. Platz aus. Laut Prof. Dr. Franz Pesch beinhalte der Entwurf gute Ansätze, hebe aber etwa Alt- und Neustadt nicht voneinander ab, gestalte das Rathausumfeld gleich und biete mit dem Entwurf dort auch weniger Schattenwurf. Der 3. Preis erhielt Carla Lo Landschaftsarchitektur aus Wien in Österreich und der Stadtplanung RHA Reicher Haase Assoziierte (Düsseldorf). Der biete einen Rundweg durch die Innenstadt mit vielen guten Ideen, im Ergebnis fehle aber bei vielen Themen die Klarheit, sagte Prof. Dr. Franz Pesch.

Der 1. Preis des Wettbewerbs wird mit 31.500 Euro bedacht, der 2. Preis erhält 16.600 Euro, der 3. Preis 11.900 Euro. 

Die verschiedenen Konzept-Entwürfe werden nun für eine öffentliche Ausstellung vorbereitet, damit interessierte Bürgerinnen und Bürger sich ein eigenes Bild von der künftigen Entwicklung machen können. Die Konzepte werden von Mittwoch, 1. Juni, bis Donnerstag, 30. Juni, im Foyer des Rathauses Heidenheim ausgestellt und können während der üblichen Öffnungszeiten betrachtet werden. 

(Erstellt am 01. Juni 2022)

Kategorien

Kontakt

Stadtverwaltung Heidenheim
Grabenstraße 15
89522 Heidenheim an der Brenz
Fax (0 73 21) 3 27-10 11