Caring Community zieht Kreise

Unter dem Markennamen „In guter Nachbarschaft“ hat sich das Konzept der „Caring Community“ in Heidenheim etabliert. Zum Jahreswechsel endet die mit dem „Haus der Familie“ erfolgreich durchgeführte Pilotphase.

Ab 2019 treibt die Stadt Heidenheim das Projekt in eigener Trägerschaft voran. Es wird auf weitere Stadtteile und alle Bevölkerungsgruppen ausgeweitet.
Oberbürgermeister Bernhard Ilg bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit dem Haus der Familie, ohne das ein solches Pilotprojekt nicht funktioniert hätte. Neben den Stadtteilen Mittelrain, Zanger Berg und Großkuchen kommen im Jahr 2019 nach und nach die Oststadt, Oggenhausen, Aufhausen sowie das Bürgerhaus in der Hinteren Gasse als Sonderform eines Stadtteils dazu. Natürlich wird die erfolgreiche Stadtteilarbeit in den drei Pilotstadtteilen weiter geführt und zusätzlich auf alle Bevölkerungsgruppen ausgeweitet. Dementsprechend vergrößert sich auch das Netz der Kooperationspartner. 14 Organisationen aus Verwaltung, Wohlfahrtspflege, Wirtschaft und Kirchen sind bislang eingebunden.

Je nach Bedarf im jeweiligen Stadtteil liegt der Fokus auf den Themen Begegnung, Beteiligung und Aktivierung der Bevölkerung, Infrastruktur und Mobilität. Ziel ist es, die Mitmenschen in der eigenen Nachbarschaft zu unterstützen und zugleich zur gesellschaftlichen Teilhabe zu motivieren.

Bei öffentlichen und privaten Geldgebern stößt auf großes Interesse, wie Heidenheim mit den demografischen Veränderungen umgeht. Man erkennt das nicht zuletzt an den Förder- und Preisgeldern in einer Gesamthöhe von 245.000 Euro, die dem Pilotprojekt Caring Community zuflossen. Das Stiftungskonsortium Engagierte Stadt gibt bis Ende 2019 80.000 Euro. Von den Pflegekassen kommen über das Ministerium für Soziales und Integration 75.000 Euro. Der Landkreis Heidenheim beteiligt sich mit 30.000 Euro. Über das Programm „Gemeinsam sind wir bunt“ stellt das Ministerium für Soziales und Integration 30.000 Euro bereit. In einem Sonderprogramm des Landes Baden-Württemberg „Quartier 2020“ war die Stadt Heidenheim mit einem Preisgeld in Höhe von 30.000 Euro erfolgreich. Ein städtischer Eigenanteil in Höhe von 45.000 Euro ergänzte die Unterstützung durch die Pflegekassen. Außerdem zahlte die Stadt eine vertraglich vereinbarte Ausgleichszahlung von rund 25.000 Euro an das Haus der Familie.

Die Ortschaft Großkuchen, zwölf Kilometer von der Kernstadt entfernt, ist wie die meisten kleinen Gemeinden im ländlichen Raum vom Rückgang der wohnortnahen Versorgung mit Geschäften, Gastronomie und Dienstleistungen betroffen. Um diesem Trend zu begegnen, wurden in Großkuchen ein Wochenmarkt und ein Lieferservice aufgebaut. Die Schwabschule wurde als Begegnungsstätte aufgewertet. Einmal monatlich findet dort nach dem Wochenmarkt ein Weißwurstfrühstück statt. Die Schwabschule wird heute für Veranstaltungen aller Art und von unterschiedlichen Generationen genutzt. Für das Thema Mobilität wird nur eine „kleine Lösung“ benötigt, da mehr Begegnung im Ort auch zu mehr gegenseitiger Unterstützung führt.

Der Mittelrain wurde ausgewählt, da in diesem Stadtteil die Bevölkerung das höchste Durchschnittsalter in der Stadt Heidenheim hat. Hier haben sich die Menschen in den Sechziger Jahren gemeinsam angesiedelt und sind hier über die Zeit auch gemeinsam älter geworden. Erst ganz langsam vollzieht sich im Mittelrain ein Generationenwechsel. Im Mittelrain wird einmal monatlich ein gemeinsames Mittagessen von Ehrenamtlichen für Senioren angeboten. Diese Veranstaltung wird bereichert durch Vorträge und Informationen zu verschiedenen Seniorenthemen. Eingebunden sind auch die Kooperationspartner. Gemeinsam treffen sich mehrere Generationen zum Basteln. Die Stadtteilkoordinatorin steht als Ansprechpartnerin zu festen Bürozeiten zur Verfügung und berät bei Bedarf zu verschiedenen Themen.

Am Zanger Berg hat sich der Generationenwechsel bereits vollzogen. Allerdings ist damit die ursprünglich bestehende Gemeinschaft im Stadtteil verschwunden. Es herrscht eine hohe Fluktuation der Bewohner, viele verschiedene Kulturen sind vertreten und die Bewohner kennen sich oft nicht. Seit Januar 2018 besteht am Zanger Berg ein Stadtteiltreff am Berliner Platz. Geselligkeitsangebote, Tanz und Gymnastik für Senioren, Informationen zu verschiedenen Seniorenthemen sowie Beratung haben dazu beigetragen, dass der Zulauf im Stadtteiltreff steigt. Ein Tauschladen bereichert das Angebot.

(11. Januar 2019)

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