Cappella Aquileia spielt als erstes deutsches Orchester ohne COVID-19-Einschränkungen

Premiere in Deutschland: Nachdem die Wiener Philharmoniker im Juni alle Musiker*innen mehrfach auf COVID-19 getestet und in herkömmlicher Sitzordnung konzertiert haben, ist nun das Orchester der Opernfestspiele Heidenheim, die Cappella Aquileia, zu einem uneingeschränkten Spiel- und Aufnahmebetrieb zurückgekehrt. Als deutschlandweit erstes und weltweit wohl erst zweites Orchester probt und spielt der Klangkörper Ende Juli in herkömmlicher Sitzordnung und in voller Besetzung und spielte am Sonntag 26.07. vor einem in Abstand platzierten Publikum.

Zu verdanken ist das der Initiative des Künstlerischen Leiters Marcus Bosch, der eine Kooperation mit der Biotech-Firma CENTOGENE vermittelte: Sämtliche Musiker*innen und Projektbeteiligte wurden bereits vor Beginn und nochmals während der Proben und der CD-Aufnahme (Beethoven „Musiken für das Theater Vol. 3“ für das Label cpo) je zweimal getestet, alle mit negativem Ergebnis. Das mit dieser Maßnahme erheblich gesunkene Risiko hat das zuständige Ordnungsamt überzeugt, das Aufnahme- und Konzertprojekt ohne die derzeit sonst geltenden Einschränkungen wie große Distanzierung und Plexiglas-Abtrennungen zu genehmigen. Mit allen geltenden Sicherheitsbestimmungen und detailliertem Hygienekonzept wird die Veranstaltung am Sonntag auch für ein Publikum geöffnet: 167 Zuschauer dürfen sich auf das Konzert am 26. Juli, 13 Uhr unter dem Motto „Klangwolke“ freuen, das zugleich live vom SWR 4 übertragen wird und somit für weitere Hörer*innen zugänglich sein wird.

Dies ist ganz im Sinne von Dr. Arndt Rolfs, dem CEO von CENTOGENE, denn für ihn sind „Kunst und Kultur ein wichtiger Stützpfeiler unserer Gesellschaft. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie ist das Wiederbeleben kultureller Ereignisse ein unabdingbares Muss, um auch hier zurück zu einer neuen Normalität zu gelangen. Das Vorliegen eines negativen Ergebnisses auf eine SARS-CoV-2-Infektion trägt viel dazu bei, dass die Musiker und Künstler in einer befreiteren Atmosphäre proben und auftreten können. Wir als Unternehmen bieten diese Art der Unterstützung gern an, um einen wesentlichen Beitrag für einen Neubeginn des kulturellen Lebens liefern zu können.“ Marcus Bosch konnte den Kontakt als designierter Chefdirigent der Norddeutschen Philharmonie herstellen; das Orchester ist ebenso wie CENTOGENE in Rostock zuhause. „Es ist großartig, dass durch diese kostenlosen COVID-19-Tests die Konzerte und Aufnahmen in Heidenheim erst möglich werden. Nur so lässt sich eine entsprechende Besetzung realisieren.“

Die Deutsche GMD-Konferenz, deren Vorsitzender Bosch ist, zeigt sich hier einmal mehr als aktives Organ zur Unterstützung der Kulturorchester. Bereits mehrfach hatte die Initiative in Aufrufen die Politik aufgefordert, sich stärker für die Kulturbranche einzusetzen. „Wir brauchen noch mehr derartige kulturhungrige Unternehmer wie Arndt Rolfs, die wieder einen ‚normalen‘ Kulturbetrieb möglich machen,“ so Bosch. Aber auch weitere Orchester werden von dem Angebot profitieren können, zeigt sich der Dirigent zuversichtlich: „Ich freue mich, dass ich durch den Kontakt zu Dr. Arndt Rolfs meinen Teil dazu beitragen konnte und wir mit der GMD Konferenz und CENTOGENE ein Pilotprojekt für rund 20 Orchester auflegen können mit wöchentlichen Testungen bis Weihnachten.“ Ob die Orchester die Abstände im Anschluss an die Tests verringern dürfen, entscheiden die jeweiligen örtlichen Gesundheitsämter.

(26. Juli 2020)

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