Jugendbeteiligung in Heidenheim

„Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Beteiligung und Mitbestimmung“ sagt schon die UN-Kinderrechtskonvention. Mit der Bestimmung des §41a der Gemeindeordnung Baden-Württemberg ist das nun nochmals genauer definiert und zu einer Muss-Regelung geworden.
 
„Partizipation meint Entscheidungen, die das eigene Leben und das Leben der Gemeinschaft betreffen, zu teilen und gemeinsame Lösungen zu finden.“ (Richard Schröder, 1995, S. 14) Die Art und Weise der Beteiligung ist vielfältig, z.B. von der Selbstbestimmung zur Mitwirkung, Teilhabe oder sogar Fremdbestimmung.
 
Es gab in Heidenheim schon mehrere Formen der Jugendbeteiligung – auch einen Jugendgemeinderat. Es gibt heute schon viele Jugendliche die sich beteiligen, sei es in der kirchlichen Arbeit oder im Sportverein. Soziales Engagement ist tatsächlich wichtig für die jungen Menschen. Jugendgruppen melden sich zudem in den Jugendhäusern oder bei der Mobilen Jugendarbeit und setzen dort ihre Projekte um – manchmal auch im kleinen Rahmen. Einen größeren Rahmen boten der Skatecontest 2016 und „The Dome 2016“ im Treff9. Beides wurde von Jugendlichen organisiert und die Kollegen der städtischen Jugendarbeit haben sie dabei unterstützt.
 
Seit Jahren trifft sich der Oberbürgermeister Bernhard Ilg einmal jährlich mit den Schülersprecher der Heidenheimer Schulen. Neben den Themen die er aus der Stadtverwaltung mit brachte, wollte er immer wissen was die Jugend und die Schüler in Heidenheim beschäftigt.
 
Im Herbst wird nun das Engagement der Schülersprecher mit den politischen und lebensweltbezogene Themen aus den städtischen Gremien verbunden. Die jungen Menschen sollen informiert werden und sich äußern dürfen. Zum sozialen Engagement kommt nun die politische Beteiligung hinzu. Die Sichtweise der Jugendlichen kann neue Aspekte in die Gremienarbeit einfließen lassen. Im ersten Moment denken sich Politiker und Jugendliche vielleicht, dass die Planung eines neuen Straßenbelages vielleicht für die Jugendlichen uninteressant ist. Aber wenn der Belag nicht geeignet ist zum Radfahren aber ganz viele Schüler dort mit dem Fahrrad zur Schule fahren, kann eine Veränderung des Belages das Aufkommen von Unfällen verhindern. So sind viele Themen erst auf den zweiten Blick auch für die Jugendlichen und ihre Zukunft in der Stadt doch wichtig und interessant.
 
Unabhängig von den offiziellen Terminen kann sich jeder an die Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Heidenheim wenden oder an das Stadtjugendreferat. Einsatzgebiete für ehrenamtliches Engagement werden über „Ich für uns“ und BrenzNation.de vermittelt.
 
Die Stadtverwaltung möchte die Jugend der Stadt Heidenheim einladen sich einzumischen – für ihre Stadt und ihre Zukunft!

Stadtpolitik Heidenheim

Hier werdet ihr zu den aktuellen Informationen über die Gremien der Stadt Heidenheim und deren Sitzungen (und Themen) verlinkt.
Mehr Informationen wie z.B. den Haushaltsplan gibt es bei "Stadtpolitik".

§ 41a GemO (Gemeindeordnung Baden-Württemberg) - Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

(1) Die Gemeinde soll Kinder und muss Jugendliche bei Planungen und Vorhaben, die ihre Interessen berühren, in angemessener Weise beteiligen. Dafür sind von der Gemeinde geeignete Beteiligungsverfahren zu entwickeln. Insbesondere kann die Gemeinde einen Jugendgemeinderat oder eine andere Jugendvertretung einrichten. Die Mitglieder der Jugendvertretung sind ehrenamtlich tätig.
 
(2) Jugendliche können die Einrichtung einer Jugendvertretung beantragen. Der Antrag muss
in Gemeinden mit bis zu
20 000 Einwohnern -> von 20,
in Gemeinden mit bis zu
50 000 Einwohnern -> von 50,
in Gemeinden mit bis zu
200 000 Einwohnern -> von 150,
in Gemeinden mit über
200 000 Einwohnern -> von 250
in der Gemeinde wohnenden Jugendlichen unterzeichnet sein. Der Gemeinderat hat innerhalb von drei Monaten nach Eingang des Antrags über die Einrichtung der Jugendvertretung zu entscheiden; er hat hierbei Vertreter der Jugendlichen zu hören.
 
(3) In der Geschäftsordnung ist die Beteiligung von Mitgliedern der Jugendvertretung an den Sitzungen des Gemeinderats in Jugendangelegenheiten zu regeln; insbesondere sind ein Rederecht, ein Anhörungsrecht und ein Antragsrecht vorzusehen.
(4) Der Jugendvertretung sind angemessene finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Über den Umfang entscheidet der Gemeinderat im Rahmen des Haushaltsplans. Über die Verwendung der Mittel ist ein Nachweis in einfacher Form zu führen.