„Auf dem Weg zur generationengerechten Stadt sind wir angekommen, wir bewegen uns schon auf den Wegen in der generationenengerechten Stadt“, begrüßte Oberbürgermeister Bernhard Ilg 65 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim zweiten Generationenforum 2010. Ilg war sichtlich beeindruckt über die große Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren, „Sie packen an, wo die Menschen Sie brauchen, Ihre Projekte machen die Stadt lebenswert“. Für die weitere Arbeit erhielt jedes der zwölf vorgestellten Projekte einen städtischen Zuschuss in Höhe von 500 Euro.
Im Blickpunkt des diesjährigen Generationenforums standen zwölf Präsentationen laufender Projekte, die alle Begegnung ermöglichen, Generationen verbinden oder generationenspezifische Bedürfnisse erfüllen. Das Forum vernetzt, bietet Information und fördert den Austausch zwischen Organisationen, Freiwilligen und Interessierten.
Gerade angelaufen ist das Projekt „Familienpate“ vom Kinderschutzbund, das Familien in einer belastenden Situation, wie zum Beispiel bei Krankheit, in Trennungsphasen, bei Verschuldung und Integrationsbedarf oder mit einem Neugeborenen unterstützt. Geschulte Ehrenamtliche entlasten die Familie bei der Bewältigung des Familienalltags und bieten Hilfe zur Selbsthilfe an.
Über ein Jahr erfolgreich ist das Projekt „Fahrt aufnehmen“, das arbeitslose Jugendliche auf dem Weg ins Berufsleben unterstützt. Das Team um Eva Liedtke von cws boco konnte schon sechs Jugendliche in eine Ausbildungsstelle oder eine Anstellung vermitteln.
„Brunnenkinder“ ist ein Filmprojekt unter Leitung von Adolf Kühn, welches das Leben dieser Jugendlichen am Römerbrunnen, deren Selbstverständnis, ihre Ziele, ihre Meinungen zu Heidenheim und dem Vorurteil der übrigen Bürger ihnen gegenüber beleuchtet. In Eigenregie geführt, zeigen die Kids ihren Film Anfang nächsten Jahres in der Öffentlichkeit.
Das abgeschlossene Projekt der DHBW-Studenten zusammen mit der Caritas „Wiir sind dabei“ förderte vor allem den intergenerativen Austausch. Bewohner des Seniorenheims St. Franziskus und Schüler der Westschule spielten gemeinsam an einer Wii-Konsole. Berührungsängste auf beiden Seiten wurden beseitigt und selbst Menschen mit Einschränkungen konnten an den drei Spielnachmittagen mitmachen.
Das Ergebnis von „Gut auskommen mit wenig Einkommen“ ist ein Sozial-Adressführer, der von der Heidenheimer Zeitung in alle Haushalte verteilt wurde. Evi Lattermann listete Einkaufsorte für günstige Alltagsgegenstände sowie eine große Anzahl von Vergünstigungsmöglichkeiten bis hin zu zahlreichen Informations- und Beratungsstellen in dieser Broschüre auf und erhielt dabei breite Unterstützung von Job-Center und der Stadtverwaltung. Maria Högerl kündigte die nächste Vesperkirche 2011 an, Irmgard Neugart berichtete von der Idee „Jugendmobil der Brückengemeinde“. Helmut Moser hat mit drei Tüftler-Kollegen die „Werkstatt Bürgerhaus“ belebt und wartet auf Reparaturaufträge von Spielzeug. „Der Einsamkeit ein Schnippchen schlagen - Herz- und Zeitverschenker gesucht“ ist ein Projekt von Freunde schaffen Freude e.V., das sich um einsame Menschen aller Generationen kümmert. „Spiel ohne Grenzen“, in Anlehnung an die Spielshow aus den 1960er und 1970er Jahren, ist ein stadtteilübergreifendes und generationenverbindendes Projekt, bei dem die jeweiligen Stadtteilmannschaften Preise gewinnen können, die für soziale Projekte oder Einrichtungen im eigenen Stadtteil verwendet werden müssen. Gerhard Grüning sucht noch ein Team für die Weststadt und Mergelstetten. Gratismitgliedschaften bei Sportvereinen für Kinder und Jugendliche aus finanziell schlechter gestellten Familien ist ein Kooperationsprojekt von Stadt und hsb. Im Projekt „Internet goes Ländle“ können Senioren Berührungsängste mit dem Internet abbauen.
Alle Projekte stehen in jeder Entwicklungsphase mit der Koordinierungsstelle für Bürgerschaftliches Engagement „Ich für uns“ in Kontakt. „Jedes Projekt braucht eine individuelle Unterstützung“, berichtet Dorothee Perrine, Leiterin von „Ich für uns“. „Alle vorgestellten Projekte hatten andere Verknüpfungspunkte mit der Koordinierungsstelle: Bei der Ideenfindung oder Konzepterstellung, beim Antrag von Fördergeldern, bei der Weiterbildung und Vermittlung von Freiwilligen!“



