Die Waldköhlerei auf der Ostalb
(Quelle: Informationstafel an der Köhlerei)
Die Waldköhlerei ist ein uraltes Gewerbe zur Gewinnung von Holzkohle. Aus Transportgründen wurde früher das Holz im Wald verkohlt und die Holzkohle in großen Körben (nur noch ¼ des ursprünglichen Gewichts) an die Hüttenwerke, Gewerbetreibenden und privaten Haushalte geliefert. Heute "kohlt" nur noch in Großkuchen eine Familie auf den festen Kohlplätzen zwischen Nietheim und Rotensohl.
Kohlplatte:
Kreisrunde ebene Bodenplatte, in der Mitte ca. 20 cm erhöht (damit das Wasser abfließen kann), auf welcher der Meiler aufgestellt wird. Die Kohlplatten der Ostalb haben einen Durchmesser von 6 – 8 m. Der aufmerksame Waldbesucher kann sie überall im Walde finden. Heute wird nur noch auf ständigen Kohlplätzen mit 4 bis 5 Kohlplatten gekohlt.
Meiler:
Etwa 1 m lande Holzsprügel und –scheiter werden möglichste senkrecht um einen Mittelpunkt in 2 Etagen aufgeschichtet und mit einer luftabschließenden, feuerstesten Decke "abgedeckt". Die Abdeckung besteht aus zwei Schichten – dem "Rauhdach" aus Gras, Laub, Moos, Farn, Zweigen etc. und darüber dem "Erddach" aus Erde und Kohlenklein (Abfall von früheren Kohlungen). Die Meiler enthalten etwa 25 Raummeter Holz.
Anzünden und Verkohlen:
Der Meiler wird durch ein Holzfeuer von oben in der Mitte des Meilers angezündet. Der Abbrand erfolgt kegelförmig (Spitze nach unten) von oben nach unten und von der Mitte zur Peripherie. Zuerst weißer Rauch (Wasserdampf), dann gelblicher Rauch mit stechendem Geruch, allmählich wieder weißer Rauch und schließlich blaue Kohlendioxidflamme.
Wartung:
Entstehende Höhlungen werden laufend aufgefüllte und die Luftzufuhr und damit der gleichmäßide Abbrand durch Bohren von Löchern in die Abdeckung oder durch Verstärken der Decke reguliert. Ein Meiler brennt etwa 4 – 6 Tage. Die Verkohlung ist abgeschlossen, wenn der weiße Rauch am Fuße des Meilers austritt.
Ausziehen:
Mit Störhacken wird der noch heiße Haufen ringsum auseinandergezogen, damit die Holzkohle abkühlen kann.
Ausbeute:
Abhängig von der Holzart – Zustand der Kohlplatte, Wetter (vor allem Wind), Dauer und Art der Verkohlung, Können und Umsicht der Köhlers. Im Durchschnitt: 50 – 60% des Volumens und 25% des Gewichts.
Holzkohle:
Zersetzungsprodukt des Holzes aus fast reinem Kohlenstoff doppelte Brennkraft des Holzes (ca. 7000 – 8000 Kalorien) schwarz, ohne Geruch und Geschmack – brennt mit blauer, kurzer Flamme, ohne Rauch und Geruch, hohe Absorptionskraft für Gase.
Verwendung:
Hüttenkühle (Stahlveredelung), Grill
Bei der Waldköhlerei wird auschließlich Hozkohle gewonnen. Die Gase und Dämpfe, welche Fettsäuren, Methylalkohlol und Holzteer enthalten – Hauptprodukte der Holzdestillation in Retorten – entweichen ungenutzt.


