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Die Schwarze Kunst

(Quelle: Schlossblick – Das Magazin für Heidenheim 3.Quartal 2007)

Die „Rauch“-Schilder an der A7 kennen die meisten, aber nicht jeder weiß, dass sie auf den ältesten Gewerbebetrieb in Heidenheim hinweisen, die Köhlerei der Familie Wengert im Wald zwischen Rotensohl und Nietheim. „Seit 1816 gibt es unsere Köhlerei, und wir sind inzwischen in der 6. Generation hier tätig“, berichtet stolz Georg Wengert, der zusammen mit seiner Mutter Elfriede die einzige deutsche Köhlerei betreibt.

Bereits seit der Bronzezeit produziert der Mensch Holzkohle, die mit ihrem Kohlenstoffanteil von 95 % einen weit höheren Brennwert als reines Holz hat. Die Haupteinsatzgebiete liegen heute (neben der Grillkohle) vor allem in der Industrie. „Wir haben auch schon Birkenholzkohle für homöopathische Tabletten geliefert“, erzählt Georg Wengert.

Aber wie funktioniert das jetzt mit dem Kohle machen? Hier ist Georg Wengert in seinem Element: „Wir verwenden ausschließlich Hartholz aus heimischen Wäldern, meist Buche und Eiche. Nicht billige Fichte, wie bei der Industrieholzkohle“, wie er gleich hinzufügt.

Zunächst wird eine ebene Bodenplatte mit einem Durchmesser von 10 bis 12 m angelegt, die in der Mitte etwas erhöht ist. Auf ihr werden die Holzstücke senkrecht um den Mittelpunkt in zwei Etagen aufgeschichtet und dann mit Erde, Gras, Laub und Moos luft- und feuerfest abgedichtet, um sicherzustellen, dass das Holz zu Holzkohle wird und nicht einfach verbrennt. Während der bis zu viertägigen Brennphase müssen die Meiler alle zwei Stunden – egal ob Tag oder Nacht, ob bei Regen oder Schnee – geprüft und evtl. entstandene Hohlräume kontrolliert niedergedrückt werden, bis sich schließlich der ganze Holzstapel in Holzkohle verwandelt hat. Jetzt kommt es darauf an, den Vorgang auf den Punkt genau zu beenden – auch das eine der Aufgaben, die viel Erfahrung erfordert in einem der ältesten Gewerbe der Welt.