Lieblingsplatz im Grünen
Die Landesgartenschau hatte drei wichtige Eingänge. Und an allen Eingängen bekamen die Besucher zuerst das zu sehen, was man von einer Landesgartenschau am meisten erwartet, und das sind nun einmal Blumen und Blüten.
Als temporäre Anlage wurden zwischen dem Eingang am Badehaus-Steg und dem Eingang im Brenzpark Süd 50 Beete, eingefasst von Stahlwürfeln, verteilt. Die Farbfelder hatten jeweils ein anderes Farbklima und deckten das gesamte Spektrum der warmen und kalten Farben ab.
Parallel zum Umlaufgerinne flossen in weichen Wellenbewegungen blaue Blüten entlang der Parkpromenade. Das Thema „Fließend blau“ bestand aus einem Zusammenspiel von hellblauen bis violetten Blüten, die als begrenzendes Band angeordnet waren. Dazwischen kontrastierten Farben von Zartgelb bis Orange. Eine Besonderheit, von der Landschaftsarchitektin Hanne Roth auch in den anderen Wechselflorfeldern eingesetzt, war die Kombination mit Einjährigen aus dem so genannten Frühjahrsflor und Zwiebelpflanzen, die dann nach und nach durch Sommerflor ersetzt worden sind. Der Brenzpark-Verein hilft mit, dass diese Wechselflorfläche entlang der Parkpromenade erhalten werden kann.
Besonderes Lob fand der Raritätengarten am Haupteingang Festplatz, der vor allem von den Bustouristen genutzt worden ist. Eingefasst von der Großgastronomie im Glashaus und dem Gärtnermarkt lag der Raritätengarten. In verschiedenen Abschnitten wurden hier besondere Wuchsformen, seltene Sorten und ausgewählte Zusammenstellungen gezeigt. Mit Charme und Humor gestaltet war das „Schwäbische Gärtle“. Wenn auch nicht mehr ganz so aufwändig, so wird ein großer Teil dieses Raritätengartens und des dortigen Brenzufers mit Hilfe des Brenzpark-Vereins weiter gepflegt. Auch der Gartenteich bleibt an dieser Stelle erhalten. Das Rote Tor wird zur Abgrenzung zwischen Festplatz und Brenzpark versetzt. An diesem Eingang in den Brenzpark befindet sich künftig ein Kiosk zum Kauf von Eintrittskarten und Souvenirs. Auch Rollstühle kann man dort ausleihen.
Während der Landesgartenschau führte der nördlichste Ausläufer des Rundwegs in den Auengarten, der jetzt nicht mehr in den eingezäunten Bereich des Brenzparks einbezogen ist. Als grüne Oase entlang der Brenz bleibt diese private Fläche aber zugänglich. Im Auenpark hatten die Tiere der Landwirtschaft, der Kleintierzucht, die Feldfrüchte der Landwirtschaft und vor allem der Bauerngarten der Landfrauen ihr Zuhause. Ergänzt wurde der Bauerngarten von einem großen und einem kleinen Pavillon, von den Landfrauen durchgehend bewirtschaftet. Probierportionen schwäbischer Spezialitäten waren dort ebenso willkommen wie die Vorführungen traditioneller Heim- und Bastelarbeiten.
Vorbei an den Vereinsanlagen gelangte man über das Zeitreisehaus und den „Treffpunkt Wald“ in die Szenischen Gärten, die das gärtnerische Rückgrat des Parks darstellen und von vornherein als Daueranlage konzipiert waren. Üppige Staudenbepflanzung, verschlungene Wege und effektvolle Natursteinmauern laden ein, sich in Ruhe auf die Anlage einzulassen. Zwischen dem Kleinen Festplatz und der Seewiesenbrücke sind drei Haine in den Farben Rot, Silber und Gold angelegt worden. Der direkte Zugang zur südlichen Fortsetzung der Szenischen Gärten ist wegen der Kombrecht-Engel-Schule nicht mehr möglich. Auf dem Parkplatz der Schule waren während der Landesgartenschau die Friedhofsgärtner und die Steinmetze aktiv. Man muss also künftig um das Schulgebäude herumgehen, wenn man seinen Weg in den Szenischen Gärten fortsetzen will. Begleitet von der Parkpromenade ziehen sich bis zum Badehaus drei Pflanzflächen mit Stauden in den Farben Blau, Weiß und Gelb, die von Gräsern ergänzt werden, durch die Anlage.
Der Fußweg ab dem Brenzwehr führt zwischen Brenz und Umlaufgerinne am roten Teppich entlang, der vom Tag der Eröffnung der Landesgartenschau an wohl den meisten Beifall gefunden hat. Auch in diesem Frühling wird dort ein Meer aus roten Tulpen wogen. Diese spektakuläre Blickachse wird in Zukunft noch stärker betont, weil die Holzlagerhalle abgebrochen worden ist, in der die Blumenschauen gezeigt worden sind.
Der Hain der Partnerstädte mit den einzelnen Gärten besteht ebenso fort, wobei der Beitrag aus Döbeln zu den anderen sechs Gärten umgesetzt wurde. Für die Pflege der Partnerschaftsgärten fühlt sich jeweils einer der sieben städtischen Kindergärten verantwortlich.
Die rund um die Blumenhalle angeordneten Schaugärten und die dort gezeigten Staudenkombinationen sind als temporäre Anlagen bis auf eine Ausnahme beseitigt worden. Erhalten bleibt dagegen der Loeser-Garten, der die nördliche Grenze zu den neu angelegten Boule-Plätzen bildet, die sich etwa an der Stelle befinden, wo während der Landesgartenschau die Blütenampeln und die Balkonpflanzen gezeigt worden sind.
Grüne Lieblingsplätze bleiben das Leserwäldchen und daran im Brenzbogen anschließend der Bienengarten und die Hochbeete mit den Heil- und Aromakräutern. Die überdimensionale Sonnenblume, die von der Seewiesenbrücke aus so gut zu sehen war, gibt es im Brenzpark nicht mehr, dafür sind aber die Blumenwiesen mit ihrer Artenvielfalt Entschädigung genug. Ebenfalls nur eine Augenweide auf Zeit waren die Wechselflorbeete am Übergang von der Volksbankbrücke zur Volksbank Arena.
In dieser Form gar nicht geplant, aber während der gesamten Gartenschau der Renner, war die vom inzwischen zum „Stadtschäfer honoris causa“ ernannten Ulrich Grath organisierte Schafschau. ursprünglich nur bei der Eröffnung als Blickfang gedacht, blieb die Herde der 80 bunt bemalten Schafe den ganzen Sommer über im Park und weidete vor dem Steinfloß, neben dem roten Teppich und bei der Blumenhalle die Wiesen ab.








