Sieben kleine Forscherhäuser in Heidenheim
Ab sofort dürfen sich sieben heidenheimer Kindertageseinrichtungen als „Haus der kleinen Forscher“ bezeichnen. In den vergangenen Monaten haben die Erzieherinnen der Kindervilla, dem Betriebskindergarten der Firma Voith, sowie der städtischen Einrichtungen Albert-Schweitzer-Straße, Humboldtstraße, Hölderlinstraße, Hochbergweg, Immergrünweg und Hirscheck an 3 Fortbildungsveranstaltungen im Rahmen der Initiative „Haus der kleinen Forscher“ teilgenommen und das gelernte in der Praxis erprobt.
Im Rahmen einer kleinen Zertifizierungsfeier im Rathaus bekamen die Einrichtungen am vergangenen Freitag nun eine Urkunde und eine Plakette „Haus der kleinen Forscher“ von Mirko Poltier, der eigens von Berlin angereist war, überreicht. Außerdem stellten die 7 Einrichtungen jeweils kurz vor, welche Themen und Experimente sie in den vergangenen Monaten im Rahmen von „Haus der kleinen Forscher“ durchgeführt haben. Erstaunlich dabei war die Vielfalt der unterschiedlichen Themen. Während beispielsweise der Kindergarten Immergrünweg darstellte, für was alles eine Kartoffel zu gebrauchen ist, bauten die Kindergartenkinder der Kindervilla einen kleinen Vulkan im Sandkasten.
Mit dem „Haus der kleinen Forscher“ möchten die Initiatoren, aber auch die Stadt Heidenheim, Freude und Begeisterung am Forschen und Experimentieren bei Kindergartenkindern wecken.
HeiKiWi - Heidenheimer Kinder und Wissenschaft im Kindergarten
Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter interessieren sich sehr für die Natur und ihre Umwelt.
Sie möchten wissen, wie die Welt funktioniert. Das damit gegebene Interesse an Naturwissenschaften und Technik, am Beobachten, am Fragen, am Suchen nach Erklärungen für Phänomene ist bei ihnen besonders stark ausgeprägt. Sie lassen sich leicht für einfache Experimente begeistern und sind gerne bereit, diese Experimente auch zu Hause vor ihren staunenden Eltern zu präsentieren.
Die Erfahrungen in der Praxis zeigen, dass in dieser Altersstufe noch keine grundlegenden Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen in Bezug auf Motivation für technisch-wissenschaftliche Themen mit einem Alltagsbezug feststellbar sind.
HeiKiWi möchte diese durch die natürliche kindliche Neugier gegebene Motivation verstärken:
Durch Nachforschen, selbstständiges Experimentieren, Beobachten, Sammeln und Ordnen und schließlich durch das Aufstellen und Überprüfen von Hypothesen sowie die Diskussion und Präsentation der Ergebnisse soll aus der Neugier fundiertes Wissen werden. Dabei wird die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder individuell gestärkt: durch Partner- oder Kleingruppenarbeit werden zusätzlich soziale Kompetenzen angeregt; das naturwissenschaftlich- technische Verständnis wird in der frühkindlichen Bildung und Erziehung in Heidenheimer Kindergärten frühzeitig gefördert.
Heidenheim ist Modellstandort für Bildungshaus
Heidenheim wurde vom Kultusministerium als einer von 33 Modellstandorten für das Projekt „Bildungshaus" ausgewählt. Die Ostschule und der Kindergarten Humboldtstraße bilden dabei einen Kooperationsverbund, in dem Fachkräfte des Kindergartens und Lehrkräfte der Grundschulen Kindern im Alter zwischen 3 und 10 Jahre ein gemeinsames Lernen ermöglichen. Ziel der siebenjährigen Modellphase ist es, den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule zu erleichtern, Kinder als Akteure und Forscher unter anderem im künstlerischen oder musischen Bereich zu fördern und die Bildungspläne beider Einrichtungen aufeinander abzustimmen.
Oberbürgermeister Bernhard Ilg freut sich über diese neue Chance, die die Voraussetzungen dafür schafft, dass "wir unsere Kinder noch besser in ihren Talenten und Stärken fördern können, weil Pädagogen von Kindergarten und Schule im Team zusammen arbeiten!" Ilg anerkennt dabei besonders das Engagement der Fach- und Lehrkräfte, die das pädagogische Konzept erarbeiten und umsetzen.
Die Ostschule hat zunächst mit den Vorschulkindern des Kindergartens Humboldtstraße und den Kindern der Klassenstufe 1 an der Ostschule begonnen. Hierfür entwickelten beide Einrichtungen ein fein abgestimmtes Konzept. Außerdem hat die Stadt Heidenheim ein eigenes Klassenzimmer eingerichtet und zusätzliches Erzieherpersonal zur Verfügung gestellt. Ferner gibt es an der Ostschule drei Eingangsklassen mit nur 15 - 18 Kindern, um in einer vertretbaren Gruppengröße sinnvoll arbeiten zu können. Damit wurden die Rahmenbedingungen für ein gelingendes Projekte von der Stadt Heidenheim und dem Fachbereich Bildung und Schulaufsicht des Landkreises geschaffen. Die Ostschule kann dabei gemeinsam mit dem Kindergarten Humboldtstraße auf fundierte Erfahrungen aus dem Projekt „Schulreifes Kind" zurückgreifen. Auch hier ist Heidenheim Modellstandort und die beteiligten Kinder weisen große Fortschritte in der persönlichen Kompetenz auf. Dieses Programm wird in Heidenheim im Bildungshaus integriert.
Die Diskussion um die angemessene Bildung und Erziehung von Kindern vom Kindergarten bis in die Grundschule ist nicht neu. Sie gewinnt aber durch das Projekt „Bildungshaus 3-10" des Landes Baden-Württemberg eine neue Qualität. Im April 2007 hat das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg dieses Projekt ausgeschrieben. Darauf haben sich 93 Schulen mit 134 Kindergärten beworben. Das Bildungshaus beinhaltet Reformen und ein neues Verständnis, was Bildungsqualität und die Weiterentwicklung von Bildungsinstitutionen betrifft. Bildung darf nicht mehr nur an den klassischen Institutionen wie Kindergarten und Schule festgemacht werden. Lernen muss als ein interaktionaler und institutionsübergreifender Prozess begriffen werden, um Bildungsbrüche zu vermeiden.
Gegenwärtig wird die Möglichkeit der Einrichtung eines „Bildungshauses 2-10“ an der Ostschule geprüft.
Weitere Informationen über das Bildungshaus 3-10 in Heidenheim, interessante Berichte und Erfahrungen können im Erfahrungsbericht Bildungshaus 3-10 nachgelesen werden.
Außerdem sind auf der Internetseite www.kindergarten-bw.de Informationen über das Projekt Bildungshaus 3-10 zu finden.
Laden Sie hier den Erfahrungsbericht 2008/2009 herunter (PDF / 10MB)
Laden Sie hier den Erfahrungsbericht 2007/2008 herunter (PDF / 13MB)
Auch an der Silcherschule in Mergelstetten wird ab dem Kindergarten-/Schuljahr 2012/2013 ein Bildungshaus in Kooperation mit dem Städtischen Kindergarten Immergrünweg und dem Evangelischen Kindergarten Carl-Schwenk-Straße eingerichtet. Der Städtische Kindergarten Immergrünweg wird hierfür an die Silcherschule integriert, um Synergieeffekte nutzen zu können.
Dabei entsteht eine Kindertageseinrichtung mit 10 Gruppen, die bis zu 45 Kinder unter 3 Jahren, 95 Kindertartenkinder und 25 Hortkinder (Schulkinder) aufnimmt. 115 der insgesamt 165 Plätze sind Ganztagesplätze. Bis auf die bisherige Gruppe "Immergrünweg" stehen die Plätze für Mitarbeiterkinder der Firmen Voith GmbH und Paul Hartmann AG zur Verfügung.
"Schäfle-Pass" - der Bildungs(s)pass für Vorschulkinder
Alle Vorschulkinder in den 32 Heidenheimer Kindergärten erhalten seit 2008 den „Heidenheimer Schäfle-Pass“, mit dem der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule erleichtert werden soll. Der „Schäfle-Pass“ wurde in enger Zusammenarbeit mit den Trägern von Kindertageseinrichtungen entwickelt.
Ganz im Sinne des Orientierungsplanes für Bildung und Erziehung begleitet das „Schäfle“ die Kinder und führt sie spielerisch an verschiedene Entwicklungs- und Bildungsbereiche wie gesunde Ernährung, Literatur, Musik, Kunst- und Zahlenverständnis heran. Der „Heidenheimer Schäfle-Pass“ ist wie ein kleines Tagebuch für Vorschulkinder.
Die Gestaltung des „Schäfle-Passes“ liegt in der Verantwortung der Erzieherin bzw. des Erziehers, welche dabei auch die Eltern einbinden. Der „Schäfle-Pass“ wird in der Einrichtung kostenfrei ausgegeben und geht in das Eigentum der Familie bzw. des Kindes über. Mit dem „Schäfle-Pass“ wird erzielt, dass der Stolz des 5- bis 6-jährigen Kindes auf seine Entwicklung gefördert wird, die Stärken des Kindes dokumentiert werden und die Kooperationspartner in diesem Übergangsprozess des Kindes Einblick in die Lebenssituation des Kindes erhalten. Darüber hinaus wird das Kind auf die Einschulungsuntersuchung vorbereitet. Die kinderärztliche Begleitung und die Einschulungsuntersuchung selbst werden im „Schäfle-Pass“ dokumentiert. Die Grundschule kann an das Kind ferner eine individuelle Botschaft vor der Einschulung richten.

- von links: Dieter Ulrich, Vorstand der Heidenheimer Volksbank eG, Pfarrer Dr. Harry Jungbauer, Vorsitzender des Kindergartenausschusses der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Heidenheim, Oberbürgermeister Bernhard Ilg und Dagmar Stelzer, Leiterin des Evangelischen Pauluskinderhauses
Ist der Pass komplett ausgefüllt, dokumentiert die Kindertageseinrichtung den Erfolg des Kindes auf der Gutscheinseite mit dem Kindergartenstempel. Zur Belohnung darf das Kind den Gutschein gegen eine Jahres-Dauerkarte für den Brenzpark bei der Heidenheimer Volksbank einlösen. „Ein gelungenes Medium, um das Kind im Übergang zwischen Kindergarten und Grundschule zu unterstützen und dabei die Neugier der Kinder auf Bildung kindgerecht und spielerisch zu fördern“, so Harry Jungbauer, stellvertretend für die Kindergärten in evangelischer Trägerschaft und Pfarrer Jürgen Zorn, Geschäftsführender Pfarrer der katholischen Gesamtkirchengemeinde Heidenheim für die Kindergärten in katholischer Trägerschaft, und Volksbank-Vorstand Dieter Ulrich.
Der „Heidenheimer Schäfle-Pass“, ein Bildungspass, der Spaß an der Bildung vermittelt. Der „Schäfle-Pass“ kann auch per E-Mail bestellt werden unter familie(at)heidenheim.de für eine Schutzgebühr von 3€.






