Standortcoaching - ein Beitrag der Stadt Heidenheim zur Bekämpfung des Fachkräftemangels
Auf Initiative von Oberbürgermeister Bernhard Ilg geht die Stadt Heidenheim seit Anfang des Jahres 2001 neue Wege, um gemeinsam mit der Wirtschaft den Fach- und Führungskräftemangel zu bekämpfen. Die Stadt Heidenheim leidet zuweilen wie die gesamte Region Ostwürttemberg unter dem Image der "ländlichen Gegend", die sich natürlich nicht mit dem Großstadtmilieu vergleichen lässt. Unsere Produktionstechnologien sind innovativ, unsere Firmen haben weltweit einen Klang und deshalb locken sie manche Fach- und Führungskraft - gerade auch aus Norddeutschland - in die Region. Wenn Bewerber/-innen erst mal hier sind und in die engere Auswahl des Unternehmens kommen, setzt das Standortcoaching ein. Ein Umzug - oft mit Familie - steht an, Hobbys und persönliche Interessen sollen auch hier gepflegt werden können und ein neuer Bekannten- und Freundeskreis muss aufgebaut werden, damit die neuen Mitarbeiter-/innen mit dem neuen Arbeitsplatz auch bald eine neue Heimat finden.
Mit Einverständnis der in der engeren Bewerberauswahl befindlichen Personen übermittelt der Personalchef einige persönlichen Daten zur Herkunft, Alter der Kinder, Hobbys und Interessen an die Stadt. Daraufhin wird ein Termin zu einem persönlichen Gespräch etwa bei einer Tasse Kaffee, einem Arbeitsfrühstück oder einem Dämmerschoppen vereinbart, bei dem ein Mitarbeiter der Stadt seine Heimat als Ort zum Leben, Wohnen und Arbeiten vorstellt. Schwerpunkt des Gespräches bilden die bereits übermittelten Interessen des Bewerbers, für den ein individuelles Informationspaket zusammengestellt wird.
Konkret: bei schulpflichtigen Kindern kommt das Schulangebot mit seinen Bildungsschwerpunkten zur Sprache. Bei Vorlieben für bestimmte Sportarten werden entsprechende Vereinskontakte angebahnt. Kulturell Interessesierte erhalten Spiel- und Konzertpläne mit entsprechenden Empfehlungen für Sitzplätze und Kartenreservierungen. Auf Wunsch bekommen die Bewerber/-innen eine individuelle Stadtführung.
Auch bei der Wohnungs- bzw. Bauplatzsuche ist man behilflich. Über eine Faxrundsendung an alle örtlichen Makler sucht die Stadt Wohnungen und Häuser. Passende Angebote werden von der Stadt über den künftigen Arbeitgeber an die Bewerber/-innen weitergeleitet. Zeitaufwendige Suchen bei vielen verschiedenen Maklern entfallen. Je nach Wunsch gibt es auch eine Übersicht über kurz-, mittel- und langfristig zur Verfügung stehende Bauplätze in allen Größen und Preisklassen. In Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit wird gezielt nach neuen Arbeitsplätzen für die Ehe- bzw. Lebenspartner gesucht.
Bei der Zusammenstellung des Coaching-Teams in der Stadtverwaltung wird darauf geachtet, dass möglichst alle Interessensgebiete abgedeckt sind.
Swen Profendiener
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