Neuer Rahmen für die städtebauliche Planung
Mit einem Städtebaukongress möglichst noch im Jahr 2011 will Oberbürgermeister Bernhard Ilg eine neue Phase der Stadtentwicklung in Heidenheim einleiten.
„Wir brauchen einen Rahmenplan für die Gesamtstadt, um daraus einzelne Teilaufgaben herleiten zu können“, gibt er die Marschrichtung vor.
Nach Ilgs Auffassung ist es in Heidenheim in den vergangenen zehn Jahren gut gelungen, Verkehrsentwicklung, städtebauliche Erneuerung der Innenstadt, die Landesgartenschau und einige vernachlässigte Quartiere in den Übergängen zwischen Zentrum und Stadtrand ganzheitlich zu betrachten und aufeinander zu beziehen. Die 23 Handlungsfelder für eine integrierte Stadtentwicklung, aufgestellt zu Beginn des Jahrzehnts, waren dabei eine verlässliche Richtschnur.
Nach Ilgs Auffassung würde man aber zu kurz springen, wenn man sich heute und in Zukunft weiterhin nur auf die Aspekte Verkehr, Revitalisierung von Brachflächen und Vernetzung von Grünflächen konzentrieren würde. Denn es könnte sich als Trugschluss erweisen, dass sich allein dadurch Stadtqualität wie von selbst entwickelt. Die gelungenen Ansätze in den Soziale-Stadt-Gebieten, die dramatisch verbesserte Infrastruktur auf dem Schlossberg, die nicht zuletzt durch Bürgerengagement möglich gewordene Nachnutzung des Gartenschaugeländes im Brenzpark, die Ansiedlung von Schloss-Arkaden und Dualer Hochschule und das große Interesse an generationengerechtem Wohnen in zentraler Lage zwingen nach Ilgs Ansicht sowohl Kommunalpolitik als auch Verwaltung zu einer umfassenden Sicht.
Trotz vieler und in der Öffentlichkeit kaum mehr bestrittener Verbesserungen steht die Stadt Heidenheim vor Aufgaben, die man heute nicht mehr voneinander isoliert betrachten sollte. Für das Ploucquet-Areal werden gerade Weichen gestellt, doch jenseits dieser bereits weitgehend konkretisierten Aufgabe wird Ilg zufolge der Blick in die Zukunft schon unschärfer, wenn er allein an das WCM-Areal denkt. An den Stadteingängen fehlt ein markanter Auftakt. Die Fußgängerzone und das Rathausumfeld sind nicht nur hinsichtlich der reparaturanfälligen Straßenbeläge, sondern auch hinsichtlich der Gestaltung und Funktionsverteilung nicht mehr zeitgemäß. Was Ilg aber besonders am Herzen liegt: „Das neue strategische Ziel ‚Wohnstadt Heidenheim’ wird nicht durch die Ausweisung bzw. Umwandlung von Siedlungsflächen oder durch Wohnungsbau allein erreicht, sondern muss die Mobilität, die Nahversorgung und die Erreichbarkeit öffentlicher Einrichtungen ebenso berücksichtigen.“
In der von ihm angeregten Entwicklung eines städtebaulichen Rahmenplans stellt sich Ilg von vorne herein auf einen längeren Prozess ein, der weder verordnet noch unter Zeitdruck erzwungen werden kann. Der Städtebaukongress soll einerseits die Grundlage für den Planungsprozess liefern, zugleich aber auch sichtbar machen, dass von Anfang an eine offene Form der Kommunikation gesucht wird.




