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Grenzstein-Lapidarium im Brenzpark Heidenheim

Eine Sammlung historischer Grenzsteine


Vom Schwäbischen Albverein Ortsgruppe Heidenheim wurde 2007/08 im Brenzpark ein Grenzstein-Lapidarium errichtet. Grundstock war die Sammlung Odenwald, die von mehreren Privatleuten nach einem Presseaufruf mit gespendeten Grenzsteinen ergänzt wurde.
Besucher des Lapidariums können sich frei zwischen den Grenzsteinen bewegen und sie von allen Seiten betrachten. Die Vorderseite einer Schautafel gibt Auskunft über das „Vermarken“ und „Verzeugen“ der ehemaligen Grenzwächter und auf der Rückseite sind 32 Steine mit ihren Wappen und Zeichen abgebildet. Der Text erläutert in knappen Worten die eingemeißelten Zeichen auf den Grenzsteinen. Wer mehr über die Steine und ihre Herrschaften wissen möchte, kann an der Hauptkasse für 2 das 36-seitige informative Begleitheft mit z. T. farbigen Abbildungen erwerben. Mittlerweile sind nun 40 Grenzsteine, ein TP-Pfeiler und ein Pyramidensignal aufgestellt (ausführliche Beschreibung im Begleitheft).

Die meisten Grenzsteine stammen aus der näheren Umgebung von Heidenheim. Und wie die Zeichen sind auch die Steinmaterialien, je nach Herkunft verschieden. Während auf der Schwäbischen Alb der Kalkstein vorherrscht, ist es anderswo Muschelkalk, Kalktuff, Konglomerat oder Sandstein in all seinen Schattierungen. Sandstein ist das am weitesten verbreitete Sedimentgestein überhaupt. Im Lapidarium von Heidenheim stehen zur Zeit 10 Steine aus ganz unterschiedlichem Sandstein und 30 aus heimischem Kalkstein (Weißjura).
Die Klöster Herbrechtingen, Anhausen, Medlingen, Medingen, Kaisheim, Neresheim, Königsbronn sowie die Fürstpropstei Ellwangen hatten große Besitzanteile auf der Ostalb, insbesondere auf dem Albuch und Härtsfeld. Alle diese Klöster, außer Medingen (Mödingen) und Kaisheim sind im Lapidarium vertreten. Ebenfalls präsent mit Grenzsteinen sind die Herrschaften Heidenheim, Woellwarth, Oettingen, Oettingen-Wallerstein und das Fürstentum Thurn und Taxis. Von den Realgemeinschaften sind Oberkochen und Essingen sowie einige Bauernwälder (Fleinheim, Dettingen), kenntlich an der Pflugschar, vertreten. Sehr seltene Steine sind die zwei Zehntsteine. Sie zeigen die Belastung eines Grundstücks durch den „Zehnten“ an. Und ganz besonders schön sind die Steine mit dem Heidenkopf, der gleich in mehreren Ausführungen zu bestaunen ist. Der Heidenkopf als Heidenheimer Wappen geht zurück bis ins Jahr 1486.
Aus anderen Regionen sind die aus Sandstein bestehenden Steine mit dem Schwert (Göppingen), der Stein mit den Buchstaben GE (Geifertshofen), der hohe Stein mit den Zeichen KD (Karlsruhe-Durlach) und der aus Kalkstein gefertigte Stein mit dem Hifthorn (Bad Urach).

Für Interessierte Gruppen werden auch sachkundige Führungen im Grenzstein-Lapidarium angeboten.
Kontakt: Tel. 07321 50773 oder 07328 5597.