Die Geschichte der Stadtbibliothek Heidenheim
Die Geburt der Bibliothek
Am 7.04.1910 beschloss der Gemeinderat auf „Wunsch weiter Kreise der Einwohnerschaft“ die Einrichtung einer städtischen Bücherei mit „Lese- und Lehrlingszimmern“.
Den Grundstock dafür bildete eine private „Volksvorlesebibliothek“, die nach sicheren Quellen seit 1905 von der „Amtskörperschaft“ unterstützt wurde. Damals bekam sie einen Etat von 30 Mark!
Die Bibliothek wandert durch das Zentrum von Heidenheim
Zunächst war die Bibliothek in der Webschule in der Nähe des Bahnhofs, dann im evangelischen Kindergarten bei der Pauluskirche untergebracht.
1943 zog man mit 2021 Bänden in das neue Stadthaus in der Grabenstraße 13. Die Bücherei hatte damals 360 eingetragene Leser.
Von 1953-1975 beherbergte das Hallamt in der Schnaitheimer Straße die Bibliothek.
Im Januar 1975 erfolgte als provisorische Lösung der Umzug in die ehemalige Stadtkasse in der Hinteren Gasse, bei räumlich beengten Verhältnissen.
Im März 1979 bezog die Stadtbibliothek ihre heutigen Räume. Anfangs standen den ca. 32.000 Bänden 680 qm zur Verfügung, heute sind es ohne Bürofläche 600 qm und 62.209 Bände (Stand Dezember 2009). Während 1979 mit 5.300 Lesern alle ausgestellten Leseausweise gezählt wurden, werden in neuerer Zeit nur die aktiven Leser, also diejenigen, die im laufenden Jahr ausleihen, gewertet. So kommt heute eine Zahl von 5.564 Lesern zustande. Und nur zum Vergleich: Einen Ausweis besitzen heute 15.307 Einwohner.
Den vielfältigen Anforderungen einer zeitgemäßen Bibliothek entspricht die Unterbringung im Elmar-Doch-Haus schon lange nicht mehr. Seit Jahren sucht man daher nach neuen Räumlichkeiten im Zentrum der Stadt. Zurzeit wird ein Bildungshaus mit Bibliothek und weiteren Partnern auf dem Ploucquet-Areal oder auf dem COOP-Gelände diskutiert.
Wer bestimmt über die Geschicke der Stadtbibliothek - Die Leiter
Erster nebenamtlicher Leiter war der Hauptlehrer Georg Danner, die erste bibliothekarische Fachkraft seit 1947 war Frau Fauth. Danach folgten:
Werner Merker (1969 – 1973)
Zur Geschichte der einzelnen Zweigstellen
Jugendbibliothek
Die Jugendbibliothek führte eine Zeit lang ein eigenes Leben:
1956 wurden die Jugendbücher aus dem allgemeinen Bestand ausgegliedert und zu einer eigenen Bibliothek zusammengefasst.
Diese war zuerst im 2. Stock des Hallamtes, von 1960-1968 im Haus der Jugend (der ehemaligen Heinrich-Voelter-Villa, die den Schlossarkaden weichen musste) untergebracht und kehrte dann in das ausgebaute Dachgeschoss des Hallamtes zurück.
Heute ist sie als eigene Abteilung in die Räume des Elmar-Doch-Hauses integriert. Sie lädt zum Schmökern ein und erzielt hohe Ausleihzahlen. Darüber hinaus bietet sie regelmäßig sehr beliebte Kinderveranstaltungen an
Zweigstelle Voith
Die ehemalige Werksbücherei der Firma Voith wurde 1973 von der Stadt übernommen und bis 1976 als Zweigstelle weitergeführt. Später wurden die Bestände weitgehend in die Zweigstelle Ost integriert.
Zweigstelle West im Heckental
1961 bekam die Weststadt als erster Stadtteil eine eigene Zweigstelle, die in der Westschule untergebracht war.
1972 begann die modellhafte Zusammenarbeit mit dem Werkgymnasium, und die Zweigstelle wirkte damals vorbildlich als Stadtteil- und Schulbibliothek.
1977 musste sie wegen Schulraumnot in provisorische Nebenräume der Karl-Rau-Halle ausgelagert werden. Nach dem Umzug des Werkgymnasiums in den Osten der Stadt Heidenheim wurde die Zweigstelle zurück in die Räume der jetzigen Christophorus-Schule verlegt.
Von März 1979 bis Mai 2004 zeichnete sich die Zweigstelle West durch intensive und rege Zusammenarbeit mit den vier umgebenden Schulen und den Familien der angrenzenden Wohngebiete aus.
2004 wurde die Zweigstelle durch einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss geschlossen
Zweigstelle Ost im Werkgymnasium
1979 begann mit dem Neubau des sehr gut ausgestatteten Werkgymnasiums eine neue Ära im Osten der Stadt: die Bewohner erhielten ihre eigene wohnortnahe Bibliothek und den Schülern des Gymnasiums standen zahlreiche Medien aller Art zur Verfügung. 1985 wurde die Zweigstelle weiter aufgewertet: anlässlich der damals stattfindenden Landeskunstwochen wurde eine Graphothek gegründet, in der man seitdem eine wachsende Anzahl von Kunstwerken (Bilder und Skulpturen) entleihen kann.
Heute bietet die Zweigstelle allen Bürgern neben Büchern, Kunstwerken und zahlreichen Zeitschriften ein sehr hörenswertes Angebot an Literatur und Musik auf CD.
Damit und mit attraktiven Veranstaltungen für Kinder bildet die Zweigstelle einen kulturellen Treffpunkt im Osten der Stadt.













