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Tipp im Oktober

Roman

Steinfest, Heinrich: Wo die Löwen weinen. - Piper, 2011.
Den ultimativen „Stuttgart-21-Roman“ hat Starkritiker Denis Scheck dieses grandiose Stück Literatur genannt und da mag man nicht dran deuteln. Aber Steinfests Krimi ist sogar noch ein bisschen mehr als das. Wie immer. Da gibt es auch wieder die bekannten und Leselüste steigernden Satire- und Science-Fiction Einschübe, da wird dieses mal mit nicht schwer dechiffrierbaren tatsächlichen Personen und Zuständen abgerechnet und nicht zuletzt klar Position bezogen. S21-Befürworter werden das nicht mögen, aber dem Charme der Steinfest’schen  Erzählführung wird sich niemand verweigern können.  In überbordenden Phantasiewolken schreibt er von geheimnisvollen Maschinen, Hundeinkarnationen köstlichster Art, hellsichtig gefährlichen Beamten und vielem mehr. Am Ende des Romans hat man den Eindruck, er müsste eigentlich irgendwie weitergehen, sich fortsetzen wie das S-21 Drama selbst. Hoffentlich. (Preu)
Signatur: Steinf

Heinrich Steinfest liest am Mittwoch, den 19. Oktober 2011 um 20 Uhr bei uns in der Stadtbibliothek aus diesem Roman

Titelbild "Gemeinsam einsam"

Sachbuch

Görig, Carsten: Gemeinsam einsam – wie Facebook, Google & Co. unser Leben verändern. – Zürich, 2011
Haben Sie heute schon gegoogelt, Facebook-Freunde kontaktiert oder getwittert? Carsten Görig, Fachjournalist für Neue Medien, verdammt diese neuen Internetphänomene nicht. Aber er zeigt klar auf, dass sie keineswegs so harmlos sind wie sie scheinen. In verständlicher Sprache erklärt er, dass das virtuelle Miteinander seinen Preis hat, da wir mit fast jeder Registrierung, jedem Suchbegriff, jedem Kauf ein Stück mehr von unserer Identität im Netz preisgeben. Und dieses großzügige Offerieren von Möglichkeiten hat nur ein Ziel: mit Hilfe unserer Daten Geld zu verdienen. Nebenbei vermittelt uns die virtuelle Welt das Gefühl, in einer Gemeinschaft zu leben, aber in der Realität sitzen viele einsam vor ihrem PC. Zum Menschsein gehört es einfach mal, den Rechner oder das Handy auszuschalten, einmal nicht erreichbar zu sein, mit seinen Freunden unterwegs zu sein oder ein persönliches Gespräch zu führen. Was Görig hier aufzeigt, ist nicht wirklich neu, aber seine detaillierte Offenlegung der Mechanismen von Google, Facebook und Co. ist doch sehr erschreckend. Selten richtet sich ein Sachbuch an so viele Menschen gleichzeitig mit dem Ziel: aus dem unbedarften einen umsichtigen Nutzer zu machen. (Ta)
Signatur: Ake Goeri

Titelbild "Schwäbische Küche"

Bildband

Mangold, Matthias F.: Die schwäbische Küche : regionale Spezialitäten. – Stuttgart : Kosmos, 2011
Schon das Cover dieses Buches ist einladend – fehlt doch die sonst abgebildete schwäbische Hausfrau mit Schürze! Wenn man das Buch aufschlägt, ist man gleich wieder überrascht: es kommt nicht schwäbisch-bieder daher sondern mit appetitanregenden Fotos und schönen, jedem Kapitel vorangestellten modernen und doch irgendwie alten Stilleben. Ein richtiger Augenschmauß! Die Rezepte selbst gehen von „Ebbes Oifachs“ über „Ebbes B’sonders“ bis zu „Ebbes Siasses“ und zu meiner Freude gibt es sogar ein Rezept für Saure Kartoffelrädle. Jeder Schwabe findet hier Rezepte, die er nur überliefert von seiner Großmutter kennt und kann sie nun endlich nachkochen und jeder Nicht-Schwabe lernt hier die doch sehr vielfältige regionale Küche kennen und wird sich wundern, dass es außer Maultaschen und Spätzle mit Soß’ viele kreative Gerichte gibt. Also „En Guata“! (Opi)

Signatur: Xeo 211 Mang

Titelbild "Zilly"

Bilderbuch

Paul, Korky: Zilly und der fliegende Teppich. - Weinheim [u.a.] : Beltz & Gelberg, 2011
Welches Kind träumt nicht von einem fliegenden Teppich? Zilly die Zauberin bekommt zu ihrem Geburtstag einen solchen geschenkt und ist damit ziemlich überfordert, besser gesagt, dieser ist eine riesige Katastrophe.
Zilly hat genug von diesem Geburtstagsgeschenk und räumt den Teppich in ihre Rumpelkammer, doch eines Tages beginnen die Abenteuer des Teppichs aufs Neue. Diesmal ist jedoch nicht Zilly die Pilotin, sondern ihr Kater Zingaro und eine rasante Jagd beginnt. Am Ende der Geschichte überlegt sich Zilly was sie Ungefährlicheres aus dem Teppich machen könnte, denn sie will in ihrer Dankeskarte von ihrem Geburtstag etwas Schönes über den Teppich schreiben, damit sich ihre Schwestern freuen. Lasst Euch überraschen… Wer noch nicht genug von der Zauberin Zilly hat: in der Stadtbibliothek gibt es noch weitere Geschichten von ihr! (We)
Signatur: Bi Paul

Titelbild "Das musikalische Gehirn"

DVD

Das musikalische Gehirn – Wie Musik in unserem Kopf entsteht. - WVG Medien, 2009
Neurowissenschaftler versuchen seit Jahren dem Geheimnis des circa 1300 g schweren Nervengewebes, dem Gehirn, auf die Spur zu kommen. Der kanadische Professor Daniel Levitin hat sich auf einem besonderen Forschungsgebiet hervor getan: er untersucht die Wirkung von Musik auf das zentrale Nervensystem. Für seine Arbeit konnte er den Spitzenmusiker Sting gewinnen. Im ersten Experiment bat er Sting, sich bestimmte Musiktitel vorzustellen, ohne dass Sting die Lieder vorgespielt wurden. Dann untersuchte er die Reaktionen von Stings Gehirn auf komplexe und einfache Musikstücke. Die dritte Untersuchung beinhaltete einen Gehirnscan während Sting eine Melodie komponierte. Die Ergebnisse waren erstaunlich.
Die Dokumentation ist für alle Musikliebhaber äußerst sehenswert. Man erfährt, dass bei Kindern, die ein Musikinstrument lernen, der IQ bis um 7 Punkte verbessert werden kann, dass das Musikhören als Fötus das Langzeitgedächtnis trainiert und dass das musikalische Gedächtnis von Alzheimer Patienten genauso gut ist wie von gesunden Menschen gleichen Alters. Und nicht zuletzt kommt es beim Hören von Musik, die einem gefällt,  zur Ausschüttung  von Endorphinen. Bewegt man sich dann noch zur Musik kommt eine Dopamin-Ausschüttung hinzu, dem Wohlfühlhormon.
Bei aller Forschung steht also fest: Musik macht glücklich. Also ran an die CD-Anlage und die Lieblingsmusik genießen. Gute Laune garantiert! (Mc)
Signatur: DVD Mbk 6 Musi

Titelbild "Grüffelo"

Hörbuch

Der Grüffelo. - Edel, 2011
Eine Maus ist auf der Suche nach Nüssen. Auf ihrem Weg durch den Wald kommt sie am Fuchsbau vorbei. Der Fuchs lädt sie zu sich nach Hause zu Götterspeise ein, aber sie weiß, dass sie eigentlich die Einlage für die Götterspeise sein soll. Um ihr Leben zu retten erfindet sie den Grüffelo, mit dem sie zum Mittag verabredet sei: Ein Ungeheuer mit Hauern und Zähnen, das am liebsten Fuchsspieß ißt. Dem Fuchs entkommen läuft die Maus direkt in die Klauen der Eule. Die Einladung zum Tee schlägt sie dankend aus, da sie sich bereits mit dem Grüffelo zum Tee trifft und dieser am liebsten gezuckerte Eule verspeist. Auch der Schlange entkommt die Maus so. Doch plötzlich steht er hinter ihr: der echte Grüffelo, dessen Lieblingsschmaus Butterbrot mit kleiner Maus ist. Da ist guter Rat teuer… Der Bilderbuchklassiker von Julia Donaldson und Axel Scheffler wurde als Animationsfilm gedreht. Das Original-Hörspiel zum Film macht auch ohne Bilder Laune. Die Stimmen von Christian Ulmen als Maus und Otto Sander als Eule verleihen der CD Farbe und man bangt mit der Maus mit. Ein kurzer, aber sehr intensiver Hörspaß für alle Grüffelo-Fans und solche, die es werden wollen. (Mc)
Signatur: CD-K Gruef

Titelbild "Abenteuer und Reisen"

Zeitschrift

abenteuer und reisen
Wenn das Fernweh ruft, man aber leider nicht verreisen kann, ist diese Zeitschrift eine gelungene Auszeit für die Seele. Wunderschöne Bilder von nahen, aber auch fernen idyllischen Traumzielen lassen einen für kurze Zeit den Alltag vergessen. Natürlich ist diese Zeitschrift auch für Menschen gemacht, die tatsächlich verreisen. Prall gefüllt mit Berichten, Geheimtipps und Kulturinformationen macht sie noch mehr Lust auf den bevorstehenden oder geplanten Urlaub. Sie wissen noch nicht, wohin sie verreisen möchten? Lassen sie sich inspirieren und entfliehen sie der täglichen Hektik für ein paar Minuten. (Reu)
Signatur: Zs Aben