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Zwischenbilanz "Soziale Stadt"

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Meldung vom 27. Juli 2010

 

"Die erfolgreichen Bewerbungen um Mittel aus dem Förderprogramm "Soziale Stadt" war das Beste, was uns für die Voithsiedlung und die Wilhelm-/Kastorstraße passieren konnte", resümiert Oberbürgermeister Bernhard Ilg in einer Zwischenbilanz über die dort bislang erfolgten privaten und öffentlichen Investitionen. "Die Aufwertung ist nicht nur städtebaulich sichtbar, auch die Bewohner sind zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen."

Das Förderprogramm „Soziale Stadt Voithsiedlung“ wurde vor sechs Jahren gestartet und hat sich bis heute sehr gut entwickelt, was nicht nur der optische Eindruck bestätigt, den Bewohner und Besucher des Stadtteils gewinnen sondern auch die Kennzahlen für die städtebauliche Entwicklung. Allein für städtebauliche Maßnahmen wurden bereits mehr als 4,2 Millionen Euro ausgezahlt. Das Kinderhaus wurde, als eine der bedeutenden Maßnahmen, mit 1,3 Millionen gefördert, für den Straßenbau musste sogar noch eine etwas höhere Summe aufgewendet werden. Bei den jeweiligen Projekten stammen 60 Prozent der Fördermittel von Bund und Land, den Rest bringt die Stadt Heidenheim auf. Allerdings ist der reale Wert der Tätigkeiten wesentlich höher: Etwa die achtfache Summe kommt zusammen, wenn man die nicht durch Fördermittel gedeckten, privaten und öffentlichen Investitionen dazu rechnet. Ende diesen Jahres sind im Verlauf des Förderprogramms voraussichtlich 46 private Modernisierungsmaßnahmen mit etwa einer Million Euro bezuschusst worden.

Auch bei den integrierbaren Förderprogrammen wie „Modellvorhaben“ und „STÄRKEN vor Ort“ haben die Träger zusammen mit den Bewohnern der Voithsiedlung viel geleistet. Das Jugendzentrum „moVe“, das generationenübergreifende Stadtteiltheater und ein Hilfsprogramm für Schulabgänger haben starken Zuspruch erfahren. „STÄRKEN vor Ort“-Projekte, derer es in der Voithsiedlung in diesem Jahr elf gibt, werden im Rahmen von jeweils bis zu Zehntausend Euro ein Jahr lang aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert. Die Bandbreite des Angebots reicht hier von Sprach- und Integrationsprojekten über Qualifikationsförderung bis zur Freizeitgestaltung.
Das Engagement der Bewohner wird im Hinblick auf die Arbeitsgemeinschaften, die sich zur Umsetzung von Ideen und Projekte gebildet haben, deutlich. Die „AG Stadtteilzeitung“ veröffentlicht zweimal pro Jahr in Kooperation mit dem Heidenheimer Pressehaus eine Zeitung, die auf den Stadtteil und dessen Neuigkeiten Bezug nimmt. Auch die Arbeitsgemeinschaften „Senioren“, „Kinder- und Jugendliche“ und „Integration“ und der neu gegründete Bürgerverein treiben die Entwicklung und den Austausch in der Voithsiedlung voran. Die jüngst von der AG Senioren veröffentlichten "Geschichten und Ereignisse aus der Voithsiedlung von den dreißiger Jahren bis in die Gegenwart" sind ein besonders geglücktes Beispiel für Kreativität und Eigeninitiative und eine neu gewachsene Siedlungsidentität.

Stolz auf eine derartige Entwicklung können nicht nur die Bewohner der Voithsiedlung sein. Auch die Träger einzelner Maßnahmen wie die Arbeiterwohlfahrt, der Bürgerverein, die Volkshochschule und die Friedrich-Voith-Schule sowie einige engagierte Privatpersonen haben maßgeblich Anteil an dem sichtbaren und spürbaren Erfolg des Förderprogramms.



Das Förderprogramm „Soziale Stadt Wilhelmstraße/Kastorstraße“ läuft seit 2006 und zeigt ähnliche, beachtliche Erfolge. Die Investitionssumme für städtebauliche Maßnahmen, wie beispielsweise Abbrüche und Grunderwerbe zur Erweiterung der Bergschule, Umgestaltung der Jägerstraße oder 18 bezuschusste private Modernisierungen, beläuft sich bis heute auf ca. 2,8 Millionen Euro. Bis zum Jahr 2012 läuft das Förderprogramm noch und neben 16 aktuellen privaten Modernisierungsmaßnahmen sind allein für die Umgestaltung der Kastorstraße noch 1,17 Mio. Euro vorgesehen. Der  Technik- und Umweltausschuss hat grünes Licht gegeben: Im Herbst beginnen die Bauarbeiten. Die Modernisierung der Kinderarche und die Renovierung der Wohnungen der Feuerwache sind derzeit in Arbeit.

Für „Modellvorhaben“ wie dem Trainingscenter für berufliche Qualifizierung, dem Eltern-Kind-Sprachtreff, der Freiwilligen-Agentur der Caritas und Projekten an der Bergschule sind bis zum Ende nächsten Jahres Fördergelder eingeplant, die eine Million Euro übersteigen. Zentrale Anlaufstelle für Bewohner und Interessenten bildet das Stadtteilbüro Wagnerstraße 3, das für Anfragen und Auskünfte zwei mal monatlich geöffnet ist. Das Programm „STÄRKEN vor Ort“ ermöglicht im Bereich „Soziale Stadt Wilhelmstraße / Kastorstraße“ dieses Jahr acht sogenannte Mikroprojekte, vor allem Trainingsprogramme zur Weiterbildung und Qualifizierung. Beispielsweise wird bei der Erstellung eines „Multikulturellen Kochbuchs“ der Austausch in Sprache und Kultur gefördert.  Volkshochschulkurse in Finanzbuchhaltung vermitteln Grundlagen für den Einstieg in den Beruf. Engagierte Träger bilden auch hier die Basis für das breite Spektrum der Mikroprojekte. Die Stadtteilzeitung erscheint ebenfalls zwei mal jährlich und erreicht durch die Kooperation der Arbeitsgemeinschaft mit dem Pressehaus die örtliche Leserschaft. Eine Institution des bürgerschaftlichen Engagements ist der Arbeitskreis, der Interessen unterschiedlicher Generationen und Herkünfte im Dialog vereint.

Das Engagement und der Gemeinschaftssinn der Bewohner des Stadtteils, der Projektträger und der öffentlichen Hand mit den Erfolgen im Gebiet „Wilhelmstraße/Kastorstraße“ erregte auch in anderen Teilen Heidenheims Aufmerksamkeit und Anerkennung. Oberbürgermeister Bernhard Ilg ist stolz auf diese Gemeinschaftsleistung. Deshalb setzt er sich für die uneingeschränkte Fortsetzung der Programme beim Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter ein, nachdem der zuständige Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer Pläne über eine fünfzigprozentige Kürzung bei Städtebauförderprogrammen und Programmen der energetischen Gebäudesanierung bekannt werden ließ.