Großes Potential und interessante Marktchancen hat das südliche WCM-Gelände. Ein Teil der Gebäude zwischen der Schmelzofenvorstadt und dem Lokschuppen soll stehen bleiben. Zu dieser Einschätzung gelangen Oberbürgermeister Bernhard Ilg und der Gemeinderat. Die Stadt hat das Grundstück von der ADL gekauft.
Nach einer Ortsbesichtigung unter Leitung des Stuttgarter Architekten Hans Scheele, der mit der Baugeschichte und der Substanz der Gebäude bestens vertraut ist, kommt Ilg zu der Einschätzung, dass es sich hier um ein „interessantes und attraktives Gelände handelt“. Er spürt eine hohe Identifikation im Gemeinderat mit den einst vom berühmten Industriearchitekten Philipp Jakob Manz geplanten Gebäuden (Bleicherei, Färberei, Druckerei) entlang der Schmelzofenvorstadt. Dies gilt auch für den in seiner Substanz grundsoliden „Gardena-Bau“, der 1952 errichtet wurde.
Das unübersichtliche und vielfach an- und umgebaute Konglomerat dazwischen ist dagegen nicht zu halten. Die Stadt hat für das Sanierungsgebiet auf dem Ploucquet-Gelände, das um die WCM (Süd) erweitert worden ist, zusätzliche Sanierungsmittel erhalten und wäre in der Lage, jene Teile der Anlage abzubrechen, für die es keine Zukunft gibt.
Welche Nutzungen später in die ehemalige WCM einziehen könnten, lässt sich laut Ilg heute noch nicht konkretisieren. Allerdings bietet Heidenheim gerade an den Standorten Ploucquet und WCM Perspektiven für den Wohnungsbau im attraktiven Segment des stadtnahen und barrierefreien Wohnens. Ebenso könnten Dienstleister Interesse an dieser neuen Adresse entwickeln. Schließlich würde auch die Brenz, die zwischen dem Badehaus und dem Lokschuppen in einem Kanal fließt, durch Gebäudeabbrüche gewinnen.
Die Stadt Heidenheim befindet sich mit dem WCM-Gelände nach Ansicht von OB Ilg, der in seiner Einschätzung den Gemeinderat hinter sich weiß, in einer günstigen Position, denn sie steht nicht unter Handlungsdruck und Zugzwang. Die erhaltenswerten Gebäude sind in ihrer Substanz so gut, dass über die künftige Nutzung des Geländes in aller Ruhe nachgedacht werden kann.
In dem dreieckigen WCM-Areal zwischen Kanalstraße, Schmelzofenvorstadt und Brenz sollen die hellgrau markierten Gebäude abgebrochen werden. Die dunkelgrauen Gebäude haben eine gute Bausubstanz.
Chancen fürs WCM-Gelände
Meldung vom 26. Januar 2010



