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Sparen und Kasse machen

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Meldung vom 21.12.09

Wenn die Regierungschefs der Welt vom Klimagipfel in Kopenhagen herabgestiegen sind, ist die Arbeit nicht getan, denn Energie kann man nur dort einsparen, wo sie verbraucht wird. Oberbürgermeister Bernhard Ilg hat jetzt bekannt gegeben, dass er auch für die Schulen ein Energiesparmodell einführen will, mit dem die Schulen sogar Geld verdienen können.

„Fiftiy-fiftiy“ wird an den städtischen Kindergärten schon länger praktiziert. Demnach bekommt der Kindergarten den halben Gegenwert der jährlich eingesparten Energie bar ausgezahlt. Voraussetzung: Die Einsparung muss von den Benutzern durch vernünftiges Verhalten selbst erzielt worden sein.

Kindergärten sind überschaubare Gebäude und werden in der Regel nicht anders wie ein Privathaus beheizt. Hier lässt sich dieses Sparmodell gut praktizieren, wenngleich Ilg auch einräumt, dass die Motivation mit der Zeit nachlässt. Deshalb ist es parallel zum finanziellen Anreiz immer wichtig, pädagogisch auf die Nutzer einzuwirken.

In den Schulen mit Dutzenden unterschiedlich genutzter Räume und einer komplizierten Heiz- und Klimatechnik ist es ungleich schwieriger, dass die Nutzer durch ihr eigenes Verhalten gezielt Energie einsparen können. Deshalb hat sich der städtische Geschäftsbereich Hochbau ein System ausgedacht, nach dem in Zukunft verfahren werden soll.

Zunächst werden die Verbrauchswerte einer Schule für einen Zeitraum von drei Jahren erfasst. Hat die Schule danach eine Einsparung erzielt, bekommt sie die Hälfte als Prämie ausbezahlt. Bei Schulen, die kürzlich erst saniert worden sind, müssen zunächst drei Jahre beobachtet werden, ehe das System angewandt werden kann.

Diese Methode wird freilich den Schulen, in denen Energie schon seit langem sparsam eingesetzt wird, nicht ganz gerecht, denn hier sind die Chancen auf eine weitergehende Reduktion gering. Deshalb will die Stadt zusätzlich Verbesserungsvorschläge mit Geld- und Sachpreisen prämieren, die von den Schulen eingereicht werden. Dazu soll sich an jeder Schule eine Projektgruppe mit dem Thema Energieeffizienz auseinander setzen und so auch die Grundlage für pädagogische Maßnahmen schaffen. Der beste Vorschlag zum Einsparen von Energie wird umgesetzt, falls die Investition wirtschaftlich tragbar ist.

Für Ilg ist klar, dass diese Verfahren ein hohes Maß an Engagement aller Beteiligten erfordert und dass dies für seine Mitarbeiter von den Hausmeistern bis zu den Ingenieuren mit zusätzlicher Arbeit verbunden ist. Allerdings sieht er allein schon im Dialog zwischen den Nutzern auf der einen und dem Schulträger auf der anderen Seite einen Wert an sich. Die Effizienz des Energieeinsatzes kann der Betreiber einer Anlage nämlich nur verbessern, wenn er die Nutzergewohnheiten kennt. Dagegen können sich die Nutzer besser auf das Gebäude einstellen, wenn sie einigermaßen mit der Technik vertraut sind.