Die hohe touristische Bedeutung des Heidenheimer Schlossbergs wird landesweit beachtet. Die Stadt Heidenheim gehört jetzt mit dem Schloss Hellenstein und den benachbarten Kultur-, Sport- und Freizeitangeboten einem neuen Arbeitskreises „Schlösser, Burgen und Gärten Baden-Württemberg“ an.
Oberbürgermeister Bernhard Ilg sieht sich darin bestätigt, wie wichtig es war, das Congress Centrum mit Hotel genau an diesem Standort zu bauen und den Schlossberg mit zusätzlichen Attraktionen wie dem Kletterwald und der Greifvogelstation zu bereichern. Auch der Bau der Gagfah-Arena wird im Frühjahr 2010 fertig. Allein der 1. FC Heidenheim ist für rund 100.000 Besucher im Jahr gut. Und das Baseball-Stadion ist nächstes Jahr einer von drei Austragungsorten der Europameisterschaft.
Hauptziel des im Schloss Ludwigsburg aus der Taufe gehobenen Arbeitskreises ist es, die bemerkenswerten Kulturdenkmäler als Ausflugsziel bekannter zu machen, was vor allem durch Vernetzung der Akteure geschehen soll. Einen wesentlichen Schritt auf diesem Weg hat das Land Anfang 2009 mit der Gründung einer Anstalt für die „Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg“ (SSG) mit Sitz in Bruchsal getan.
Geschäftsführer der SSG ist Michael Hörrmann, davor im Staatsministerium fürs Landesmarketing zuständig. Er wurde zum Sprecher der neuen Arbeitsgemeinschaft gewählt, in der sich auch Ausflugsziele wiederfinden, die nicht dem Land gehören wie z.B. die Mainau, Burg Hohenzollern oder Burg Katzenstein in Dischingen. Einer der beiden Stellvertreter von Hörrmann ist Wolfgang Heinecker, Pressesprecher der Stadt Heidenheim und in dieser Funktion auch für Teile des Stadtmarketings zuständig.
Die Stadt Heidenheim hat sich im Vorfeld der Bildung des Arbeitskreises intensiv mit zeitgemäßen Formen der Vermarktung beschäftigt. Bettina Kruse wirkt als Leiterin der städtischen Tourist-Information in einem Arbeitskreis mit, der unter Leitung von Fürst Philipp zu Hohenlohe-Langenburg am Thema „Bus- und Gruppenreisen“ arbeitet. In Ludwigsburg referierte Kruse über eine gemeinsame Vermarktungsplattform und abgestimmte Angebote und Aktionen.
Wer eine Gruppenreise zu einem der Destinationen der „Schlösser, Burgen und Gärten“ bucht, soll professionell betreut werden und sich auf die Einhaltung von definierten Standards verlassen können. Nach Ilgs Ansicht soll Heidenheim nicht nur von den Erfahrungen anderer Standorte profitieren, sondern kann unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft eine erheblich bessere Werbewirkung erzielen. Das soll sich erstmals auf der CMT (Messe Stuttgart 16. bis 24. Januar) auf einem gemeinsamen Messestand zeigen.
Die Stadt Heidenheim ist zudem federführend beim Aufbau eines zeitgemäßen Internetportals der „Schlösser, Burgen und Gärten“. Hier hat es sich insbesondere die bei der Stadt beschäftigte DH-Studentin Jessica Brokmann zur Aufgabe gemacht, auf die Trends der Onlinekommunikation mit interaktiven Komponenten und mobilen Internetanwendungen zu reagieren. Als Studentin im BWL-Studiengang Dienstleistungsmanagement/-marketing wird sie diesem Thema ihre Bachalor-Arbeit widmen.
Sowohl die geplanten Drucksachen des Arbeitskreises, z.B. eine Landkarte, als auch die Internetplattform sollen auf neuartige Weise miteinander verknüpft werden. Dabei kommt z.B. der QR-Code zum Einsatz, ein Muster, das man mit der Handykamera abfotografieren kann, um ohne Texteingabe auf einen Seiteninhalt im Internet zu gelangen. Geocaches (die moderne Form der Schnitzeljagd), 3D-Fotografie und interaktive 360°-Panoramen mit virtuellen Rundgängen sollen die Internetnutzer neugierig machen. Auch an Plattformen und Foren ist gedacht, damit sich die Nutzer mit ihren Erinnerungen, Empfehlungen, Fotos oder Videos untereinander austauschen können.
Die in Heidenheim zur Eröffnung des Congress-Centrums entwickelte Faltschachtel in Tetraederform („Heidenheimer Schlosspraline“) könnte zum gemeinsamen Werbeträger des landesweiten Schlössermarketings werden. Mit einem ähnlichen Produkt aus Karton, dem „Heidenheimer Blumentöpfle“, hat die Stadtverwaltung während der „Entente Florale“ im Jahr 2008 ausgezeichnete Erfahrungen gemacht. Beim „Stadtmarketingpreis Baden-Württemberg“ gelangte das Blumentöpfle in die Endrunde. Die Stadt Heidenheim wurde dafür von Wirtschaftsminister Ernst Pfister (MdL) mit einer Urkunde ausgezeichnet.



