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Mittagessen für arme Kinder

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Meldung vom 27.12.07

Kinder aus armen Heidenheimer Familien können es sich ab dem 2. Schulhalbjahr leisten, am gemeinsamen Mittagessen in der Schulmensa teilzunehmen. Auf Initiative von Oberbürgermeister Bernhard Ilg hat der Gemeinderat mit der Verabschiedung des Haushalts 2008 beschlossen, an allen Schulen mit Ganztagsbetreuung einen Zuschuss von maximal zwei Euro pro Mittagessen zu gewähren.

Ilg verweist auf das lateinische Sprichwort „plenus venter non studet libenter“, das heute bei vielen Familien in seiner Bedeutung genau umgekehrt gilt: Mit leerem Bauch bleibt auch der Kopf leer. Und mit einem weiteren lateinischen Sprichwort unterstreicht er die wegweisende Bedeutung des Gemeinderatsbeschlusses für diese Form der Unterstützung bedürftiger Kinder und deren Familien: „Non multa, sed multum!“ Nicht vielerlei treiben, sondern eine Sache engagiert und zielgenau anpacken, das war für ihn das Gebot der Stunde.

Ilg bestreitet nicht, dass im Sozialhilferecht, u.a. was die Regelsätze für den Bedarf von Familienangehö-rigen eines Hartz-4-Beziehers betrifft, über Korrekturen diskutiert werden muss. In diesem Bereich ist der Bund zuständig. Diese Diskussion wird nach seiner Ansicht aber nicht dadurch einfacher, wenn die Gemeinden, die Landkreise als örtliche Träger der Sozialhilfe oder die Länder punktuell dem Druck nach-geben, der gerade von vielen Seiten aufgebaut wird.

Ilg interpretiert das Sprichwort „Non multa, sed multum!“ dahingehend, dass die Stadt Heidenheim als Schulträger entschlossen und flächendeckend die Ganztagsbetreuung eingeführt hat und weiter ausbauen wird. Das ist gerade deshalb geschehen, weil einerseits die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden sollte und weil andererseits immer mehr Familien vor allem am Rand der Gesellschaft mit der Erziehungsaufgabe überfordert sind. Es wäre aus diesem Grund gegen die vom Gemeinderat und den Schulen gemeinsam getragene Überzeugung, wenn gerade sozial benachteiligte Schülerinnen und Schüler von der Ganztagsbetreuung nicht in aller erster Linie profitieren würden.

Die Bedürftigkeit der Kinder wird von den Schulen selbst geprüft, die auch für ein möglichst einfaches Verwaltungsverfahren sorgen werden. Die Stadt schätzt den finanziellen Aufwand auf jährlich 30.000 Euro. Das Geld kommt aus einer Erbschaft, die der Stadt Heidenheim kürzlich mit einer entsprechenden Zweckbestimmung zugegangen ist.