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Lust auf Zukunft und Wissenschaft

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Meldung vom 21.12.09

Nur wenige Städte in Deutschland haben es geschafft, für Kinder aller Altersstufen Bildungsangebote mit wissenschaftlichen Inhalten bereit zu halten. Unter der Überschrift „Zukunftsakademie“ sollen in Heidenheim die bereits existierenden Kooperationen zwischen Bildungseinrichtungen und Wirtschaft gebündelt werden.

Die Zukunftsakademie wird nicht etwa ein virtuelles Gebäude, sondern sie soll sich mit Laboren, Ausstellungsräumen und Büros in der Bildungslandschaft sichtbar aufstellen. Oberbürgermeister Bernhard Ilg geht davon aus, dass sie mit einmaligen Investitionskosten von 300.000 Euro und jährlichen Kosten von 150.000 Euro realisierbar ist.

Mit der Zukunftsakademie schafft die Stadt Heidenheim eine institutionalisierte Form der Begabtenförderung, nach Ilgs Worten „ein Raum für Talente in der Modellregion Ostwürttemberg“. Neben der Bündelung existierender Modelle soll die Zukunftsakademie über die Schularten hinweg zukunftsweisende Bildungs- und Unterrichtskonzepte für die Praxis anwendbar machen.

Die Zukunftsakademie erhält zusätzliche Bedeutung als Ort der Lehrerbildung. Pädagogen sollen in der Akademie Experimente selbst durchführen. Ein Schwerpunkt wird die Vortrags- und Fortbildungsreihe für Eltern und Lehrkräfte sein, ein weiterer außerschulische Kurse zur Langzeitförderung von begabten Kindern. Dabei soll es modulare, dem Alter und der Entwicklung der Kinder entsprechende Bildungsprojekte geben. Technische Vorgänge, zum Beispiel moderne Fertigungsverfahren oder aktuelle Forschungsprojekte, werden in der Zukunftsakademie betrachtet.

Ilg hat den Gedanken erstmals bei der Kommunalkonferenz ins Spiel gebracht, die unter Leitung von Ministerpräsident Günther H. Oettinger am 23. Januar 2009 für die Region Ostwürttemberg veranstaltet worden ist. Nachdem der Ostalbkreis mit Unterstützung der Grimminger-Stiftung und der Hochschule Aalen ein „Zentrum für junge Forscher Aalen“ aufbaut, bietet sich für Heidenheim eine Kooperation als Partnereinrichtung an. Damit können vorhandene Initiativen und Projekte gebündelt, Synergien ausgeschöpft und ein regionaler Standard verfolgt werden.

Seit der Klausurtagung des Gemeinderats im Oktober ist die Verwaltung dabei, ein umsetzbares Konzept zu formulieren. Der Kreistag hat im November die Teilnahme am Impulsprogramm „Ausbau der Bildungsregionen in Baden-Württemberg“ beschlossen. Teil des Beschlusses war die Untersuchung, eine Zukunftsakademie unter dem Dach der Bildungsregion zu etablieren. Kernstück der kreisweiten Bildungsregion ist ein sich entwickelndes, aktives Netzwerk zwischen Schulen, Wirtschaft, gesellschaftlichen Organisationen, Trägern der Weiterbildung und Einrichtungen der außerschulischen Jugendarbeit.

Die Ausgangslage für Heidenheim ist günstig, denn an den Schulen gibt es dafür besonders vielfältige innovative Ansätze, junge Menschen für Naturwissenschaft und Technik zu begeistern. Die „Schüler-Ingenieur-Akademie (SIA)“, „Heidenheimer Kinder und Wissenschaft (HeiKiWi)“, „NaWi - geht das? (NaWi)“ sowie Jugend-forscht-Wettbewerbe, Börsenspiele, business@school-Projekte usw. sind erfolgreich, weil sie hohen Praxisbezug haben, Kreativität und Entdeckergeist fördern und schließlich ein effektives Lernergebnis erzielen.

Voith hat zusammen mit acht anderen Firmen die „Wissensfabrik – Unternehmen für Deutschland“ gegründet, der mittlerweile über 50 Unternehmen in der Bundesrepublik angehören. Die „Kinder-Uni plus“ an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heidenheim verzeichnet wachsende Schülerzahlen. TECHNOlino begeistert bereits im Kindergartenalter, ebenso „Kinder entdecken Technik (KiTec)“ flächendeckend an Heidenheimer Grundschulen. Erst letzten Monat wurde ein neues Grundschulforscherlabor an der Bergschule eingeweiht. Das Grüne Klassenzimmer ist im Jahr drei nach der Landesgartenschau mit über 4.500 unterrichteten Schülerinnen und Schülern aus der Region Ostwürttemberg zum Selbstläufer geworden.