Ehrenbürger

Die Ehrenbürgerwürde ist die höchste Anerkennung, die eine Kommune aussprechen kann. Die Verleihung bedeutet eine außergewöhnliche Auszeichnung, von der entsprechend der Gemeindeordnung für Baden-Württemberg sorgfältig Gebrauch gemacht werden sollte. Seit Anfang des vorigen Jahrhunderts haben gerade mal elf Persönlichkeiten den Heidenheimer Ehrenbürgerbrief erhalten. Alle haben ihre Spuren in der Stadt oder in unserem Leben hinterlassen.

Senator h.c. Dr. Michael Rogowski

  • Ehrenbürger seit 02. April 2004
  • * 13. März 1939 in Stuttgart

Fast 4 Jahrzehnte lang hat er sein Leben, sein Wissen und Können der Weiterentwicklung des Hauses Voith und damit auch der Stadt Heidenheim gewidmet. Zuletzt war er Vorsitzender des Konzernvorstandes. 2000 wechselte er auf den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden und leitete den Gesellschafterausschuss. Seit 2010 ist er Vorsitzender der Hanns-Voith-Stiftung. Hervorgetreten ist er durch seine der deutschen Wirtschaft dienende ehrenamtliche Tätigkeit in maßgeblichen Spitzenorganisationen. So war er u. a. Präsident des VDMA - Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. und Präsident des BDI - Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. Er setzt sich stets für Heidenheim ein und tritt als Kunst-, Kultur- und Sportmäzen in Erscheinung.


Martin Hornung

  • Ehrenbürger seit 28. Mai 1993
  • * 26. Juni 1932 in Heilbronn
  • † 14. Januar 2000 in Heidenheim

Er war von 1969 bis 1993 Oberbürgermeister der Stadt. Neben Eugen Jaekle hat er das Gesicht Heidenheims am tiefgreifendsten verändert. Dies zeigen die verbesserte Verkehrsanbindung der Stadt mit dem Bau der Autobahn A7, die Verlegung der B 19 aus der Innenstadt und die großflächigen neuen Wohngebiete Reutenen und Osterholz nebst der bedeutsamen Ausweitung gewerblicher Bauflächen. In seine Amtszeit fällt auch der Bau des Rathauses. Heidenheim entwickelte sich hin zur Schul- und Sportstadt - die Zweigstelle der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie, die Berufsakademie und das Werkgymnasium stehen hierfür ebenso wie das Albstadion, zahlreiche Turn- und Sporthallen, das Hallenfreizeitbad Aquarena oder die Einrichtung von Leistungszentren für Fechten und Modernen Fünfkampf. Auch die Stärkung der wissenschaftlich/kulturellen Schiene u. a. mit dem Archäologie-Colloquium, der Wiederbelebung des Schäferlaufs nebst der Schaffung der musealen Landschaft mit Römerbadmuseum, Kutschenmuseum und Kunstmuseum zeugen von seinem Wirken.


Eugen Loderer

  • Ehrenbürger seit 4. Oktober 1984
  • * 28. Mai 1920 in Heidenheim
  • † 9. Februar 1995 in Heidenheim

Mehr als 35 Jahre hat er sich dem Neuaufbau und Ausbau der Gewerkschaften in der Bundesrepublik Deutschland gewidmet. In Baden-Württemberg war er Vorsitzender des DGB und stellvertretender Landesvorsitzender der SPD, Stadtrat und Vertreter des Gewerkschaftsverbandes in Heidenheim. Von 1972 bis 1983 bekleidete er das Amt des 1. Vorsitzenden der weltweit größten Einzelgewerkschaft, der IG Metall. Während seiner Amtszeit konnte das nationale und internationale Ansehen der deutschen Gewerkschaften, vor allem der IG Metall, erheblich gestärkt werden.


Senator Prof. Dr. h.c. Hugo Rupf

  • Ehrenbürger seit 12. August 1983
  • * 12. August 1908 in Poppenweiler/Ludwigsburg
  • † 27. Januar 2000 in Heidenheim

Mehr als 50 Jahre lang hat er seine ganze Persönlichkeit der Weiterentwicklung der Firma Voith und damit auch der Stadt Heidenheim gewidmet. Als Direktor und später als Geschäftsführer und Aufsichtsratsvorsitzender trug er entscheidend dazu bei, dass Voith zu einem Unternehmen mit Weltgeltung wurde. Er hat sich große Verdienste um die Entwicklung und den Aufbau der Deutschen Wirtschaft auf nationaler und internationaler Ebene erworben. Das kulturelle und sportliche Leben in Heidenheim erfuhr durch ihn eine außergewöhnliche Förderung, die heute noch durch die Hugo-Rupf-Stiftung und die Stiftung Kunstmuseum weiterlebt.


Prof. Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Kurt Bittel

Er war einer der bedeutendsten Archäologen des 20. Jahrhunderts, dessen Arbeiten vor allem den Kelten und den Römern in unserer Region und den Hethitern in Kleinasien galten. Als Direktor des Deutschen Archäologischen Instituts in Istanbul seit 1938 und als Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts in Berlin seit 1960 hat Kurt Bittel den glänzenden Ruf der deutschen Archäologie bewahrt und weitergeführt. 1967 wurde er, vielfacher Professor, in die Friedensklasse des Ordens „Pour le Merite“ aufgenommen. In Heidenheim förderte er die Einrichtung des Museums im Römerbad.


Dr. Ing. e.h. rer. pol. h.c. Hanns Voith

  • Ehrenbürger seit 25. April 1955
  • * 26. April 1885 in Heidenheim
  • † 7. Januar 1971 in Heidenheim

Er ist der jüngste der drei Söhne Friedrich Voiths. 1948 übernahm er die Leitung der Maschinenfabrik J. M. Voith. Hanns Voith war ein Mäzen in des Wortes schönster Bedeutung: Die Waldorfschule Heidenheim verdankt ihm als Mitbegründer unendlich viel, aber auch das Gesundheitshaus der Firma, das allen Heidenheimern offen stand, ist ein sichtbares Zeichen seiner sozialen Gesinnung. Eine Stiftung, die seinen Namen trägt, gilt der beispielhaften Lehrlingsausbildung der Firma Voith. Bei der kampflosen Übergabe der Stadt an die US-Truppen hat er Heidenheim vor dem Schlimmsten bewahrt.


Eugen Jaekle

  • Ehrenbürger seit 2. Februar 1928
  • * 16. Januar 1870 in Schwäbisch Hall
  • † 7. Dezember 1936 in Heidenheim

Am 20. Dezember 1902 wurde er zum Stadtschultheiß in Heidenheim gewählt und erhielt fünf Jahre später den Titel Oberbürgermeister. In seine bis 1935 dauernde Amtszeit fielen viele spektakuläre Baumaßnahmen in unserer Stadt: Stadtbad (jetzt Kunstmuseum), Konzerthaus, städtisches Altenheim und die Überdeckelung des Wildwasserbetts, des Wedel.


Eugen Gaus

  • Ehrenbürger seit 16. August 1922
  • * 28. April 1850 in Fridingen Kreis Tuttlingen
  • † 30. April 1934 in Heidenheim

1897 kam er nach Heidenheim als Professor ans heutige Hellenstein-Gymnasium. Er betrieb geologische und archäologische Forschungen, war Gründer des Heimat- und Altertumsvereins und des Museums auf Schloss Hellenstein, Gauobmann des Albvereins und Vorsitzender der Volkskunstvereinigung und des Verschönerungsvereins. Die Stadt Heidenheim verdankt ihm die Entdeckung der Zementvorkommen in Mergelstetten.


Friedrich Pfenning

  • Ehrenbürger seit 22. Mai 1919
  • * 10. Juli 1853 in Leutkirch
  • † 24. Dezember 1920 in Heidenheim

Er war von 1891 an 26 Jahre lang Mitglied des Gemeinderats und der Amtsversammlung, die dem heutigen Kreistag entspricht. Seine unermüdliche Arbeit galt den Arbeitslosen und Kriegshinterbliebenen. In Frankreich wurde er für seinen länderübergreifenden Einsatz für Kriegsgefangene und Kriegshinterbliebene mit dem Kreuz der Ehrenlegion geehrt.


Hermann Poppe

  • Ehrenbürger seit 10. Juni 1915
  • * 2. Januar 1855 in Nienburg/Weser
  • † 12. März 1917 in Heidenheim

Zusammen mit Ehrenbürger Josef Weiss seit 1895 Direktor der WCM. In dieser Zeit wurde die WCM in ihrer Ausstattung mit modernsten Maschinen der Textilindustrie und mit Anlagen zur Energiegewinnung eine Weltfirma, was der Stadt Heidenheim im späten 19. Jahrhundert den Namen „Schwäbisch Manchester“ einbrachte.


Dr. Ing. h.c. Friedrich von Voith

  • Ehrenbürger seit 12. November 1908
  • * 3. Juli 1840 in Heidenheim
  • † 17. Mai 1913 in Heidenheim

Übernahm am 1. Januar 1867 den Betrieb seines Vaters Johann Matthäus Voith. Die Firma J. M. Voith wurde unter Friedrich Voith eine Weltfirma, die mit dem Bau der ersten Papiermaschine und der ersten Wasserturbine mit Produkten auf den Weltmarkt kam, die bis heute den Namen Voith fast zu einem Synonym für Spitzentechnologie machte. Die soziale Fürsorge für seine Arbeiter begründete eine bis in die Gegenwart reichende Tradition. Die Zahl der Beschäftigten stieg von 30 im Jahr 1867 auf 3000 im Jahr 1913.


Josef Weiss

  • Ehrenbürger seit 30. Mai 1907
  • * 9. August 1843 in Mühlhausen im Elsaß
  • † 13. September 1907 in München

Von 1895 bis 1907 Direktor der Württembergischen Cattunmanufaktur (WCM), die in dieser Zeit der größte Arbeitgeber Heidenheims mit fast 1000 Beschäftigten war. Werkswohnungen, Kinderkrippe, Badhaus waren mit die ersten sozialen Einrichtungen Württembergs und haben beide Weltkriege überdauert.