Fragen zur geplanten neuen Stadtbibliothek

Im Sommer 2013 hat die Stadt Heidenheim die Bürgerinnen und Bürger gebeten, ihre Fragen zum geplanten Bau einer neuen Stadtbibliothek zu stellen. Die Heidenheimer Zeitung hat diese Fragen gesammelt und in mehrere Themen gebündelt. Die Stadtverwaltung hat alle Fragen beantwortet. Fragen und Antworten wurden von der Stadtverwaltung und der Heidenheimer Zeitung im September 2013 veröffentlicht. Mit dem ersten Spatenstich am 23. Juli 2015 ist der Zeitpunkt gekommen, diese Fragen und Antworten auf einen aktuellen Stand zu bringen. Zum Vergleich gibt es hier (54,5 KB) den alten Stand.

Grundsätzliche Fragen

16 Millionen

Könnte man 18,5 Millionen nicht an anderer Stelle verwenden?

Für Bildung und Betreuung gibt Heidenheim doppelt so viel Geld aus wie andere Städte. Das Sanierungsprogramm von Straßen und Kanälen holt die Rückstände vergangener Jahre nach und nach auf. An Sport- und Kultureinrichtungen herrscht gewiss kein Mangel. Das alles hat die Stadt Heidenheim gleichzeitig geschafft, ohne die verschiedenen Interessen und Bedürfnisse gegeneinander auszuspielen. So sollte es auch bleiben.


Bibliothek beschlossen

Wer hat den Bau der neuen Bibliothek beschlossen bzw. wer kam auf die Idee?

Als Grundlage für die jetzt umgesetzte Planung wurde ein Architektenwettbewerb durchgeführt. In seiner Sitzung am 19. September 2013 hat der Gemeinderat dem Siegerentwurf zugestimmt. Am 24. Oktober 2013 wurden die Entwurfsplanung einschließlich der Kostenberechnung beauftragt. Darin wurde die Grundlage für den Baubeschluss erarbeitet, die der Gemeinderat in seiner Sitzung vom 21. Oktober 2014 gefasst hat. Die Erkenntnis ist über zehn Jahre alt, dass die bisherige Bibliothek im Elmar-Doch-Haus nicht mehr zeitgemäß ist.


gewerblichen Berufsschule Räume

Werden nicht in der gewerblichen Berufsschule Räume frei? Die müsste man nicht bauen. Oder könnte man ganz andere leer stehende Räume nutzen, zum Beispiel die ehemalige Kreissparkasse?

Eine Bibliothek muss möglichst zentral liegen. Das ist sie den Benutzern schuldig. Eine erstklassige Lage gehört auch zum Selbstverständnis einer Stadt, die mit solchen öffentlichen Einrichtungen ihre Visitenkarte abgibt. Eine Bibliothek stellt wegen ihrer vielfältigen Nutzungsansprüche hohe Anforderungen, die durch ein paar Klassenzimmer oder Büroräume voller Bücherregale nicht erfüllt werden.


Bürgerbefragung oder ein Bürgerentscheid

Wäre angesichts der Zweifel am Sinn einer neuen Bibliothek eine Bürgerbefragung oder ein Bürgerentscheid denkbar?

Die Nutzer der Bibliothek wünschen sich schon seit langer Zeit eine attraktive, zukunftsorientierte und auf ihre Bedürfnisse ausgerichtete neue Bibliothek. Dies kam und kommt in zahlreichen Meinungsäußerungen in Vergangenheit und Gegenwart zum Ausdruck. Insofern wird die Meinung der Bürgerinnen und Bürger täglich gehört. Wer eine Bibliothek nicht benötigt, sollte sie denen, die darauf angewiesen sind, nicht streitig machen. Es käme ja auch niemand auf die Idee, Nichtschwimmer danach zu fragen, wie wichtig ihnen das Waldfreibad ist. Ein Bürgerentscheid wäre im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben natürlich möglich gewesen.


Gesamtkosten der Um- und Neubauten

Werden die Gesamtkosten der Um- und Neubauten genannt (Kauf und Abbruch Gefängnis, Umzüge und Umbauten der früheren Gebäude)?

Der Kaufpreis für das Gefängnisgrundstück, das die Stadt allein schon wegen seiner Lage völlig unabhängig von der Planung einer Bibliothek ohnehin gekauft hätte, wurde in der Sitzung des Gemeinderats vom 19. September 2013 mit 1,175 Millionen Euro genannt. Die berechneten voraussichtlichen Baukosten wurden in der Entwurfsplanung ausgerechnet. Dabei kam ein Betrag von 18,5 Millionen Euro heraus. Zusätzlich sind in der Finanzplanung 600.000 Euro für den Umbau der umliegenden Straßen eingeplant. In allen Phasen der Planung, der Vergabe und des Baus sind die Kosten transparent, weil alle Beschlüsse des Gemeinderats öffentlich gefasst werden.


Coop-Gelände

Was sprach für den Standort auf dem engen Gefängnis-Areal – wo ähnlich zentral beispielsweise das hässlich bebaute, aber deutlich größere Coop-Gelände frei steht?

Die Eigentumsverhältnisse für das Coop-Gelände und angrenzende Grundstücke sind sehr schwierig. Das ist ja auch der Grund, warum sich dieses Areal städtebaulich so schlecht entwickeln lässt. Außerdem wäre die Bibliothek nur eine Nutzung unter vielen gewesen.
Die überraschende Schließung des Gefängnisses kam da zu einem günstigen Zeitpunkt. An dieser Stelle erhält die Bibliothek ihr eigenes Quartier und wird zum Alleinstellungsmerkmal. Die Bibliothek bereichert im Übrigen die neue städtebauliche Achse Christianstraße, die die Fußgängerzone mit dem Brenzufer verbindet und das neue Quartier auf dem Ploucquet-Areal (Wohnen, Gesundheitshaus, Kindertagesstätte, Voith-Ausbildungszentrum, Rewe) an die Innenstadt heranführt.


Erweiterung der Dualen Hochschule

Wäre eine Stadtbibliothek nicht besser in einer Erweiterung der Dualen Hochschule untergebracht?

Wichtig für eine öffentliche Bibliothek ist die zentrale Lage. So ist sie auch für jüngere und ältere Menschen leicht zu erreichen. Eine Hochschulbibliothek und eine Stadtbibliothek sind nicht vergleichbar.


Fläche für die Bibliothek

Wie stark vergrößert sich die Fläche für die Bibliothek in dem Neubau denn in Zahlen?

Jetzt hat die Bibliothek gerade 1050 Quadratmeter Nutzfläche. Aufzüge, Flure und Treppen sind da nicht mit drin. Die neue Bibliothek wird eine Nutzfläche von 2040 Quadratmeter haben. Zusätzlich kommen bei der neuen Bibliothek Flächen für ein Lesecafé, den Seminar- und Veranstaltungsbereich sowie den Foyerbereich hinzu.


Einrichtungen

Welche Einrichtungen sollen denn alle in den Neubau einziehen – und was passiert mit den Räumen, in denen diese Einrichtungen aktuell untergebracht sind?

Im neuen Gebäude der Bibliothek werden weitere Einrichtungen untergebracht. Das Kreismedienzentrum, das Stadtarchiv und die Verwaltung der Historischen Museen ziehen dort ein. Außerdem gibt es einen Veranstaltungssaal, der unter anderem auch für die Musikschule geeignet ist, und ein Lesecafé. Das Elmar-Doch-Haus ist unter anderem für das „Haus der Familie“ vorgesehen. Das Meebold-Haus neben dem Rathaus wird weiterhin von „Ich für uns“ und von der Volkshochschule genutzt.


Sanierung des Gebäudes

Ist eine Sanierung des Gebäudes, in dem sich die Stadtbibliothek momentan befindet, geplant?

Die Bibliothek befindet sich im Elmar-Doch-Haus. Eigentlich wäre eine Grundsanierung der Räume schon seit Jahren nötig. Das hat man aber gelassen, weil sich die Räume für eine zeitgemäße Bibliothek nicht eignen und seit Jahren die Absicht besteht, eine neue Bibliothek zu bauen. Für die weitere Nutzung muss das Elmar-Doch-Haus nach dem Auszug der Bibliothek umgebaut und saniert werden. Dann ist das Gebäude auch endlich barrierefrei.


Industriemuseum

Wäre es vorstellbar, in einer der freiwerdenden Räumlichkeiten ein Heidenheimer Industriemuseum unterzubringen?

Die Stadt Heidenheim hat in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts den Kraftakt unternommen, drei Museen neu einzurichten und das Museum Schloss Hellenstein vom Heimat- und Altertumsverein zu übernehmen. Für ein fünftes Museum gibt es weder einen Bedarf noch hätte die Stadt dafür die finanziellen Mittel. Was aber noch wichtiger ist: In Heidenheim existieren weder Exponate noch Schriftstücke, mit denen die Industriegeschichte der Stadt in ihrer Breite museal erschlossen werden könnte. Eine Ausnahme stellen Werkzeuge und Dokumentreste der Württembergischen Cattun-Manufaktur (WCM) dar, die von Liebhabern für die Nachwelt magaziniert wurden, für ein Industriemuseum aber bei weitem nicht ausreichen.


Bau zu groß

Ist der Bau angesichts der zunehmenden neuen Medien, die viel weniger Platz brauchen, nicht zu groß?

Außer der Bibliothek ziehen das Kreismedienzentrum und das Archiv mit der Verwaltung der Historischen Museen ein. Ein Veranstaltungssaal befindet sich ebenfalls im Gebäude. Auch das Lesecafé in der Bibliothek benötigt zusätzlichen Platz. Hier entsteht ein Ort, der nicht nur zum Ausleihen von Büchern gedacht ist. Hier kann man sich austauschen, zusammen lernen, oder sich mit einem Buch gemütlich in das Lesecafé setzen. Zusätzlich zu den Bücherregalen und Leseflächen gibt es ein Lernstudio mit Gruppen- und Einzelarbeitsplätzen. Auch die Bibliothek wird in unterschiedliche Bereiche, wie zum Beispiel die Kinderbibliothek, die Jugendbibliothek oder das audiovisuelle Medienzentrum aufgeteilt. So entsteht Übersichtlichkeit und Freiraum. Nicht alles, was wir heute lesen, liegt in digitaler Form vor. Und nicht alle digitalen Inhalte befinden sich zum Download im Internet, sondern werden auf Speichermedien (beispielsweise CD, DVD) geschrieben, die man sich ausleihen kann. Die neuen digitalen Informations- und Kommunikationsmittel wie E-Books werden in die Bibliothek mit aufgenommen und zusätzlich zur Verfügung gestellt. Es wird eine Balance zwischen „neu“ und „alt“ geschaffen. Auch künftig werden die Bibliotheken den Wandel der Inhalte und der Medien, mit denen sie bereitgestellt werden, begleiten und die von den Nutzern gewünschten Zugänge zu diesen Medien öffnen.


Bibliothek in Zeiten des Internets

Wie kann man sicherstellen, dass eine Bibliothek in Zeiten des Internets kein Flop wird?

Am besten, indem eine Bibliothek attraktiv, übersichtlich und zukunftsweisend gestaltet ist. Dann fühlen sich die Menschen dort wohl. In Heidenheim entsteht nicht nur eine reine Bibliothek, sondern ein Ort für viele andere Einrichtungen, die den Nutzern einen angenehmen Aufenthalt bieten. In anderen Städten wie Ulm, Stuttgart oder Augsburg haben neu gestaltete Bibliotheken mehr Leserinnen und Leser als zuvor angelockt. Die Steigerung war enorm.


Architektenwettbewerb nicht transparent

Können die Entscheidungen der Jury beim Architektenwettbewerb nicht transparent veröffentlicht werden?

Wenn eine Stadt ein herausgehobenes öffentliches Gebäude plant, kann sie einen Architektenwettbewerb ausloben. Bei dem Wettbewerb handelte es sich um ein Verfahren nach den Richtlinien für Planungswettbewerb (RPW 2008). In diesen Richtlinien ist alles genau gesetzlich geregelt, und zwar nach dem deutschen Vergaberecht ebenso wie nach dem EU-Recht. Diese Verfahren sichern höchstmögliche Transparenz und sind in allen Schritten juristisch überprüfbar. Bestandteil der Richtlinien ist die Pflicht, am Ende des Wettbewerbsverfahrens alle Beiträge auszustellen und die Protokolle und Teilnehmerlisten öffentlich auszulegen. Diese Ausstellung wurde unmittelbar nach der Entscheidung des Preisgerichts im August 2013 im Rathaus gezeigt. Teile dieser Ausstellung befinden sich nach wie vor auf dem Flur im 6. Stock des Rathauses.


Stadtarchiv

Wird das Stadtarchiv im neuen Gebäude auch allgemein zugänglich und nutzbar?

Das Stadtarchiv war schon immer für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich. Die Nutzbarkeit wird in den neuen Räumen erheblich verbessert.


Bedürfnisse älterer Menschen

Werden die Bedürfnisse älterer Menschen berücksichtigt, insbesondere mit Hinweisschildern in großer Schrift und guter Zugänglichkeit?

In der neuen Bibliothek werden die Bedürfnisse aller Besucher berücksichtigt. Insbesondere für ältere Menschen wird alles barrierefrei zugänglich sein. Die Regalhöhen werden angemessen sein, und es wird ein Leitsystem geben. So können sich alle Besuchergruppen bestmöglich zurecht finden.


Öffnungszeiten

Wie werden die Öffnungszeiten der Bibliothek aussehen?

Es wird eine Veränderung der Öffnungszeiten geben. Sie werden erweitert und einheitlich gestaltet.


Öffnungszeiten werktags

Wird die Bibliothek jeden Werktag geöffnet sein?

Wie genau die Öffnungszeiten der neuen Bibliothek aussehen werden, wird auch von der Personalstärke abhängig sein.


Durchgehende Öffnungszeiten

Wird die Bibliothek durchgehend geöffnet sein?

Die neue Bibliothek ist auch mittags offen.


Schließfächer

Werden die Schließfächer größer sein und wird es mehr Schließfächer geben?

Es wird genügend Schließfächer für die neue Bibliothek geben.


Scannen von Büchern

Kann man in der neuen Bibliothek Bücher und Buchseiten selbst einscannen?

Ein öffentlich zugänglicher Münzkopierer steht zur Verfügung. Es wird überprüft, ob ein Buchscanner angeschafft wird. Auf alle Fälle wird das Scannen gedruckter Werke nur unter Beachtung des Urheberrechts möglich sein.


Sitz- und Leseplätze

Wird es mehr Sitz- und Leseplätze geben als bisher?

Durch die neue Raumgestaltung wird es deutlich mehr Plätze zum Sitzen und Lesen geben. Das steigert die Aufenthaltsqualität. Schon allein das Lesecafé trägt einen großen Teil dazu bei.


Öffentliches Bücherregal

Gehört das "öffentliche Bücherregal" (Rathausfoyer) nicht in die neue Bibliothek?

Das "öffentliche Bücherregal" im Rathaus sollte an seiner Stelle bleiben. Hier soll jeder unverbindlich und ohne Anmeldung Bücher nehmen und schenken können. In der Bibliothek sind die Medien inventarisiert und gekennzeichnet (d.h. sie werden in den Bestand aufgenommen und mit Hilfe eines Online-Katalogs zugänglich gemacht). Das ist ein Unterschied zum „öffentlichen Bücherregal“.


Bücher in Regalen ganz unten

Kann man darauf verzichten, Bücher künftig in Regalen bis zum Boden aufzustellen? (Man muss sich furchtbar tief bücken)

In der neuen Bibliothek sind Regale vorgesehen, die gut auf die Bedürfnisse der Nutzer abgestimmt sind. Es wird versucht, zu hohe und zu tiefe Regalbereiche zu vermeiden.


Einbeziehung der Nutzer bei Neubeschaffungen

Ist angedacht, Leser und Nutzer künftig bei Neubeschaffungen mit einzubeziehen?

Leserwünsche werden seit vielen Jahren bei der Neubeschaffung von Medien berücksichtigt. Viele Besucher nutzen dies gerne, um ihre Wünsche zu äußern.


Neue Medien

Wie wird die Ausstattung mit neuen Medien aussehen?

Schon bisher kann man in der Bibliothek im Elmar-Doch-Haus und in der Zweigstelle im Werkgymnasium neben Büchern und Zeitschriften folgende Medienarbeiten entleihen: Gesellschaftsspiele, Hörbücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Musik-CDs, CD-ROMs, DVDs, Nintendo, Wii- und DS-Medien. In der neuen Bibliothek können diese Medien zentral und übersichtlich angeboten werden. Vor allem ist in den Regalen mehr Platz, so dass man die Titel auch sehen kann. Geplant ist, neben dem Verleih von E-Books auch dieses Angebot weiter auszubauen.


E-Book-Verleih

Ist ein Verleih von E-Books geplant?

Schon seit Juli 2014 kann man E-Books, aber auch elektronische Hörbücher und Zeitschriften in der „Ostalb-Onleihe“ über die Bibliotheks-Homepage oder über www.ostalb-onleihe.de entleihen. Im Verbund mit zahlreichen Bibliotheken der Region wurde inzwischen ein großer Bestand aufgebaut. In der neuen Bibliothek wird dieses Angebot selbstverständlich weitergeführt.


Freies W-LAN

Wird die Bibliothek ein freies W-Lan haben?

Die neue Bibliothek wird selbstverständlich ein freies W-Lan haben. Das W-Lan in der Innenstadt wird auch auf den Willy-Brandt-Platz ausgedehnt. Das ist übrigens der neue Name für die Freifläche zwischen dem Bibliotheksgebäude und dem „Statt-Garten“.


Fragen zur Architektur

Entwürfe abstimmen

Warum dürfen die Bürger nicht über die Entwürfe abstimmen?

Der Gemeinderat hat ein Verfahren nach den Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW 2008) für den Bibliotheksneubau beschlossen. So ein Wettbewerbsverfahren wird in Deutschland und der Europäischen Union oft eingesetzt, um aus einer Vielfalt der eingereichten Entwürfe die beste Lösung herauszufinden. Die Richtlinien geben vor, wie so ein Verfahren abzulaufen hat, ohne gegen das deutsche Vergaberecht und das EU-Recht zu verstoßen. Die Richtlinien geben auch vor, wie das Preisgericht besetzt werden muss. Es gibt das Sachpreisgericht, bestehend aus Vertretern des Auslobers, in unserem Fall Vertretern der Stadt. Dann gibt es das Fachpreisgericht, bestehend aus Fachleuten (Architekten, Stadtplaner, Innenarchitekten).


Betonklötzen

Heidenheims Innenstadt leidet unter Betonklötzen. Warum hat man sich für die Bibliothek wieder für einen Großbau entschieden?

Die neue Bibliothek wird viele Einrichtungen zusammenführen. Um eine zeitgemäße und funktionierende Bibliothek zu schaffen, ist eine gewisse Größe erforderlich. Eine Aufteilung auf mehrere kleinere Gebäude wäre hier nicht wirtschaftlich. Zur Gliederung des Gebäudes hat sich der Wettbewerbsentwurf am Stadtbild orientiert und mit unterschiedlichen Dachhöhen ein Abbild typischer Heidenheimer Gebäudeproportionen geschaffen.


Dachterrassen

Wäre es nicht sinnvoll, die Dachterrassen zu nutzen (Begrünung, Aufenthalt)?

Der Wettbewerbsentwurf sieht zwei Dachterrassen vor. Dort kann man sich aufhalten, lesen und arbeiten.


Stadtarchiv

Wäre das Stadtarchiv nicht woanders besser untergebracht? Der Neubau müsste dann nicht so hoch werden.

Das Archiv ist im Rathaus völlig unzureichend untergebracht. Neue Räume mit angemessenen Arbeitsbedingungen sind dringend erforderlich. Die Gelegenheit, das Archiv funktional, räumlich und baulich optimal unterzubringen, bietet sich nur jetzt im Zusammenhang mit der Planung der neuen Bibliothek.


Lichtraster

Werden die „Lichtraster“ der großen, teilvermauerten Fenster nicht beim Lesen stören?

Beispiele zeigen, dass diese Lichtraster nicht zu Störungen beim Lesen führen, sondern für bestimmte Bereiche eine angenehme und zurückgezogenere Atmosphäre schaffen. Sie dienen auch zur Verschattung.


Windkanal

Gibt es Untersuchungen zum Schattenwurf des Neubaus bzw. zum „Windkanal“-Effekt der dann zur Gasse werdenden Bornefeld-Straße?

Es ist doch der Normalfall, das eine Straße auf beiden Seiten bebaut ist, in der Innenstadt natürlich auch mit Gebäuden, die drei bis vier Stockwerke hoch sind. Die Proportionen der Gebäude sollten im innerstädtischen Maßstab zueinander passen. Der erste Preis sieht im Übrigen unterschiedliche Gebäudehöhen vor, damit das Gebäude gegliedert ist.


Unterkellerung

Warum hat der Neubau keine Unterkellerung (für das Archiv, auch aus Gewichtsgründen)?

Einen Keller nahe dem Grundwasser zu bauen, erhöht die Baukosten. Das Archiv ist im Zwischengeschoss günstig untergebracht, weil Magazin, Verwaltung und Nutzerraum auf einer Ebene liegen. Natürlich könnte man ein Archiv auch im Keller einbauen, wenn auch zum Preis eines erhöhten Sicherheitsaufwands.


Modell

Wäre es denkbar, ein Modell von Bestand und geplantem Neubau herzustellen, um auch dem Gemeinderat die anstehenden Veränderungen zu verdeutlichen?

Die Lage und Raumwirkung des Neubaus wurde umfangreich und detailliert mit Hilfe von Computersimulationen dargestellt. Ein Modell vom Gefängnis wurde nicht hergestellt. Zu dem Zeitpunkt, als die Entwurfsplanung beauftragt wurde, stand das Gefängnis auch noch.


Fassadengestaltung

Wie final ist die Fassadengestaltung des Gebäudes (Klinker/Backstein) bzw. deren Farbe?

Die Fassadengestaltung der Bibliothek wurde aus der Entwurfsplanung heraus weiterentwickelt. Um den am besten geeigneten Ziegel zu finden und für verschiedene Tests wurde eine solche Wand hochgemauert. Ziegel sind ein gutes Material, um eine hochwertige Fassade zu gestalten. Ziegel sind langlebig und lassen ein großes Gebäude feingliedrig wirken. Die Pauluskirche und eine ganze Reihe von Gebäuden in der Innenstadt geben dafür gute Beispiele ab.


Zaun

Wird es zwischen dem Vorplatz/Grünanlage der Bücherei und dem angrenzenden Biergarten einen Zaun geben?

Der Vorplatz der Bibliothek, der inzwischen den Namen Willy-Brandt-Platz trägt, ist öffentlich zugänglich. Er dient als Eingangsbereich für die Bibliothek, zum Aufenthalt und für die Außengastronomie des Lesecafés. Bei der Gestaltung dieses Bereiches wurden die Umgebung und die angrenzenden Gebäude in die Planung mit einbezogen.


Veranstaltungssaal

Ist ein weiterer Veranstaltungssaal wirklich sinnvoll bzw. sind die vorhandenen Räume diverser Größen in der Stadt wirklich ständig belegt?

Für alle Veranstaltungen, die bisher in der Bibliothek stattfinden, muss der Kinder- und Jugendbereich immer völlig umgeräumt werden. Das ist wegen der schweren Bücherregale ganz schön mühsam. Viele Institutionen in Heidenheim haben schon jetzt ein starkes Interesse an einem solchen Veranstaltungssaal gezeigt. Einen Veranstaltungssaal mit aufsteigender Bestuhlung für rund 150 Personen, gibt es in Heidenheim noch nicht, wenn man mal vom Emil-Ortlieb-Saal absieht. Der Saal der Musikschule ist lediglich für musikalische Veranstaltungen geeignet. Auch die gute Lage in der Stadtmitte spricht für einen solchen Saal, in dem viele verschiedene Veranstaltungen stattfinden können.


Barrierefreiheit

Die Bibliothek ist im zweiten Obergeschoss. Ist das barrierefrei? Und warum sind die Bücher nicht im Erdgeschoss?

Im 2. Geschoss kann die Bibliothek als möglichst große Einheit auf einer Ebene untergebracht werden. Das war ein Wunsch in der Planung. Diese Ebene wird über eine großzügige Freitreppe und einen barrierefreien Aufzug, der auch groß genug für den Transport von Kinderwagen ist, erschlossen. Auf einer Zwischeneben sind zusammengefasst alle Nonbooks (CD, DVD) sowie Abhörplätze für die Medien und weitere Arbeitsplätze angeordnet. Im Erdgeschoss wäre auf Grund von notwendigen anderen Nutzungen eine solch große zusammenhängende Fläche nicht möglich gewesen. Im Erdgeschoss werden der Eingangsbereich der Bibliothek mit Informationstheke, Medienrückgabe, Medienverleih, Zeitschriftenbereich mit Leseplätzen, sowie das von der Bibliothek aus zugängige Café angeordnet. Ebenfalls sind im Erdgeschoss der Veranstaltungssaal und das Kreismedienzentrum angeordnet.


Fragen rund um Parkplätze und Café

Parkplätze

Sind Parkplätze (auch Kurzparkplätze am Gebäude) schon völlig aus der Planung ausgeschlossen? Und wo sollen Behinderte parken?

In der Ausschreibung wurde davon ausgegangen, dass die vorhandenen Parkplätze und Parkhäuser für die Besucher der Bibliothek in der Umgebung ausreichen. Behindertenstellplätze sind im nördlichen Bereich an der Brenzstraße direkt neben der neuen Bibliothek vorgesehen. Zusätzlich sind für die 24h Rückgabe und für die Benutzer des Kreismedienzentrums Kurzzeitparkplätze an der Helmut-Bornefeld-Straße vorgesehen.


Mitarbeiter parken

Wo sollen Besucher und Mitarbeiter der Bibliothek parken?

Neben den bereits vorhandenen Stellplätzen hat die Stadt im künftigen Rewe-Gebäude an der Ludwig-Lang-Straße Parkplätze angemietet. Genau gegenüber vom Eingang werden überdachte Stellplätze für Fahrräder gebaut.


Tiefgarage

Warum gibt es keine Tiefgarage? Warum kann man nicht die Tiefgarage unter dem Loderer-Zentrum erweitern? Oder einen Zugang von der Rathausgarage schaffen?

Eine Kleintiefgarage unter der Bibliothek ist nicht wirtschaftlich. Auch eine Erweiterung der Tiefgarage unter dem Eugen-Loderer-Zentrum ist nicht wirtschaftlich. Eine unterirdische Verbindung zwischen der Tiefgarage im Rathaus und der Bibliothek wäre sehr kostenintensiv und wurde schon verworfen, als man das Eugen-Loderer-Zentrum gebaut hat. Außerdem wäre ein Tunnel zur vorhandenen Tiefgarage sehr lang und damit nicht gerade einladend.


Außenbestuhlung

Wird das geplante Café in der Bibliothek auch eine Außenbestuhlung – auch im Schatten – haben?

Es ist eine Außenbestuhlung auf der neu entstehenden Promenade des Willy-Brandt-Platzes in unmittelbarer Nähe des Eingangsbereiches der Bibliothek vorgesehen. Auf Grund der Buchsicherung können jedoch außerhalb des Cafés keine nicht entliehenen Bücher und Zeitschriften gelesen werden. Dies geht nur auf den Dachterrassen der Bibliothek. Für eine notwendige Verschattung wird gesorgt.


Mittag essen

Wird man im künftigen Café auch Mittag essen können?

Welche Speisen im Lesecafé serviert werden, wird vom Betreiber abhängen, daher kann man dazu heute noch nichts sagen. Durch die zentrale Lage wäre das Lesecafé eine gute Möglichkeit, die Mittagspause zu verbringen oder sich zu treffen. Eine Konkurrenz zur vorhandenen Gastronomie und den Cafés ist nicht gewollt. Als Betreiber wurde „Samocca“ gewonnen. Das Unternehmen beschäftigt Menschen mit Handicaps.


Aktueller Baufortschritt der neuen Bibliothek

Das Bild der neuen Bibliothek wird von einer Webcam gemacht. Die Webcam befindet sich auf dem Rathausdach. Das Bild wird von Montag bis Freitag um 12.30 Uhr neu gemacht. Drücken Sie die Taste F5 auf Ihrer Tastatur, um die Seite neu zu laden.

Weitere Informationen

Rund um Heidenheim

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